The Ministry of Time: Ciarán Hinds und Hong Chau verstärken die Zeitreise-Serie
Die BBC und A24 haben zehn weitere Rollen für ihre Zeitreise-Serie besetzt. Ciarán Hinds spielt den Vater der Hauptfigur, die seine Tochter Aoife Hinds verkörpert. Hong Chau übernimmt eine Führungsrolle im Ministerium. Gedreht wird in London.
Die BBC und A24 haben das Ensemble ihrer Zeitreise-Serie „The Ministry of Time” deutlich vergrößert. Zehn weitere Darsteller sind bestätigt, darunter Oscar-Nominierter Ciarán Hinds, Hong Chau aus „The Whale” und BAFTA-Gewinner Adeel Akhtar. Wie Deadline meldet, wird derzeit in und um London gedreht.
Damit ist die Lücke geschlossen, die der Sender im August offen gelassen hatte: Bei der Bekanntgabe der beiden Hauptrollen hieß es lediglich, weitere Namen folgten später. Die sechs Folgen entstehen bei A24 für BBC One und den iPlayer, das ZDF ist als Koproduzent beteiligt.
Ein Vater spielt den Vater seiner Tochter
Die auffälligste Besetzung ist auch die persönlichste. Aoife Hinds spielt die Hauptfigur Sophy – und ihren Vater Peter übernimmt nun Ciarán Hinds, ihr Vater auch im richtigen Leben. Der Nordire war für seine Rolle in „Belfast” für den Oscar nominiert und ist Genre-Zuschauern als Mance Rayder aus „Game of Thrones” und als Steppenwolf aus dem DC-Universum ein Begriff. Sophys Mutter Channary spielt Hélène Patarot.
Adeel Akhtar, ausgezeichnet mit dem BAFTA für „Murdered by My Father” und zuletzt in der Sky-Serie Sherwood zu sehen, wird Quentin Ackerly – der Mann, der Sophy im Ministerium führt und überwacht. Hong Chau, Oscar-nominiert für „The Whale” und Genre-Publikum aus „Downsizing” und „Watchmen” vertraut, spielt Adela, die Vize-Sekretärin für Expatriierung. Damit sind die beiden Ebenen besetzt, an denen sich die Serie entscheidet: die Aufsicht über Sophy und die Leitung des Apparats über ihr.
Die Expats aus anderen Jahrhunderten
Die übrigen Zugänge verteilen sich auf beide Seiten des Ministeriums. Tamara Lawrance spielt Simellia, die wie Sophy als sogenannte Brücke arbeitet und einem Menschen aus der Vergangenheit die Gegenwart erklären soll. Emily Fairn übernimmt Margaret Kemble, eine der Expatriierten an der Seite von Commander Gore, Josh Finan ist Captain Arthur Reginald-Smyth und Aisling Loftus spielt Anne Spencer.
Zwei Rollen bleiben bewusst vage umrissen: Tawfeek Barhom spielt eine Figur, die nur als der Brigadier geführt wird, Nahuel Pérez Biscayart einen Salese. Beide Namen tauchen in der offiziellen Beschreibung ohne weitere Erklärung auf – ein Hinweis darauf, dass die Serie die Ministeriums-Verschwörung aus der Vorlage erhalten will.
Zwei Hauptrollen, ein ungleiches Paar
Aoife Hinds dürfte dir aus „Dune: Prophecy” ein Begriff sein, wo sie an der Seite von Emily Watson stand; davor spielte sie in der BBC-Adaption von Sally Rooneys Normal People. In der neuen Serie ist sie Sophy, eine Beamtin im britischen Staatsdienst, die eine hart erkämpfte Beförderung bekommt – und erst danach erfährt, worin ihr neuer Job wirklich besteht.
Billy Howle (The Perfect Couple, Under the Banner of Heaven) spielt Commander Graham Gore. Die Figur hat es wirklich gegeben: Gore gehörte zur Besatzung der Franklin-Expedition, die 1845 auf der Suche nach der Nordwestpassage verschwand – derselbe historische Stoff, aus dem schon andere Genre-Serien ihren Horror bezogen haben.
Worum es in der Serie geht
Das titelgebende Ministerium ist eine frisch gegründete Regierungsbehörde, die Menschen aus verschiedenen Epochen einsammelt – im Serienjargon Expats – um an ihnen zu testen, ob Zeitreisen überhaupt praktikabel sind. Sophys Aufgabe ist es, Gore an die Gegenwart zu gewöhnen: ein Mann aus dem 19. Jahrhundert, der lernen muss, was ein Smartphone ist und warum niemand mehr Segelschiffe braucht.
Aus der beruflichen Nähe wird eine verbotene Romanze, während beiden klar wird, dass das Ministerium etwas anderes vorhat als reine Forschung. BBC-Dramachefin Lindsay Salt beschreibt die Serie als bewusst genresprengend – Science-Fiction, Spionagethriller und Liebesgeschichte in einem. Genau diese Mischung hat die Buchvorlage zum Überraschungserfolg gemacht.
Die Vorlage gibt es auch auf Deutsch
Grundlage ist der Debütroman von Kaliane Bradley, der 2024 erschien und es auf die internationalen Bestsellerlisten schaffte. Auf Deutsch liegt das Buch seit April 2025 unter dem Titel Das Ministerium der Zeit bei Penguin vor, übersetzt von Sophie Zeitz. Wenn du dich vor dem Serienstart einlesen willst, musst du also nicht auf das Original ausweichen.
Adaptiert hat den Stoff Alice Birch, die schon Normal People und Dead Ringers fürs Fernsehen geschrieben hat und hier zugleich als Executive Producer fungiert. Die Regie der sechs Folgen verantwortet federführend Aneil Karia, bekannt von Top Boy; Produzentin ist Frances du Pille. A24 verantwortet die Produktion und hält die internationalen Vertriebsrechte.
Wann die Serie zu sehen ist
Einen Starttermin gibt es bislang nicht. Der Dreh läuft seit Kurzem in und um London, ein Ende ist nicht angekündigt – vor 2027 ist mit der Serie realistisch nicht zu rechnen. In Großbritannien landet sie bei BBC One und im iPlayer, alles andere regelt A24 über die internationale Auswertung.
Für den deutschen Markt ist die Ausgangslage besser als bei vielen BBC-Produktionen: Das ZDF ist als Koproduzent beteiligt, ebenso Amediateka, der australische Anbieter Binge und der kanadische Dienst Crave. Ein konkreter deutscher Termin steht damit zwar noch nicht fest, ein Sender für die Ausstrahlung hierzulande aber schon.
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