Die dritte Folge der Pixar-Miniserie erzählt denselben Softball-Tag aus der Sicht von Rochelle Rodriguez. Die 13-Jährige wirkt, als hätte sie alles im Griff: Sie ist Star-Catcherin ihres Teams, hat gute Noten und jobbt nebenbei am Snack-Stand. Als ältestes Kind einer alleinerziehenden Mutter musste sie früh erwachsen werden – und weil das Geld knapp ist, spart sie hart, um die Vereinsgebühren für die nächste Saison zahlen zu können.
Um schneller an Geld zu kommen, beginnt Rochelle, gegen Bezahlung die Hausaufgaben ihrer Mitschüler zu erledigen. Was klein anfängt, wächst sich zu einem regelrechten Geschäft aus: Bald arbeitet sie von der Schultoilette aus und hilft sogar Oberstufenschülern. Ihr innerer Druck und ihre wachsende Scham manifestieren sich darin, dass ihre Welt buchstäblich zu bröckeln und zu zerfallen beginnt.
Verzweifelt auf der Suche nach Geld will Rochelle schließlich die neuen himbeerfarbenen Sneaker, die ihre Mutter ihr geschenkt hat, an einen Fremden aus dem Internet verkaufen. Beim vereinbarten Treffen taucht ein unheimliches Hühner-Maskottchen auf – eine augenzwinkernde Hommage an klassische Horrorfilme.
Hinter dem Hühnerkostüm und seinen Komplizen Brian Dyson und Rinna steckt jedoch ein Plan: Sie wollen gar nicht die Schuhe, sondern Rochelles Schlüssel zum Snack-Stand, um Geld zu stehlen. Rochelle weigert sich und bringt die Jugendlichen geschickt gegeneinander auf. Auf der Flucht vor ihren Verfolgern, die sie im Auto jagen, gerät ihre Welt endgültig aus den Fugen. An einer Tankstelle findet sie ein altes Münztelefon, an dem Odo ihr Kleingeld für einen Anruf gibt. Der Titel Raspberry spielt zugleich auf den Softball-Slang für eine Schürfwunde an – am Ende blutet Rochelles aufgeschundenes Knie.