Der 13. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios feierte am 28. Juli 1951 Weltpremiere. In Deutschland lief er ab dem 17. Dezember 1952, in Österreich ab dem 4. Dezember 1953. Grundlage sind beide Carroll-Bücher, die FSK gab den Film ohne Altersbeschränkung frei.
Handlung
Alice langweilt sich beim Vorlesen und folgt einem weissen, sprechenden Kaninchen mit Taschenuhr in dessen Bau. Unten wartet eine Welt, die sich an keine Regel hält.
Sie begegnet einem sprechenden Türknauf, den Zwillingen Diedeldei und Diedeldum, der Grinsekatze und einer Wasserpfeife rauchenden Raupe, bevor sie auf der Teeparty des Märzhasen und des verrückten Hutmachers landet. Am Ende führt die Grinsekatze sie zur jähzornigen Herzkönigin.
Produktionsgeschichte
Walt Disney war schon früh von dem Stoff fasziniert und hatte mit den „Alice Comedies” bereits eine Kurzfilmreihe dazu gedreht. Bis zur Entscheidung für einen reinen Zeichentrickfilm brauchte es drei Anläufe: Zunächst war ein Mischfilm geplant, 1933 war Mary Pickford für die Rolle im Gespräch, 1945 wurde Ginger Rogers offiziell angekündigt, und 1946 sollte der Film ein Vehikel für Luana Patten werden.
Auch der Look war lange offen. Ursprünglich sollten John Tenniels Originalillustrationen animiert werden, was sich in der Vorproduktion als nicht umsetzbar erwies. Farb- und Konzeptdesign übernahm schliesslich Mary Blair. Zwischen 30 und 40 Songs wurden geschrieben, zwei Drittel davon abgelehnt – einige wanderten mit neuen Texten in andere Filme, etwa „Pan”. Animator Ward Kimball berichtete später von einem Wettstreit unter den Regisseuren, wer die verrückteste Szene beisteuert; das sei auf Kosten der Gesamtqualität gegangen.
Rezeption
Bei der Uraufführung war der Film ein kommerzieller Misserfolg, und Walt Disney selbst soll ihn verschmäht haben. Eine Anerkennung gab es trotzdem: Oliver Wallace wurde 1952 für den Oscar für die beste Filmmusik nominiert. Das Lexikon des internationalen Films zählte den Film lange zu den unterschätzten Langfilmen des Studios und hob sein Farbenfeuerwerk hervor – als Höhepunkte gelten dort die verrückte Teeparty und das Ballett der Spielkarten.
Einordnung
Dieser Film gehört nicht zur Alice-Reihe von Tim Burton. Der Realfilm von 2010 ist keine Neuverfilmung des Zeichentrickfilms, sondern spielt Jahre nach dessen Handlung – Alice ist dort eine junge Frau, die in eine bereits bekannte Welt zurückkehrt. Wer die klassische Fassung sucht, ist hier richtig.
Alice folgt einem weissen Kaninchen mit Taschenuhr in dessen Bau und gerät in eine Welt voller absurder Figuren: Türknauf, Grinsekatze, Raupe, Märzhase und Hutmacher. Am Ende steht die Begegnung mit der jähzornigen Herzkönigin.
Bei der Uraufführung 1951 nicht. Der Film floppte kommerziell, Walt Disney selbst soll wenig von ihm gehalten haben. Später wurde er als einer der unterschätzten Langfilme des Studios neu bewertet, und Oliver Wallace war 1952 für den Musik-Oscar nominiert.
Nein. Burtons Realfilm von 2010 erzählt den Trickfilm nicht nach, sondern spielt Jahre nach dessen Handlung. Die beiden Filme gehören nicht zur selben Reihe.
Auf beiden Alice-Büchern von Lewis Carroll. Motive aus beiden Vorlagen sind zu einer Geschichte zusammengefasst.