Meine traurigen Toten: Stephen King feiert Pablo Larraíns Horror-Miniserie – ab heute bei Netflix
Seit heute bei Netflix: die vierteilige Horror-Miniserie „Meine traurigen Toten“ von Pablo Larraín nach Mariana Enríquez. Stephen King hat sie vorab empfohlen – und kennt den Regisseur gut.
Seit heute steht „Meine traurigen Toten” bei Netflix – eine vierteilige Horror-Miniserie aus Argentinien, inszeniert vom chilenischen Regisseur Pablo Larraín. Alle vier Folgen sind zum Start weltweit abrufbar, auch in Deutschland. Im Original heißt die Serie „Mis muertos tristes”, international läuft sie als „My Sad Dead”.
Aufmerksamkeit bekam die Serie schon vor dem Start von prominenter Seite: Stephen King hat sie vergangene Woche auf X empfohlen – mit einem Satz, der die Prämisse besser zusammenfasst als jede Inhaltsangabe. Dahinter steckt eine Verbindung, die älter ist als dieses Projekt.
Worum es in Meine traurigen Toten geht
Im Mittelpunkt steht Ema, eine pensionierte Ärztin, die die Toten sehen und hören kann. Gespielt wird sie von Mercedes Morán. Die Gabe hat Ema zur Einzelgängerin gemacht, nach dem Tod ihrer Mutter lebt sie zurückgezogen. Dann taucht ihre Nichte Julie auf, gespielt von Dolores Fonzi – und die teilt dieselbe Fähigkeit, geht damit aber ganz anders um als ihre Tante.
Als in einem armen Viertel der Stadt Morde geschehen, verschiebt sich das Gleichgewicht: Die Toten verlangen immer lauter nach Aufmerksamkeit, und Emas Trauma holt sie ein. Die Serie erzählt dabei weniger eine klassische Geistergeschichte als eine über Trauer, Schuld und soziales Elend – die Toten stehen für das, was die Lebenden verdrängt haben. Neben Morán und Fonzi spielen unter anderem Alejandra Flechner, Carolina Álvarez und Carlos Portaluppi.
Was Stephen King dazu schreibt
King hat die Serie am 18. September auf X angekündigt und dabei gleich weitergesponnen: Was wäre, wenn jemand, der die Toten hören und manchmal sehen kann, in die Trinkwasserversorgung einer Stadt fiele und sich dort zersetzte – und danach jeder, der das Wasser trinkt, dieselbe Gabe hätte? Dazu nennt er Titel, Anbieter und Starttermin und schließt mit dem Satz, sein alter Freund Pablo Larraín habe Regie geführt.
Das ist mehr als eine Gefälligkeit unter Kollegen. King empfiehlt auf X regelmäßig Filme und Serien, die ihm gefallen, und seine Hinweise werden weit geteilt. Für eine spanischsprachige Miniserie, die außerhalb Lateinamerikas kaum Vorlauf hatte, ist eine solche Empfehlung vor dem Start ein spürbarer Schub.
Larraín und King: eine alte Verbindung
Die beiden kennen sich aus „Lisey's Story”. Für die Apple-Serie von 2021 hat King seinen eigenen Roman als Drehbuch adaptiert, Larraín hat alle acht Folgen inszeniert. Was er dort gelernt hat, hat Larraín am Rande des Filmfestivals von San Sebastián im Gespräch mit The Playlist erzählt: King habe ihm eingeschärft, wer nicht glaube, dass das, was er dreht, wirklich passiert, sei für diese Art Geschichte nicht geeignet.
Für Larraín war das der Weg zu seinem neuen Projekt. Wenn Stephen King der König dieser Art von Geschichten sei, so Larraín, dann sei Mariana Enríquez die Königin. Mit dem Horror hatte der Regisseur schon vorher geflirtet: Für Netflix drehte er 2023 „El Conde”, eine schwarze Satire, in der Chiles Ex-Diktator Augusto Pinochet als Vampir weiterlebt. Bekannter ist er für Filmbiografien wie „Jackie”, „Spencer” und „Maria”.
Die Vorlage von Mariana Enríquez
Mariana Enríquez gilt als eine der wichtigsten Stimmen der lateinamerikanischen Horrorliteratur. Die Argentinierin verbindet übernatürlichen Schrecken mit der Geschichte und der sozialen Wirklichkeit ihres Landes, ihre Erzählungen spielen oft in den verarmten Rändern von Buenos Aires. Die Serie basiert vor allem auf ihrer Kurzgeschichte „Mis muertos tristes” und greift Motive aus weiteren Erzählungen auf, darunter „Julie”.
Enríquez hat am Drehbuch selbst mitgeschrieben, gemeinsam mit Larraín, Guillermo Calderón und Anastasia Ayazi. Produziert haben Juan de Dios Larraín und Pablo Larraín mit ihrer Firma Fabula. Einen ersten Eindruck gibt der offizielle Trailer in der Originalfassung:
Wer nach „Lisey's Story” oder den Horror-Adaptionen der letzten Jahre auf der Suche nach etwas Ungewöhnlichem ist, bekommt hier eine kompakte Alternative: Mit vier Folgen ist „Meine traurigen Toten” an einem Abend durchzuschauen. Als Miniserie ist die Geschichte in sich abgeschlossen.
Bildquelle: Netflix.
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