Sherlock Holmes 3: Das Drehbuch ist fertig – woran der Film jetzt noch hängt
Robert Downey Jr. und Jude Law sollen zurückkehren, ein vollständiges Drehbuch liegt vor – trotzdem gibt es keinen Drehtermin. Der Stand zu Sherlock Holmes 3 im September 2026 und die Frage, wer entscheidet.
Seit 15 Jahren warten Fans auf „Sherlock Holmes 3”. Der Stand im September 2026 ist so weit wie nie – und trotzdem ohne Termin: Ein vollständiges Drehbuch liegt vor, Robert Downey Jr. und Jude Law sollen zurückkehren, gedreht wird nicht. Der Grund ist banal und hartnäckig zugleich: Downeys Kalender.
Downey selbst hat im Mai 2026 gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press durchblicken lassen, dass die Entscheidung gar nicht bei ihm liegt: „Ich weiß es nicht. Die Leute reden darüber. Sie ist die Produzentin und wird das letzte Wort haben. Es ist das größte Mysterium.” Gemeint ist seine Frau Susan Downey.
Das Drehbuch ist fertig – der Kalender nicht
Die konkreteste Auskunft kam im Juli 2026 vom Drehbuchautor selbst. Chris Brancato, der als Autor von „Sherlock Holmes 3” geführt wird, bestätigte in einem Interview mit The Direct, dass er einen vollständigen Entwurf geschrieben hat. Auf die Frage, ob der Film denn komme, antwortete er: „Ich weiß es nicht, das liegt bei den Filmgöttern. Und an Roberts Terminplan. Robert hat einen sehr, sehr vollen Kalender.” Sein Mitautor Michael Panes ergänzte knapp, der Entwurf sei „sehr gut”.
Damit ist die entscheidende Hürde benannt. Downey ist als Doctor Doom in „Avengers: Doomsday” gebunden, der am 16. Dezember 2026 in die deutschen Kinos kommt, und danach in „Avengers: Secret Wars”. Ein Detektiv-Dreh in London passt dazwischen nur, wenn Warner Bros. sich auf ein enges Fenster festlegt – und genau das ist bislang nicht passiert.
Wer führt Regie? Die Frage ist wieder offen
Lange galt sie als geklärt. Nach dem Ausstieg von Guy Ritchie, der die ersten beiden Filme inszeniert hatte, meldete Variety 2019, dass Dexter Fletcher übernehmen werde – der Regisseur von „Bohemian Rhapsody” und „Rocketman”. Fletcher bestätigte 2024, er habe vor der Corona-Pandemie eine Zeit lang mit Downey am Projekt gearbeitet.
Seit Mai 2026 ist die Sache weniger eindeutig. Ritchie sagte in einem Interview, er würde einen dritten Teil sofort machen: „Ich würde liebend gern. Ich verehre Downey, und ich habe es geliebt, diese beiden Filme zu machen. Ehrlich gesagt ist es nur eine Frage, unsere Terminkalender in Einklang zu bringen.” Ob Fletcher noch an Bord ist oder Ritchie zurückkehrt, hat bislang niemand offiziell gesagt.
Der Plan: Holmes ermittelt in Amerika
Inhaltlich deutet alles auf einen Bruch mit dem Bekannten hin. Die ausführende Produzentin Susan Downey sagte bereits 2025, der dritte Teil werde eine „etwas andere Richtung” einschlagen – und der Film könne „in Amerika angesiedelt” sein statt im London des 19. Jahrhunderts. „Ich liebe diese Idee. Ich würde es einfach liebend gern tun. Es ist nur schwierig. Es ist eine Weile her, die Messlatte liegt wirklich hoch, oder zumindest hat Robert sie sehr hoch gelegt.”
Das wäre tatsächlich ein historischer Schritt. In keiner der Originalgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle löst der Meisterdetektiv offiziell einen Fall auf amerikanischem Boden. Unter Fans halten sich seit jeher Theorien, Holmes sei in der Lücke zwischen den Romanen nach Amerika gereist – im Kanon steht davon nichts.
Bestätigt ist der Schauplatzwechsel allerdings nicht. Susan Downey sprach über eine Idee, nicht über ein festgelegtes Drehbuch – und ob Brancatos fertiger Entwurf diese Idee überhaupt aufgreift, hat bisher niemand gesagt.
Was gesichert ist – und was nicht
Gesichert ist die Vorgeschichte: In Entwicklung ist ein dritter Teil seit kurz nach „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten” von 2011. Offiziell angekündigt hat Warner Bros. den Film im Mai 2018, damals für Weihnachten 2020, dann verschoben auf den 22. Dezember 2021. Beide Termine verstrichen. Ein Drehstart Ende 2022 wurde gemeldet und fand nicht statt.
Gesichert ist auch, dass die Beteiligten unterschiedlich zuversichtlich klingen. Jude Law sagte 2024, der Plan entwickle sich seit fast zehn Jahren weiter, es gebe aber „einen großen Willen, ihn zu machen”. Jared Harris, im zweiten Film Professor Moriarty, sagte dagegen im Juli 2025 gegenüber The Direct, er habe „keine Ahnung”, niemand spreche mit ihm darüber, und die Leute sollten aufhören zu fragen.
Nicht gesichert ist alles Übrige: Es gibt keinen Drehstart, keinen Kinostart und keine offizielle Bestätigung, dass der Film finanziert und grün beleuchtet ist. Was es gibt, ist ein fertiges Drehbuch und zwei Hauptdarsteller, die wollen. Das ist mehr als in den zehn Jahren davor – und immer noch kein Film.
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