Mit „Dämon 79" schließt Black Mirror seine sechste Staffel ab — und weicht mit einer als „Red Mirror" untertitelten Horror-Groteske vom gewohnten Technik-Fokus ab. Schauplatz ist eine englische Kleinstadt im Jahr 1979. Die schüchterne Kaufhaus-Verkäuferin Nida wird von Kolleginnen und Kundschaft ausgegrenzt und mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert.
Im Lager stößt Nida auf einen alten Talisman. Als ein Tropfen ihres Blutes ihn berührt, beschwört sie unabsichtlich den Dämon Gaap, der ihr in der Gestalt des Disco-Stars Bobby Farrell erscheint. Gaap stellt Nida vor eine grausame Aufgabe: Sie muss innerhalb von drei Tagen drei Menschen töten. Gelingt ihr das nicht, geht die Welt in einer nuklearen Katastrophe unter.
Nida ringt mit dem moralischen Dilemma und will nur Menschen töten, die sie für „böse" hält. Ihr erstes Opfer ist ein Mann, den Gaap ihr in einer Vision als Missbrauchstäter zeigt; dessen Bruder überrascht sie und stirbt ebenfalls. Doch der Dämon erfährt über eine bürokratische „Hotline" der Unterwelt, dass einer der Tode nicht zählt, weil der Getötete selbst ein Mörder war. Eine Tötung bleibt also offen.
Als letztes Ziel wählt Nida den rechtsradikalen Nachwuchspolitiker Michael Smart, dessen Hetze künftig Tod und Leid über das Land bringen soll — obwohl Gaap sie ausdrücklich vor dieser Wahl warnt.
Das Ende
Nida drängt Smarts Wagen von der Straße, wird aber vor dem tödlichen Schlag von der Polizei festgenommen. Die dritte Tötung bleibt damit aus, und Gaaps düstere Prophezeiung erfüllt sich: Atomraketen schlagen ein, die Stadt versinkt in Flammen. Weil Nida gescheitert ist, verliert auch Gaap seinen Aufstieg zum vollwertigen Dämon und soll ins ewige Nichts verbannt werden. Im Kleingedruckten findet er jedoch eine Lücke — Begleitung ist nicht verboten. Während draußen die Welt untergeht, gehen die beiden Hand in Hand und lächelnd gemeinsam in die ewige Leere.