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Joan führt ein durchschnittliches Leben – bis sie abends auf dem Streaming-Dienst Streamberry eine neue Prestige-Serie entdeckt: "Joan Is Awful". Zu ihrem Entsetzen zeigt die Serie exakt ihren eigenen Tag nach, in überzeichnet unvorteilhaftem Licht und gespielt von Hollywoodstar Salma Hayek. Was Joan tut, taucht nahezu in Echtzeit als dramatisierte Episode auf.
Die Sendung ruiniert binnen Stunden Joans Beziehung und ihren Job. Rechtlich ist sie machtlos: Mit der Registrierung bei Streamberry hat sie den Nutzungsbedingungen zugestimmt, die dem Dienst erlauben, ihr Leben zu verwerten. Auch Salma Hayek erfährt, dass nicht sie selbst spielt, sondern ein per KI erzeugtes Deepfake ihres lizenzierten Abbilds – und schließt sich Joans Widerstand an.
Gemeinsam dringen die beiden in die Zentrale von Streamberry ein, wo ein gewaltiger Quantenrechner, der sogenannte Quamputer, die Serie vollautomatisch generiert. Dort offenbart sich der eigentliche Twist: Auch die Joan, der die Zuschauer bislang folgten, ist nur eine Verfilmungsebene. Die eigentliche Quell-Joan sitzt eine Stufe darüber, ihr Abbild wird von Annie Murphy verkörpert – eine Verschachtelung von Realität und Fiktion.
Quell-Joan zerstört mit Annie Murphys Hilfe den Quamputer und legt damit sämtliche Ebenen der Serie lahm. Der Preis dafür: Beide müssen sich wegen des Einbruchs verantworten und tragen am Ende Fußfesseln. Die Auftaktfolge der Staffel treibt Black Mirrors Lieblingsthema – die Selbstvermarktung im Streaming-Zeitalter – ins bitterböse Extrem.
Der junge Filmemacher Davis kehrt mit seiner amerikanischen Freundin Pia in sein verschlafenes schottisches Heimatdorf zurück, um dort eine Naturdokumentation zu drehen und seine Mutter Janet zu besuchen. Im örtlichen Pub erfährt Pia von einer düsteren Geschichte: In den 1990er-Jahren entführte und tötete der Einheimische Iain Adair mehrere Menschen und brachte die Gegend um ihren Tourismus.
Fasziniert vom Stoff überzeugt Pia Davis, statt der Naturdoku lieber einen True-Crime-Film über den Fall zu drehen. Bei ihren Recherchen stoßen die beiden auf Ungereimtheiten – und schließlich auf alte Videobänder, die belegen, dass Iain Adair nicht allein handelte.
Der Twist: Die eigentlichen Drahtzieher waren Davis' verstorbener Vater Kenneth, ein früherer Polizist, und dessen Frau Janet. Um seine Spuren zu verwischen, erschoss Kenneth damals Adair und dessen Eltern und schob ihm sämtliche Taten zu. Als Pia die Wahrheit auf den Bändern entdeckt, wird sie von Janet verfolgt, stürzt und ertrinkt. Janet nimmt sich später das Leben und hinterlässt ihrem Sohn die belastenden Aufnahmen und ein Geständnis.
Aus dem Material entsteht die preisgekrönte Dokumentation "Loch Henry: Truth Will Out". Im Epilog gewinnt Davis dafür einen BAFTA – doch der Erfolg fühlt sich hohl an: Er hat Pia, den Ruf seiner Familie und seinen Seelenfrieden verloren. Die Folge seziert bissig die Faszination des True-Crime-Genres und den Preis, den das Ausschlachten echter Tragödien fordert.
In einer alternativen Version des Jahres 1969 sind David Ross und Cliff Stanfield zwei Astronauten auf einer sechsjährigen Weltraummission. Damit sie den Kontakt zur Erde nicht verlieren, können beide über eine Fernverbindung mechanische Replikate ihrer selbst steuern, die bei ihren Familien zu Hause leben.
Die Idylle zerbricht, als eine sektenartige Gruppe unter dem Anführer Kappa in Davids Haus eindringt, seine Familie ermordet und sein Replikat zerstört. Die Täter brandmarken die künstlichen Körper als "Abscheulichkeit" und stellen sich anschließend selbst. David bleibt allein im All zurück – ohne Körper auf der Erde, tief in Depression und Verzweiflung.
Aus Mitgefühl überlässt Cliff dem Kollegen zeitweise sein eigenes Replikat, damit David wenigstens für Stunden Erde, Natur und Malerei erleben kann. Doch David verliebt sich in Cliffs Frau Lana und versucht, ihr näherzukommen. Als Cliff das unterbindet und behauptet, Lana finde David abstoßend, eskaliert der Konflikt zwischen den beiden Männern.
David lockt Cliff mit einer vorgetäuschten Störung ins Innere des Raumschiffs, übernimmt in dessen Abwesenheit Cliffs Replikat und ermordet auch dessen Familie. Cliff kehrt zurück, findet die Leichen und ist an Bord nur noch von Trauer erfüllt. In der Schlussszene rückt David dem gebrochenen Cliff wortlos einen Stuhl zurecht: Für den Rest der Mission sind beide aneinander gefesselt, verbunden allein durch ihren Verlust – eines der düstersten Enden der Serie.
Die sechste Staffel von Black Mirror verlässt mit „Mazey Day" das klassische Technik-Szenario und erzählt eine im Jahr 2006 angesiedelte Geschichte über die Auswüchse des Paparazzi-Betriebs. Im Zentrum steht die Fotografin Bo, die mit heimlich geschossenen Bildern ihren Lebensunterhalt verdient. Als ein von ihr abgelichteter Prominenter sich nach der Veröffentlichung kompromittierender Aufnahmen das Leben nimmt, will Bo aus dem Geschäft aussteigen.
Parallel gerät die junge Schauspielerin Mazey Day in die Schlagzeilen: Während eines Filmdrehs in Tschechien verursacht sie unter dem Einfluss von Wein und halluzinogenen Pilzen einen Unfall mit Fahrerflucht und verschwindet danach spurlos. Für das erste Foto der Untergetauchten wird eine Belohnung von 30.000 Dollar ausgelobt. Von Geldsorgen getrieben nimmt Bo die Jagd doch wieder auf und spürt Mazey über einen Hinweis aus einem Magazin-Interview in der Villa eines Filmproduzenten auf.
Nachdem Mazey in der Nacht das Wohnzimmer verwüstet, lässt ein Arzt sie über das Wochenende in eine abgelegene New-Age-Klinik bringen. Bo folgt dem Wagen, wird jedoch ausgebremst und ruft ihren Kollegen Hector zu Hilfe. Ohne es zu wissen, führen die beiden den skrupellosen Whitty und dessen Kompagnon Duke über einen Peilsender direkt zum Gelände.
Die vier Paparazzi dringen in die Anlage ein und finden Mazey angekettet in einer Hütte vor. Als Bo ihre Fesseln löst, warnt Mazey die Eindringlinge eindringlich, zu verschwinden. Beim Aufgehen des Vollmonds verwandelt sie sich in einen Werwolf — das ist die Erklärung für ihr Verschwinden: Bei dem Unfall hatte sie einen Werwolf angefahren, der sie daraufhin gebissen hatte.
Die Kreatur tötet Whitty und Duke, während Bo und Hector zu fliehen versuchen. Sie erreichen ein Diner und bitten einen Polizisten um Hilfe, doch der Werwolf holt sie ein und tötet oder verletzt alle bis auf Bo. Mit der Dienstwaffe des Beamten kann Bo das Wesen schließlich niederstrecken. Der sterbende Hector reicht ihr seine Kamera. Die schwer verletzte, wieder menschliche Mazey fleht Bo an, sie zu erlösen. Bo gibt ihr die Waffe — und als Mazey sie sich an den Kopf setzt, hebt Bo die Kamera, um im entscheidenden Moment abzudrücken. Ein Schuss fällt.
Mit „Dämon 79" schließt Black Mirror seine sechste Staffel ab — und weicht mit einer als „Red Mirror" untertitelten Horror-Groteske vom gewohnten Technik-Fokus ab. Schauplatz ist eine englische Kleinstadt im Jahr 1979. Die schüchterne Kaufhaus-Verkäuferin Nida wird von Kolleginnen und Kundschaft ausgegrenzt und mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert.
Im Lager stößt Nida auf einen alten Talisman. Als ein Tropfen ihres Blutes ihn berührt, beschwört sie unabsichtlich den Dämon Gaap, der ihr in der Gestalt des Disco-Stars Bobby Farrell erscheint. Gaap stellt Nida vor eine grausame Aufgabe: Sie muss innerhalb von drei Tagen drei Menschen töten. Gelingt ihr das nicht, geht die Welt in einer nuklearen Katastrophe unter.
Nida ringt mit dem moralischen Dilemma und will nur Menschen töten, die sie für „böse" hält. Ihr erstes Opfer ist ein Mann, den Gaap ihr in einer Vision als Missbrauchstäter zeigt; dessen Bruder überrascht sie und stirbt ebenfalls. Doch der Dämon erfährt über eine bürokratische „Hotline" der Unterwelt, dass einer der Tode nicht zählt, weil der Getötete selbst ein Mörder war. Eine Tötung bleibt also offen.
Als letztes Ziel wählt Nida den rechtsradikalen Nachwuchspolitiker Michael Smart, dessen Hetze künftig Tod und Leid über das Land bringen soll — obwohl Gaap sie ausdrücklich vor dieser Wahl warnt.
Nida drängt Smarts Wagen von der Straße, wird aber vor dem tödlichen Schlag von der Polizei festgenommen. Die dritte Tötung bleibt damit aus, und Gaaps düstere Prophezeiung erfüllt sich: Atomraketen schlagen ein, die Stadt versinkt in Flammen. Weil Nida gescheitert ist, verliert auch Gaap seinen Aufstieg zum vollwertigen Dämon und soll ins ewige Nichts verbannt werden. Im Kleingedruckten findet er jedoch eine Lücke — Begleitung ist nicht verboten. Während draußen die Welt untergeht, gehen die beiden Hand in Hand und lächelnd gemeinsam in die ewige Leere.