News

Paramount übernimmt Warner Bros.: Die Chronik der Mega-Fusion

Vom ersten Gebot über den Bieterkampf mit Netflix und die Kartellklage bis zum Abschluss am 6. Oktober 2026: Alle Stationen der Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount im Überblick.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · 22.09.2026 ·Aktualisiert 07.10.2026 ·2 Min. Lesezeit
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Paramount übernimmt Warner Bros.: Die Chronik der Mega-Fusion
KI

Superman, Batman, Harry Potter, Game of Thrones und Star Trek unter einem Dach: Paramount Skydance hat Warner Bros. Discovery für rund 110 Milliarden Dollar übernommen. Der Weg dorthin dauerte mehr als ein Jahr – mit einem Bieterkampf gegen Netflix, einem feindlichen Übernahmeangebot, einer Kartellklage von zwölf US-Bundesstaaten und einem Gericht, das den Deal im Sommer vorläufig stoppte. Hier findest du alle wichtigen Stationen der Fusion, von den ersten Berichten bis zum Abschluss.

Der Stand am 6. Oktober 2026

Die Fusion ist vollzogen: Am 6. Oktober 2026 hat Paramount die Übernahme abgeschlossen. Der Konzern heißt jetzt schlicht Skydance und wird an der New York Stock Exchange gehandelt; Paramount und Warner Bros. bleiben als Studiomarken bestehen. Den Weg frei gemacht hatte Richterin Araceli Martínez-Olguín, die am 30. September den Vergleich mit den zwölf klagenden Bundesstaaten billigte. An der Spitze stehen David Ellison und Co-CEO Ynon Kreiz, HBO-Chef Casey Bloys verantwortet das Streaming, die Filmgruppe leiten Dana Goldberg und Josh Greenstein. Die Warner-Filmchefs Michael De Luca und Pamela Abdy sind gegangen, David Zaslav hat das Unternehmen mit dem Abschluss verlassen. Was mit dem Abschluss feststeht, haben wir hier zusammengefasst.

Was die Fusion für DC, HBO und Star Trek bedeutet

Mit der Übernahme wandern DC Studios, HBO und das Harry-Potter-Universum zu dem Konzern, dem bereits Star Trek, Transformers und Mission: Impossible gehören. Welche Franchises das neue Studio prägen, haben wir kurz nach der Einigung aufgeschlüsselt. James Gunn hat im August klargestellt, dass die Fusion kein DCU-Projekt auf Eis legt; zugleich hat DC zwei Serien gestrichen und setzt stärker aufs Kino. Gunn und Peter Safran bleiben als Co-Chairmen an der Spitze von DC Studios. Mit dem Vergleich verpflichtet sich der Konzern außerdem, jedes Jahr mindestens 30 Filme ins Kino zu bringen.

Live Zuletzt aktualisiert · 42 Einträge
  1. Pressekonferenz und Memo: Zwei Studios, zwei Gelände – DC Studios bleibt eigenes Label

    Am Abend des ersten Tages haben David Ellison und Ynon Kreiz auf dem Paramount-Gelände vor der Presse erklärt, wie der neue Konzern arbeiten soll. Paramount und Warner Bros. bleiben kreativ eigenständig, „jedes Studio bekommt seine eigene Slate”, sagte Kreiz laut TheWrap; abgestimmt werden vor allem die Starttermine. Beide Studiogelände bleiben erhalten, eines davon soll künftig den Film beherbergen, das andere Fernsehen und Streaming, wie Ellison laut Deadline ankündigte. HBO Max und Paramount+ will der Konzern zusammenlegen, vorerst laufen beide Dienste aber getrennt weiter, sagte Ellison laut The Hollywood Reporter.

    In einem Memo an die Belegschaft legen die Filmchefs Dana Goldberg und Josh Greenstein nach: Warner Bros. Pictures und Paramount Pictures bringen ihre Filme weiter unter eigenem Logo heraus, und DC Studios, New Line und Paramount Primal bleiben eigene Labels mit eigenem Auftrag, wie Variety berichtet. Marketing und Verleih aller Filmlabels verantwortet künftig Josh Goldstine. In den Aufsichtsrat ziehen Laurene Powell Jobs und der frühere Activision-Chef Bobby Kotick ein, der frühere britische Premier Tony Blair wird Berater.

  2. Tag eins: Memo kündigt Stellenabbau an, Fitch stuft Skydance herab

    Am ersten Tag des neuen Konzerns haben David Ellison und Co-CEO Ynon Kreiz die Belegschaft in einem Memo mit dem Betreff „Day 1” auf Einschnitte vorbereitet. „Die Integration zweier Unternehmen wird Veränderungen mit sich bringen, darunter schwierige Entscheidungen, die unsere Belegschaft betreffen”, heißt es darin laut Variety. Wie viele Stellen wegfallen, sagt Skydance nicht; angepeilt sind mehr als sechs Milliarden Dollar an jährlichen Einsparungen binnen drei Jahren. Für die Zuschauer kündigt Skydance in seiner Mitteilung zum Abschluss außerdem an, dass die Streaming-Angebote „mit der Zeit zu einem einzigen Dienst verschmelzen” – betroffen sind HBO Max und Paramount+.

    Auch die Finanzseite meldete sich noch am selben Tag: Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität von Paramount und Warner Bros. Discovery von BB+ auf BB herabgestuft, wie TheWrap berichtet. Fitch begründet das mit der deutlich höheren Verschuldung und erheblichen Risiken bei der Zusammenführung. Gleichzeitig schießt der Finanzinvestor RedBird Capital nach Informationen von The Hollywood Reporter weitere vier Milliarden Dollar Eigenkapital zu und bindet damit insgesamt sechs Milliarden Dollar im neuen Konzern.

  3. Vollzug: Paramount und Warner Bros. sind jetzt Skydance

    Seit Dienstag, dem 6. Oktober 2026, ist die Übernahme vollzogen. Paramount hat den Kauf von Warner Bros. Discovery für rund 110 Milliarden Dollar abgeschlossen, der fusionierte Konzern heißt Skydance. „Heute ist ein historischer Tag, nicht nur für Skydance, sondern für unsere ganze Branche”, erklärte David Ellison laut The Hollywood Reporter. Die Aktie wird ab sofort an der New York Stock Exchange gehandelt, die Papiere von Paramount und Warner Bros. Discovery an der Nasdaq sind eingestellt, wie Deadline berichtet. Auf dem Warner-Gelände stand zunächst eine Mitarbeiterversammlung an, danach ein Termin mit der Presse.

    Grünes Licht hatte der Deal von Behörden in 68 Rechtsräumen bekommen, darunter das US-Justizministerium, die FCC, die EU-Kommission und die britische CMA. Aus dem Vergleich mit den Bundesstaaten bleiben dem Konzern fünf Jahre lang Auflagen: mindestens 30 Kinofilme im Jahr, 1,5 Milliarden Dollar für US-Produktionen und der Weiterbetrieb beider Studiogelände. Für jeden fehlenden Kinofilm drohen laut TheWrap 30 Millionen Dollar Strafe, im äußersten Fall der Verkauf des Miramax-Anteils. Alles zum Abschluss lest ihr in unserer Meldung.

  4. Clockwork zieht mit, das Auslandsgeschäft wird neu sortiert

    Am Morgen des Abschlusses sind weitere Personalien bekannt geworden. Das junge Warner-Label Clockwork, das Christian Parkes erst im Dezember gestartet hatte und das dem Studio etwas vom Profil von A24 verschaffen sollte, wechselt laut einem Exklusivbericht von Deadline in den neuen Konzern. Nach denselben Informationen bleiben auch alle übrigen Label-Chefs von Warner Bros. im Amt – darunter James Gunn und Peter Safran bei DC Studios und Richard Brener bei New Line. Clockworks erste Kinoauswertung in den USA ist am 16. Oktober eine 4K-Restaurierung von Ken Russells „Die Teufel” aus dem Jahr 1971.

    Offen ist dagegen das Auslandsgeschäft. Warner-Auslandschef Gerhard Zeiler, früher Chef der RTL Group, will in die österreichische Politik und sich um den Vorsitz der SPÖ bewerben: „Ich glaube, ich bin die richtige Person, um die Partei aus diesem historischen Tief zu führen”, zitiert ihn Deadline. Als Favorit für seine Rolle galt Paramounts Auslandschef Kevin MacLellan – doch laut Variety wird er sie nicht übernehmen, weil David Ellison und Ynon Kreiz das internationale Geschäft komplett neu ordnen wollen. Gegen den Trend steigt mit JB Perrette einer der wenigen Warner-Manager auf: Der bisherige Streaming-Chef, unter dem HBO Max in mehr als 130 Märkte ging, soll laut Deadline nach dem Abschluss mit Ellison und Kreiz bei einer Pressekonferenz auf dem Paramount-Gelände auftreten.

  5. Zaslavs Abschiedsvideo, neuer Vertrag für Bloys – und ein letzter Eilantrag beim Supreme Court

    Am Vorabend des Abschlusses hat sich David Zaslav von der Belegschaft verabschiedet – nicht per Memo, sondern mit einem dreiminütigen Video, das Variety einsehen konnte. Darin sitzt der scheidende Warner-Chef allein in einem Regiestuhl in einer leeren Halle auf dem Studiogelände in Burbank, dazwischen laufen Szenen aus „Dune”, „Barbie”, „House of the Dragon” und Harry Potter. „Für mich war es eine große Ehre, an eurer Seite zu sein”, sagt Zaslav. Gut kam der Abschied nicht überall an: Ein Manager nannte die Botschaft gegenüber The Hollywood Reporter „so taktlos”. Zaslav erhält mit dem Abschluss mindestens 550 Millionen Dollar, auf dem Gelände rechnen viele mit Entlassungen.

    Für die Streaming-Sparte gibt es dagegen Kontinuität: HBO-Chef Casey Bloys, der als Co-Chair und Chief Content Officer künftig HBO Max und Paramount+ verantwortet, hat laut Variety einen neuen mehrjährigen Vertrag unterschrieben; sein alter wäre im kommenden Jahr ausgelaufen. Und noch ein letzter juristischer Versuch: Eine Gruppe von Paramount-Abonnenten hat beim Supreme Court beantragt, den Abschluss zu stoppen, wie The Hollywood Reporter berichtet. Die Kläger waren zuvor vor dem Bezirksgericht und dem Berufungsgericht gescheitert, der Antrag gilt als aussichtslos. Der Vollzug ist weiterhin für Dienstag, den 6. Oktober, angesetzt.

  6. Ellison stellt das Führungsteam vor – DC Studios steht neben der Filmgruppe

    Einen Tag vor dem Abschluss hat David Ellison die Führungsriege von Skydance vorgestellt. An der Spitze stehen er selbst als Chairman und CEO sowie Co-CEO Ynon Kreiz. Darunter sitzen im Business Leadership Team die Chefs der Sparten: Casey Bloys verantwortet als Co-Chair und Chief Content Officer das Streaming, George Cheeks das Fernsehen, JB Perrette das Geschäftliche von TV und Streaming. Die Skydance Motion Picture Group führen Dana Goldberg und Josh Greenstein. James Gunn und Peter Safran stehen als Co-Chairmen von DC Studios auf derselben Ebene, das Label ist damit nicht der Filmgruppe untergeordnet. Was das für das DCU heißt, haben wir hier zusammengefasst.

    Bei den Nachrichtensendern bleibt Mark Thompson Chairman und Chefredakteur von CNN Worldwide; Bari Weiss führt weiter CBS News. Thompson erklärte laut Variety, er habe „echtes Vertrauen”, dass die neuen Eigentümer die Unabhängigkeit von CNN unterstützen. Die vollständige Führungsmannschaft bis in die zweite Reihe will Skydance nach dem Abschluss am Dienstag veröffentlichen.

  7. „Andor“-Schöpfer Tony Gilroy: Die Fusion zerstört ein gesundes Geschäft

    Die schärfste Kritik an der Fusion kommt aus dem Star-Wars-Lager: „Andor”-Schöpfer Tony Gilroy hat bei der Weltpremiere seines neuen Films „Behemoth!” auf dem New York Film Festival vor den Folgen der Übernahme gewarnt. „Die Leute sagen, das Filmgeschäft sei in Schwierigkeiten”, sagte Gilroy am Freitagabend zu Variety. „Das Geschäft ist solide, und die Architektur, die es so gemacht hat, im Namen von Risikokapital zu zerstören, ist tragisch.” Gilroy fürchtet, dass mit dem Zusammenschluss gerade die Sorte Film verschwindet, mit der er selbst groß geworden ist: Das Musikerdrama mit Pedro Pascal kostete 36 Millionen Dollar und steht für das mittelgroße Erwachsenenkino, das Hollywood früher getragen hat.

    Weniger grundsätzlich, dafür persönlich fiel ein Seitenhieb auf die scheidenden Warner-Filmchefs aus. Michael Kurinsky, Regisseur des fertig gedrehten und 2022 aus Steuergründen eingelagerten Animationsfilms „Scoob! Holiday Haunt”, teilte auf Instagram einen Bericht über ein angespanntes Telefonat, das Michael De Luca und Pamela Abdy vor ihrem Abgang geführt hatten, und kommentierte: „Angespanntes Telefonat, Pam? Du meinst wie das, das ich bekam, als du mir gesagt hast, dass Scoob Holiday Haunt gestrichen ist? Tut weh, oder?”, berichtet TheWrap.

  8. Abschluss am Dienstag: Skydance wechselt an die NYSE – Ellison stellt die Führung vor

    Drei Tage vor dem Abschluss steht der Ablauf für den 6. Oktober fest. Wie Variety berichtet, wechselt die Aktie des fusionierten Konzerns mit dem Vollzug von der Nasdaq an die New York Stock Exchange, das Börsenkürzel ändert sich von PSKY zu SKYD. Am selben Tag will David Ellison die Belegschaft in einer Mitarbeiterversammlung informieren. Am Abend stellen er und Co-CEO Ynon Kreiz die neue Führungsriege in einer virtuellen Pressekonferenz vor, angesetzt für 19 Uhr Ostküstenzeit – in Deutschland ist es dann 1 Uhr in der Nacht zum 7. Oktober.

    Die Rechnung für die Übernahme ist beträchtlich: Die Nettoverschuldung des neuen Konzerns schätzt Variety auf mehr als 80 Milliarden Dollar, die jährlichen Zinszahlungen auf über sechs Milliarden. Warner-Chef David Zaslav verlässt das Unternehmen mit dem Abschluss und erhält nach den Bedingungen seines Vertrags mindestens 550 Millionen Dollar in Aktien und Geld. HBO Max und Paramount+ sollen vorerst als getrennte Marken weiterlaufen; eine erste Entlassungswelle erwarten Insider noch vor Jahresende.

  9. Cheeks soll alle TV-Studios führen – Ellison ruft De Luca und Abdy an

    Drei Tage vor dem Abschluss rückt die Führung des neuen Konzerns weiter zusammen. Laut Deadline soll George Cheeks, bei Paramount bislang für das lineare Fernsehen zuständig, künftig alle drei TV-Studios von Skydance verantworten: CBS Studios, die Heimat von Star Trek, sowie Warner Bros. Television und Paramount Television Studios. Deren Chefs Channing Dungey und Matt Thunell sollen bleiben und an Cheeks berichten. Auch beim Streaming deutet sich eine Linie an: HBO Max und Paramount+ sollen als Marken erhalten bleiben, beide Logos standen in Ellisons Ankündigungsvideo zum neuen Namen. HBO-Chef Casey Bloys, der das Streaming übernehmen soll, brachte ein Bündel nach dem Vorbild des Pakets mit Disney+ ins Gespräch.

    Für die scheidenden Warner-Filmchefs Michael De Luca und Pamela Abdy kam der Anruf erst, nachdem sie von ihrem Aus aus der Presse erfahren hatten. David Ellison rief beide am Freitag einzeln an und begründete die Entscheidung mit der Schuldenlast des fusionierten Konzerns, berichtet TheWrap. Abdy soll ihm geantwortet haben: „Viel Glück. Ich habe dir 39 Filme hinterlassen.” Ihr letzter Arbeitstag ist der Tag des Abschlusses; ihre Filme, darunter „The Batman: Part II”, betreuen vorerst ihre Produktionschefs Jesse Ehrman und Mike Ireland. Bleiben wird dagegen New-Line-Chef Richard Brener, der laut Deadline mit dem Horror-Label zu Skydance wechselt – samt „The Lord of the Rings: The Hunt for Gollum” und „Evil Dead Wrath”.

  10. Der neue Konzern heißt Skydance – Gunn und Safran bleiben DC-Chefs

    Der fusionierte Konzern aus Paramount und Warner Bros. Discovery hat einen Namen: Er heißt schlicht Skydance, nach der Produktionsfirma, die David Ellison einst gegründet hat. Das gab Ellison am Freitag auf X bekannt. Paramount und Warner Bros. sollen als eigenständige Studiomarken erhalten bleiben; man habe keine neue Konzernidentität gewollt, die eine der beiden Traditionsmarken überdeckt. „Gemeinsam sind wir Skydance”, schrieb Ellison. Der Abschluss ist weiterhin für Dienstag, den 6. Oktober, angesetzt.

    Am Abend folgte die für DC-Fans wichtigste Personalie: James Gunn und Peter Safran bleiben laut Deadline nach einem Treffen mit Ellison an der Spitze von DC Studios. Die Filmsparten beider Studios sollen dagegen an die Paramount-Filmchefs Dana Goldberg und Josh Greenstein berichten. Was das für das DCU bedeutet, haben wir hier zusammengefasst.

  11. Warner-Filmchefs De Luca und Abdy gehen – Goldberg und Greenstein sollen beide Studios führen

    Wenige Tage vor dem Abschluss verliert Warner Bros. seine Filmchefs: Michael De Luca und Pamela Abdy werden dem neuen Führungsteam von David Ellison nicht angehören. Zuerst berichtete das Branchenportal Puck. Die beiden leiten das Filmstudio seit Juli 2022 als Nachfolger von Toby Emmerich; ob sie für eine Übergangszeit bleiben, ist offen. Paramount äußerte sich nicht. Den Abschluss der Fusion erwartet Variety weiterhin für den 6. Oktober.

    Die Filmsparten beider Studios sollen künftig die bisherigen Paramount-Filmchefs Dana Goldberg und Josh Greenstein gemeinsam führen; laut TheWrap könnte für Warner zusätzlich eine weitere Spitzenkraft geholt werden. Der Abgang kommt fast genau ein Jahr, nachdem David Zaslav die Verträge von De Luca und Abdy nach den Erfolgen von „Blood & Sinners”, „Ein Minecraft Film” und „Weapons” verlängert hatte. DC Studios ist davon nicht direkt betroffen: Die DC-Filme verantworten James Gunn und Peter Safran in eigener Regie.

  12. Cardinale: Einsparungen vor allem ohne Stellenabbau – Kreiz-Vertrag offengelegt

    Wenige Tage vor dem geplanten Abschluss am 6. Oktober versucht Paramount, die Sorge vor einer Entlassungswelle zu dämpfen. Gerry Cardinale, Gründer des Paramount-Geldgebers RedBird Capital und Architekt der Übernahme, sagte auf der Bloomberg-Konferenz Screentime, der Großteil der zugesagten Einsparungen von sechs Milliarden Dollar entfalle nicht auf Personal. Die Vorstellung, sechs Milliarden an Synergien bedeuteten, dass man all diese Leute entlasse, sei „völlig überholt”. Gespart werden solle vor allem bei Technik, Immobilien und Marketing – etwa, indem die Streaming-Plattformen von HBO Max und Paramount+ technisch zusammengelegt werden.

    Am selben Tag legte Paramount in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht den Vertrag des künftigen Co-CEO Ynon Kreiz offen. Der frühere Mattel-Chef tritt am 5. Oktober an und erhält ein Grundgehalt von 3,5 Millionen Dollar, das nach dem Abschluss der Fusion auf 5 Millionen steigt. Laut Deadline kommt er mit Bonus und Aktienpaketen ab 2027 auf mindestens 35,1 Millionen Dollar im Jahr.

  13. Netflix-Chef Sarandos: Keine Reue über das Warner-Gebot

    Wenige Stunden nach der Freigabe durch das Gericht hat sich auch der unterlegene Bieter geäußert. Netflix-Co-CEO Ted Sarandos bereut den Versuch nicht, Warner Bros. zu kaufen, wie er auf der Bloomberg-Konferenz Screentime sagte: „Nein, ich denke, der Plan war solide.” Netflix habe den Zuschlag zwischenzeitlich gehabt und den Preis für die eigene Größe richtig angesetzt; mehr zu bieten hätte den Deal für die Aktionäre ins Negative gedreht. Das Gebot habe allerdings die Erzählung über das Geschäft bei Investoren und Presse durcheinandergebracht, räumte er ein.

    Zum künftigen Konkurrenten aus HBO Max und Paramount+ blieb Sarandos vage: Auf dem Papier sei es bislang „eins und eins” – ob daraus zwei, anderthalb oder drei werde, wisse er nicht. Den künftigen Streaming-Chef des fusionierten Konzerns, HBO-Chef Casey Bloys, nannte er einen „guten Typen”, mit dem er schon oft essen gewesen sei. Ein vielbeachtetes Mittagessen der beiden im März, kurz nachdem Netflix im Bieterkampf unterlegen war, hatte Spekulationen über einen Wechsel von Bloys ausgelöst.

  14. Richterin billigt den Vergleich – Abschluss am 6. Oktober geplant, Kreiz wird Co-CEO

    Die letzte Hürde ist gefallen: Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín hat am Mittwoch den Vergleich zwischen Paramount und den zwölf klagenden Bundesstaaten gebilligt. Der Vergleich sei eine „vernünftige tatsächliche und rechtliche Lösung des Streits”, schreibt sie in ihrer Entscheidung. Er sei ein Kompromiss, der beide Seiten und die Öffentlichkeit womöglich unzufrieden lasse, aber Risiko, Zeit und Kosten eines Prozesses erspare. Die Fusion war zuvor bereits in 68 Rechtsordnungen weltweit freigegeben worden, darunter vom US-Justizministerium.

    Laut Variety hat Paramount den Abschluss der rund 111 Milliarden Dollar schweren Übernahme vorläufig für Dienstag, den 6. Oktober, angesetzt. Minuten nach der Entscheidung ernannte David Ellison den bisherigen Mattel-Chef Ynon Kreiz offiziell zum Co-CEO des fusionierten Konzerns, wirksam mit dem Abschluss: Ellison verantwortet Strategie, kreative Ausrichtung und Talentbeziehungen, Kreiz das Tagesgeschäft und die Integration. Mark Ruffalo, der Hulk des MCU, kritisierte die Freigabe scharf: Die Fusion werde Kreativität ersticken und die Meinungsfreiheit schwächen.

  15. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Bonta: „Nicht eingeknickt“ – aber besorgt um CNN

    Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta, der die Klage der zwölf Bundesstaaten gegen die Fusion angeführt hatte, weist den Vorwurf zurück, beim Vergleich mit Paramount eingeknickt zu sein. Er widerspreche dem „entschieden, aber respektvoll”, sagte Bonta am Mittwoch auf der Konferenz TheGrill von TheWrap. Es sei ein klassischer Kartellfall gewesen, gelöst worden sei er erst, als Paramount „in gutem Glauben” Zugeständnisse gemacht habe. Druck von Gouverneur Gavin Newsom, von Los Angeles oder durch David Ellisons Drohung, das Studio aus Kalifornien abzuziehen, habe es nicht gegeben.

    Bonta verwies auf die Auflagen: mindestens 30 Kinofilme pro Jahr in den ersten beiden Jahren, danach 32, davon mindestens vier unabhängige Produktionen, dazu Investitionen von 1,5 Milliarden Dollar in US-Produktionen über fünf Jahre und ein unabhängiges Redaktionsgremium für CNN und CBS News. Um die Zukunft von CNN unter Paramount sei er dennoch „besorgt”. Richterin Araceli Martínez-Olguín hat über den Vergleich weiter nicht entschieden; ab Donnerstag, dem 1. Oktober, läuft die Verzugsgebühr von rund sieben Millionen Dollar pro Tag an die WBD-Aktionäre.

  16. Mattel-Chef Ynon Kreiz soll Führungsrolle bei Paramount-Warner Bros. übernehmen

    Der nächste Name für die Führungsetage des fusionierten Konzerns kommt aus der Spielzeugbranche: Mattel hat am Mittwoch mitgeteilt, dass Vorstandschef Ynon Kreiz das Unternehmen zum 2. Oktober verlässt, um eine leitende Position bei einem anderen börsennotierten Konzern zu übernehmen. Nachfolger bei Mattel wird Condé-Nast-Chef Roger Lynch. Wohin Kreiz wechselt, sagte Mattel nicht – laut Variety, das sich auf zwei Brancheninsider beruft, holt ihn David Ellison in eine Führungsrolle bei Paramount-Warner Bros.; Ellison habe seit Monaten um ihn geworben.

    Welche Aufgabe Kreiz übernehmen soll, ist offen, Paramount äußerte sich nicht. Kreiz hat Mattel ins Filmgeschäft geführt: Unter ihm entstand „Barbie”, der bis heute erfolgreichste Film von Warner Bros. Pictures, bei Warner ist zudem ein Hot-Wheels-Film in Arbeit. Zuvor leitete er Maker Studios und die Produktionsfirma Endemol. Offiziell ernannt werden kann er erst, wenn Richterin Araceli Martínez-Olguín den Vergleich im Kartellverfahren billigt und die Übernahme abgeschlossen ist.

  17. Streaming-Chefin Cindy Holland verlässt Paramount – Casey Bloys soll übernehmen

    Die erste große Personalentscheidung für den fusionierten Konzern ist gefallen: Cindy Holland, bei Paramount als Chair of Direct-to-Consumer für Paramount+ und Pluto TV verantwortlich, hat ihren Abschied angekündigt. In einem Memo an die Belegschaft schreibt sie, David Ellison setze für das nächste Kapitel auf „Stabilität bei HBO”, das unterstütze sie ausdrücklich; der Dienstag sei ihr letzter Arbeitstag gewesen. Holland hatte einst bei Netflix die ersten Eigenproduktionen wie „House of Cards” verantwortet und war im Januar 2025 zunächst als Beraterin zu Skydance gekommen.

    Als Streaming-Chef des gemeinsamen Konzerns gilt damit HBO-Chef Casey Bloys als gesetzt, berichtet Variety. Er würde nach dem Abschluss der Übernahme sowohl HBO Max als auch Paramount+ verantworten. Offiziell bestätigt hat Paramount das noch nicht, und auch der Abschlusstermin der Fusion bleibt offen, solange die Richterin im Kartellverfahren nicht über den Vergleich entschieden hat.

  18. Paramount und Bundesstaaten verteidigen den Vergleich – 44 Milliarden Dollar Anleihen für den Kauf

    Zur Frist am Montag haben Paramount, Warner Bros. Discovery und die zwölf klagenden Bundesstaaten auf den Brief von Senator Cory Booker geantwortet – und den Vergleich geschlossen verteidigt. Dass ein Vergleich nicht jedes Ergebnis enthalte, das sich eine Seite gewünscht habe, mache ihn nicht unfair, heißt es in der Erwiderung, aus der Deadline zitiert. Die Auflagen seien ein vernünftiger Kompromiss und hätten Biss. Booker hatte verlangt, den Vergleich am ursprünglichen Ziel der Klage zu messen, der Blockade der Fusion. Wann Richterin Araceli Martínez-Olguín entscheidet, ist weiter offen.

    Parallel hat Paramount begonnen, Anleihen über 44,4 Milliarden Dollar bei Investoren zu platzieren, rund 32 Milliarden davon als Investment-Grade-Papiere und 12,4 Milliarden als Hochzinsanleihen. In der Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC nennt der Konzern den Abschlusstermin weiterhin „ungewiss” und rechnet für die Anleihe mit dem 7. Oktober als Stichtag. Nach der Übernahme wird der gemeinsame Konzern laut Deadline mehr als 80 Milliarden Dollar langfristige Schulden tragen.

  19. Paramount plant Börsenwechsel und Optionsscheine – Abschlusstermin bleibt offen

    Paramount bereitet den Abschluss der Übernahme vor, legt sich beim Termin aber weiter nicht fest. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC heißt es, der Zeitpunkt für den Vollzug der Fusion mit Warner Bros. Discovery sei „falls überhaupt” noch nicht sicher, weil weitere Abschlussbedingungen ausstehen, berichtet Variety. Parallel stellt der Konzern die Weichen für den Tag danach: Die B-Aktien von Paramount Skydance sollen um den 5. Oktober die Nasdaq verlassen und ab dem 6. Oktober an der New Yorker Börse NYSE gehandelt werden.

    Für den 5. Oktober ist zudem der Stichtag für rund 470 Millionen Optionsscheine angesetzt, mit denen bisherige Aktionäre zu ähnlichen Konditionen wie die Geldgeber um David Ellison, Larry Ellison und RedBird-Chef Gerry Cardinale Anteile am neuen Konzern kaufen können. Die Ausgabe hängt ausdrücklich am Vollzug der Übernahme; Paramount behält sich vor, beide Termine zu verschieben oder zu streichen. Entscheidend bleibt die Richterin im Kartellverfahren: Bis Montag, 28. September, müssen die Parteien auf den Brief von Senator Cory Booker antworten, erst danach ist mit ihrer Entscheidung über den Vergleich zu rechnen.

  20. Fusionsgegner reichen zur Frist ihre Einwände ein

    Pünktlich zur Frist um Mitternacht kalifornischer Zeit haben die Fusionsgegner ihre Schriftsätze beim Bundesgericht eingereicht. Das Bündnis „Block the Merger” fordert Richterin Araceli Martínez-Olguín auf, den Vergleich abzulehnen: Die Fusion schwäche den Wettbewerb, daran ändere auch die Kehrtwende der Bundesstaaten nichts. Der Generalstaatsanwalt von Kalifornien habe genau die Verhaltensauflagen, die jetzt zur Genehmigung vorliegen, zuvor selbst öffentlich kritisiert, heißt es in dem Schriftsatz, aus dem Deadline zitiert. Zudem vertrete der Vergleich zwei Gruppen mit gegensätzlichen Interessen: Gewerkschaften wie der WGA seien Millionenzahlungen für ihre Krankenversicherung zugesagt, unabhängige Dienstleister gingen dagegen fast leer aus.

    Einen eigenen Schriftsatz reichte die Bürgerrechtsorganisation LULAC gemeinsam mit einer Gruppe Schwarzer Pastoren ein. Ihr Vorwurf: Die zugesagten Kinofilme messen nur Zahl und Ausgaben, nicht den Wettbewerb darum, welche Projekte gefördert werden, und ein vom fusionierten Konzern ernanntes Redaktionsgremium ersetze keine unabhängigen Programmquellen. Paramount äußerte sich zunächst nicht. Die Entscheidung der Richterin steht frühestens nach Montag, 28. September, an; verzögert sich der Abschluss bis in den Oktober, wird ab dem 1. Oktober die vereinbarte Verzugsgebühr an die WBD-Aktionäre fällig – laut Deadline rund sieben Millionen Dollar pro Tag.

  21. Keine Entscheidung am Donnerstag: Richterin verlangt Antworten bis Montag

    Eine Zustimmung zum Vergleich gab es am Donnerstag nicht. In der knapp einstündigen Anhörung per Video stellte Richterin Araceli Martínez-Olguín den Parteien eine Reihe von Fragen und kündigte ihre Entscheidung nur „zu gegebener Zeit” an, berichtet Variety. „Das Gericht ist kein Stempel für Ihre Vereinbarung”, sagte sie zu Beginn. Sie wollte unter anderem wissen, ob der Vergleich die kartellrechtlichen Bedenken der Klage tatsächlich ausräumt – und ob er in echten Verhandlungen zustande kam und nicht in Absprache.

    Bis Montag, 28. September, 12 Uhr kalifornischer Zeit (21 Uhr deutscher Zeit) sollen die Parteien auf einen Brief von Senator Cory Booker antworten, der vor einer Zustimmung eine unabhängige Prüfung im öffentlichen Interesse verlangt. Paula Blizzard aus dem Büro des kalifornischen Generalstaatsanwalts verteidigte die Einigung: Ein Verbot der Fusion wäre endgültig, der Vergleich setze stattdessen fünf Jahre lang Auflagen. Stimmt die Richterin nicht zu, seien die Staaten bereit, ab dem 2. März 2027 vor Gericht zu ziehen, sagte sie laut Deadline. Für Paramount drängt die Zeit: Ab dem 1. Oktober wird eine vertraglich vereinbarte Verzugsgebühr fällig.

  22. Richterin lässt Einwände zu – Zustimmung am Donnerstag kaum noch möglich

    Mit einer Zustimmung zum Vergleich am Donnerstag ist kaum noch zu rechnen. Richterin Araceli Martínez-Olguín hat dem Eilantrag des Bündnisses „Block the Merger” stattgegeben und lässt Amicus-Schriftsätze gegen den Vergleich zu. Die Frist endet in der Nacht zum Freitag um 0:01 Uhr kalifornischer Zeit (9:01 Uhr deutscher Zeit) und wird nach ihren Worten nicht verlängert. Die Anhörung um 11 Uhr Ortszeit (20 Uhr deutscher Zeit) bleibt im Kalender, berichtet Deadline. „Wir freuen uns, dass das Gericht der Öffentlichkeit erlaubt, sich zu äußern”, sagte Jessica J. González von Free Press, die das Bündnis vertritt.

    Paramount und Warner Bros. Discovery hatten sich am Morgen noch in einem gemeinsamen Schriftsatz gegen jede Verzögerung gewehrt: Ein Verfahren, das Unbeteiligten erlaube, den Abschluss hinauszuzögern, ohne selbst Kartellklage zu erheben oder eine Sicherheit zu hinterlegen, sei unzulässig. Parallel treibt Paramount die Finanzierung voran: Wie Variety berichtet, nimmt der Konzern zunächst 7,5 Milliarden Dollar an neuen Krediten auf, um den Kaufpreis und die Ablösung bestehender Schulden zu bezahlen. Insgesamt sollen nach Angaben von Deadline rund 49 Milliarden Dollar Fremdkapital zusammenkommen.

  23. Fusionsgegner stellen Eilantrag gegen den Vergleich

    Wenige Stunden vor der Anhörung am Bundesgericht in Kalifornien hat sich ein Bündnis von Fusionsgegnern eingeschaltet. Unter dem Banner „Block the Merger” haben das Committee for the First Amendment, die Organisation Free Press, die Freedom of the Press Foundation, die Future Film Coalition und die International Documentary Association am Donnerstagmorgen einen Eilantrag gestellt: Sie wollen als Beteiligte mit einem Amicus-Schriftsatz gegen den Vergleich vorgehen dürfen, den Paramount am Montag mit zwölf Generalstaatsanwälten geschlossen hat. Die Zusagen darin nennen sie „schwach und nicht durchsetzbar”, berichtet Variety.

    Über den Antrag entscheidet Richterin Araceli Martínez-Olguín, die den 111-Milliarden-Dollar-Deal noch nicht abgesegnet hat. Sie will in der Anhörung am Donnerstag um 11 Uhr Ortszeit (20 Uhr deutscher Zeit) „bestimmte offene Fragen” zum Vergleich klären und könnte dabei auch über den Eilantrag entscheiden. Zu den Bedingungen, die Paramount zugesagt hat, gehören mindestens 30 Kinofilme pro Jahr, ein unabhängiges Redaktionsgremium für CNN und CBS News und der Erhalt der Studiogelände von Paramount oder Warner Bros. in Kalifornien für mindestens fünf Jahre. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta hatte die Zusagen „sehr stark” genannt.

  24. Anhörung zur Sicherheitsleistung gestrichen – Newsom weist Druck-Vorwurf zurück

    Eine der beiden Hürden vom Donnerstag ist weg: Richterin Araceli Martínez-Olguín hat die Anhörung zur Sicherheitsleistung von 1,88 Milliarden Dollar, die Paramount gefordert hatte, gestrichen. Die Anhörung am 24. September bleibt aber – dort gehen die Parteien mit ihr die Bedingungen des Vergleichs durch, dem sie bislang nicht zugestimmt hat. Stimmt sie zu, soll die Übernahme in rund zwei Wochen abgeschlossen sein, berichtet TheWrap.

    Politisch wehrt sich derweil Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom gegen den Vorwurf, er habe Generalstaatsanwalt Rob Bonta zum Vergleich gedrängt. „Ich habe niemanden unter Druck gesetzt”, sagte er dem Portal Axios; man habe lediglich öffentlich unterstützt, dass Bonta eine Lösung „im Sitzungssaal statt im Gerichtssaal” suche. Und bei der Finanzierung sucht David Ellison offenbar weitere Geldgeber: Laut einem Bericht von Semafor erwägt er, Elon Musk für ein Konsortium von Eigenkapitalgebern anzusprechen. Paramount wollte das nicht kommentieren.

  25. Der Richter hat noch Fragen – Anhörung am Donnerstag

    Der Vergleich ist unterschrieben, abgenickt ist er nicht: Der zuständige Richter hat nach eigenen Angaben weiterhin Fragen zu den Bedingungen und hat für Donnerstag, den 24. September, eine Anhörung angesetzt – denselben Tag, an dem ohnehin über die von Paramount geforderte Sicherheitsleistung verhandelt wird. Erst danach steht fest, ob der Zeitplan von David Ellison hält, der den Abschluss für Anfang Oktober angekündigt hat. An der Börse überwog zunächst Erleichterung, die Paramount-Aktie legte leicht zu.

    Politisch bleibt der Vergleich umstritten, und die Kritik kommt inzwischen von beiden Seiten. Ein Vertreter des US-Justizministeriums spielte die Einigung herunter: Sie habe keine neuen kartellrechtlichen Zusagen gebracht, die nicht ohnehin schon auf dem Tisch gelegen hätten. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani nannte den Deal ein „beschämendes Denkmal der Korruption”, Senator Cory Booker griff den Vergleich ebenfalls an, richtete seinen Vorwurf aber gegen den Konzern und das Justizministerium statt gegen die klagenden Generalstaatsanwälte. Vor dem Studiogelände demonstrierten Gegner der Fusion gegen Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta. In der Branche selbst ist die Stimmung gedrückt: CNN-Moderatorin Kara Swisher kündigte an, den Sender zu verlassen und aus ihrem Vertrag herauszukommen, und Regisseurin Patty Jenkins sprach beim Through-Her-Lens-Lunch von „solch einem Chaos” – das Studiosystem sei in so schlechtem Zustand, dass sie es ausblende. Wenig Beruhigung dürfte eine Rechnung des Hollywood Reporter bringen: Vom 111-Milliarden-Dollar-Deal fließen nach dem Vergleich lediglich fünf Millionen Dollar pro Jahr in unabhängige Filme.

  26. Was dem Abschluss noch im Weg steht

    Nach dem Vergleich fehlen drei Schritte bis zum Abschluss. Das Gericht muss dem Vergleich zustimmen, über die von Paramount geforderte Sicherheitsleistung von 1,88 Milliarden Dollar wird am 24. September verhandelt, und vor dem Supreme Court läuft eine Frist: Bis zum 25. September müssen die zwölf klagenden Bundesstaaten auf den Vorstoß von Iowa und Montana antworten, die direkt gegen sie klagen wollen und die Kartellklage für politisch motiviert halten. Ob das Gericht den Fall überhaupt annimmt, ist offen.

    Auf der Regulierungsseite ist dagegen alles beisammen: Die US-Medienaufsicht FCC hatte am 17. September die ausländische Beteiligung von bis zu 49,5 Prozent genehmigt, der größte Einzelposten ist der saudische Staatsfonds PIF mit 15,1 Prozent. Stimmrechte oder Einfluss auf Inhalte bekommen die Geldgeber nicht. Zuvor hatte der Deal bereits Regulierer in 68 Rechtsräumen passiert.

  27. Nach dem Vergleich: 77 Milliarden Schulden und Angst vor Entlassungen

    Einen Tag nach dem Vergleich rechnen die ersten Analysten durch, was der fusionierte Konzern zu tragen hat. Morgan Stanley nennt den Ausgang einen klaren Gewinn für Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery: HBO Max und Paramount+ zusammen seien ein Streaming-Schwergewicht auf dem Weg zu mehr als 240 Millionen Abonnenten bis 2030 und damit ein Angriff auf die Plätze zwei und drei hinter Netflix. Die Kehrseite steht in derselben Analyse — die Nettoverschuldung des kombinierten Unternehmens liegt Ende 2026 bei 77,2 Milliarden Dollar, allein der Zinsaufwand für 2027 wird auf 6,37 Milliarden geschätzt. Abgetragen werden soll das über mehr als sechs Milliarden Dollar Einsparungen, ausdrücklich auch durch Stellenabbau in doppelt besetzten Verwaltungs- und Marketingbereichen.

    In beiden Häusern herrscht laut Variety vor allem Überraschung: Mitarbeiter hatten am Wochenende nicht mehr mit einer schnellen Einigung gerechnet und halten die Zugeständnisse, die die Bundesstaaten herausgeholt haben, für dünn. Die drängende Frage ist jetzt der Stellenabbau. Beschäftigte stellen sich auf mehrere Runden ein, und weil David Ellison den Abschluss für Anfang Oktober angekündigt hat, wird die erste noch vor dem Jahresende erwartet. Der Vergleich deckt davon wenig ab: Er sieht 47,5 Millionen Dollar über fünf Jahre für Weiterbildung entlassener Beschäftigter vor, dazu ein fünfjähriges Kündigungsverbot bei CBS News. Immerhin bestätigte Ellison, dass der Konzern in Kalifornien bleibt.

  28. Vergleich mit den Staaten: Das sind die Auflagen

    Paramount und die zwölf Bundesstaaten einigen sich auf einen Vergleich, das Gericht muss ihm noch zustimmen. Paramount verpflichtet sich unter anderem, in den ersten beiden Jahren jeweils 30 Filme ins Kino zu bringen, danach 32, die Studiogelände mindestens bis Ende 2031 zu behalten und jährlich zusätzlich 300 Millionen Dollar in US-Produktionen zu stecken. Verfehlt der Konzern die Filmziele, muss er Miramax verkaufen. Über CNN und CBS News wacht künftig ein Gremium für redaktionelle Unabhängigkeit.

    Auch die WGA legt ihre Klage bei: Sie erhält fünf Jahre ohne Entlassungen bei CBS und 17,5 Millionen Dollar für ihren Gesundheitsfonds. David Ellison kündigt an, die Übernahme in rund zwei Wochen abzuschließen. Unsere Meldung zum Vergleich.

  29. Medienaufsicht genehmigt ausländische Beteiligung

    Die US-Medienaufsicht FCC erlaubt, dass ausländische Investoren zusammen bis zu 49,5 Prozent am fusionierten Konzern halten – deutlich mehr als die übliche Grenze von 25 Prozent. Größter Einzelinvestor ist der saudische Staatsfonds PIF mit 15,1 Prozent; Stimmrechte oder Einfluss auf Inhalte bekommen die ausländischen Geldgeber nicht.

  30. Justizministerium stellt sich an Paramounts Seite

    In einer Stellungnahme vor Gericht unterstützt das US-Justizministerium Paramounts Forderung nach der Sicherheitsleistung: Die Staaten hätten keine legitime Grundlage, sich davon auszunehmen. Die Anhörung dazu ist für den 24. September angesetzt.

  31. Paramount verlangt 1,88 Milliarden Dollar Sicherheit

    Paramount fordert von den klagenden Staaten und der WGA eine Sicherheitsleistung von 1,88 Milliarden Dollar – für die Zusatzzahlungen an die Aktionäre und die Finanzierungskosten, die bis Juni 2027 auflaufen würden. Kalifornien lehnt noch am selben Tag ab. Mehr dazu hier.

  32. Gericht stoppt die Fusion vorläufig

    Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín erlässt eine einstweilige Verfügung und stoppt den Abschluss zunächst für 14 Tage; wenige Tage später wird die Sperre verlängert. In der Folge setzt das Gericht den Prozess auf den 2. März 2027 an, die beiden Konzerne verlängern die Frist ihres Vertrags bis Juni 2027. Unsere Meldung zum Stopp.

  33. Zwölf Bundesstaaten klagen gegen die Fusion

    Angeführt von Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta reichen zwölf US-Bundesstaaten eine Kartellklage gegen die Übernahme ein. Einen Tag später zieht die Autorengewerkschaft WGA mit einer eigenen Klage nach.

  34. Das US-Justizministerium hat keine Einwände

    Die Kartellabteilung des US-Justizministeriums gibt die Übernahme frei. Damit ist die Prüfung auf Bundesebene abgeschlossen – nicht aber der Widerstand einzelner Bundesstaaten.

  35. Der Fusionsvertrag ist unterschrieben

    Paramount und Warner Bros. Discovery unterzeichnen den Fusionsvertrag: 31 Dollar je Aktie in bar, ein Eigenkapitalwert von 81 Milliarden und ein Unternehmenswert von 110 Milliarden Dollar. Zieht sich der Abschluss über den 30. September 2026 hinaus, zahlt Paramount den Aktionären zusätzlich 25 Cent je Aktie und Quartal.

  36. Netflix steigt aus

    Der Vorstand von Warner Bros. Discovery stuft das auf 31 Dollar je Aktie erhöhte Paramount-Angebot als überlegen ein. Netflix verzichtet darauf nachzubessern und zieht sich zurück; die Abbruchgebühr von 2,8 Milliarden Dollar, die WBD an Netflix schuldet, übernimmt Paramount. Unsere Meldung zum Rückzug.

  37. Larry Ellison bürgt persönlich

    Paramount bessert nach: Larry Ellison, Vater von Paramount-Chef David Ellison, garantiert die Finanzierung des Angebots persönlich. Der Preis bleibt bei 30 Dollar je Aktie, die Annahmefrist verlängert Paramount bis Ende Januar. Mehr dazu hier.

  38. WBD-Vorstand lehnt ab und bleibt bei Netflix

    Der Vorstand von Warner Bros. Discovery weist das Paramount-Angebot zurück und empfiehlt den Aktionären weiterhin den Vertrag mit Netflix.

  39. Paramount startet ein feindliches Übernahmeangebot

    Paramount wendet sich direkt an die Aktionäre von Warner Bros. Discovery und bietet 30 Dollar je Aktie in bar – für den ganzen Konzern samt Kabelsendern. Das entspricht einem Unternehmenswert von rund 108 Milliarden Dollar; einen Teil der Finanzierung tragen Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi. Unsere Meldung zum Angebot.

  40. Netflix erhält den Zuschlag – vorerst

    Netflix und Warner Bros. Discovery unterzeichnen einen Übernahmevertrag. Er umfasst das Studio Warner Bros., HBO und HBO Max, nachdem die Kabelsparte als Discovery Global abgespalten ist. Netflix bietet 27,75 Dollar je Aktie in bar und Aktien, der Unternehmenswert liegt bei 82,7 Milliarden Dollar.

  41. Warner Bros. Discovery prüft offiziell einen Verkauf

    Der Vorstand von Warner Bros. Discovery startet eine Überprüfung strategischer Alternativen, ausgelöst durch unaufgefordertes Interesse mehrerer Parteien. Paramount hatte zuvor mehrere Angebote vorgelegt, die WBD allesamt ablehnte. Mehr dazu hier.

  42. Paramount bereitet ein Gebot für Warner Bros. Discovery vor

    Laut dem Wall Street Journal bereitet Paramount Skydance ein überwiegend in bar finanziertes Angebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery vor. Paramount steht erst seit August 2025 unter der Führung von David Ellison, nachdem Skydance den Konzern übernommen hatte. Unsere Meldung vom 12. September 2025.

scifiscene bei Google folgen

Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.

Als bevorzugte Quelle