Laut dem Wall Street Journal bereitet Paramount Skydance ein überwiegend in bar finanziertes Angebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery vor. Paramount steht erst seit August 2025 unter der Führung von David Ellison, nachdem Skydance den Konzern übernommen hatte. Unsere Meldung vom 12. September 2025.
Paramount übernimmt Warner Bros.: Die Chronik der Mega-Fusion
Vom ersten Gebot über den Bieterkampf mit Netflix bis zur Kartellklage: Alle Stationen der Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount im Überblick.
Superman, Batman, Harry Potter, Game of Thrones und Star Trek unter einem Dach: Paramount Skydance übernimmt Warner Bros. Discovery für rund 110 Milliarden Dollar. Der Weg dorthin dauerte mehr als ein Jahr – mit einem Bieterkampf gegen Netflix, einem feindlichen Übernahmeangebot, einer Kartellklage von zwölf US-Bundesstaaten und einem Gericht, das den Deal im Sommer vorläufig stoppte. Hier findest du alle wichtigen Stationen der Fusion, von den ersten Berichten bis heute.
Der Stand am 22. September 2026
Am 21. September haben sich Paramount und die zwölf klagenden Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt, parallel legte die Autorengewerkschaft WGA ihre Klage bei. Paramount-Chef David Ellison rechnet damit, die Übernahme in rund zwei Wochen abzuschließen, also Anfang Oktober. Ganz erledigt ist es damit noch nicht: Das Gericht muss dem Vergleich zustimmen, und vor dem Supreme Court läuft bis zum 25. September eine Frist in einem Streit, den Iowa und Montana gegen die klagenden Staaten angestrengt haben. Die Einzelheiten zum Vergleich haben wir hier zusammengefasst.
Was die Fusion für DC, HBO und Star Trek bedeutet
Mit der Übernahme wandern DC Studios, HBO und das Harry-Potter-Universum zu dem Konzern, dem bereits Star Trek, Transformers und Mission: Impossible gehören. Welche Franchises das neue Studio prägen, haben wir kurz nach der Einigung aufgeschlüsselt. James Gunn hat im August klargestellt, dass die Fusion kein DCU-Projekt auf Eis legt; zugleich hat DC zwei Serien gestrichen und setzt stärker aufs Kino. Mit dem Vergleich verpflichtet sich Paramount außerdem, in den ersten beiden Jahren nach Abschluss jeweils 30 Filme ins Kino zu bringen.
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Warner Bros. Discovery prüft offiziell einen Verkauf
Der Vorstand von Warner Bros. Discovery startet eine Überprüfung strategischer Alternativen, ausgelöst durch unaufgefordertes Interesse mehrerer Parteien. Paramount hatte zuvor mehrere Angebote vorgelegt, die WBD allesamt ablehnte. Mehr dazu hier.
Netflix erhält den Zuschlag – vorerst
Netflix und Warner Bros. Discovery unterzeichnen einen Übernahmevertrag. Er umfasst das Studio Warner Bros., HBO und HBO Max, nachdem die Kabelsparte als Discovery Global abgespalten ist. Netflix bietet 27,75 Dollar je Aktie in bar und Aktien, der Unternehmenswert liegt bei 82,7 Milliarden Dollar.
Paramount startet ein feindliches Übernahmeangebot
Paramount wendet sich direkt an die Aktionäre von Warner Bros. Discovery und bietet 30 Dollar je Aktie in bar – für den ganzen Konzern samt Kabelsendern. Das entspricht einem Unternehmenswert von rund 108 Milliarden Dollar; einen Teil der Finanzierung tragen Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi. Unsere Meldung zum Angebot.
WBD-Vorstand lehnt ab und bleibt bei Netflix
Der Vorstand von Warner Bros. Discovery weist das Paramount-Angebot zurück und empfiehlt den Aktionären weiterhin den Vertrag mit Netflix.
Larry Ellison bürgt persönlich
Paramount bessert nach: Larry Ellison, Vater von Paramount-Chef David Ellison, garantiert die Finanzierung des Angebots persönlich. Der Preis bleibt bei 30 Dollar je Aktie, die Annahmefrist verlängert Paramount bis Ende Januar. Mehr dazu hier.
Netflix steigt aus
Der Vorstand von Warner Bros. Discovery stuft das auf 31 Dollar je Aktie erhöhte Paramount-Angebot als überlegen ein. Netflix verzichtet darauf nachzubessern und zieht sich zurück; die Abbruchgebühr von 2,8 Milliarden Dollar, die WBD an Netflix schuldet, übernimmt Paramount. Unsere Meldung zum Rückzug.
Der Fusionsvertrag ist unterschrieben
Paramount und Warner Bros. Discovery unterzeichnen den Fusionsvertrag: 31 Dollar je Aktie in bar, ein Eigenkapitalwert von 81 Milliarden und ein Unternehmenswert von 110 Milliarden Dollar. Zieht sich der Abschluss über den 30. September 2026 hinaus, zahlt Paramount den Aktionären zusätzlich 25 Cent je Aktie und Quartal.
Das US-Justizministerium hat keine Einwände
Die Kartellabteilung des US-Justizministeriums gibt die Übernahme frei. Damit ist die Prüfung auf Bundesebene abgeschlossen – nicht aber der Widerstand einzelner Bundesstaaten.
Zwölf Bundesstaaten klagen gegen die Fusion
Angeführt von Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta reichen zwölf US-Bundesstaaten eine Kartellklage gegen die Übernahme ein. Einen Tag später zieht die Autorengewerkschaft WGA mit einer eigenen Klage nach.
Gericht stoppt die Fusion vorläufig
Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín erlässt eine einstweilige Verfügung und stoppt den Abschluss zunächst für 14 Tage; wenige Tage später wird die Sperre verlängert. In der Folge setzt das Gericht den Prozess auf den 2. März 2027 an, die beiden Konzerne verlängern die Frist ihres Vertrags bis Juni 2027. Unsere Meldung zum Stopp.
Paramount verlangt 1,88 Milliarden Dollar Sicherheit
Paramount fordert von den klagenden Staaten und der WGA eine Sicherheitsleistung von 1,88 Milliarden Dollar – für die Zusatzzahlungen an die Aktionäre und die Finanzierungskosten, die bis Juni 2027 auflaufen würden. Kalifornien lehnt noch am selben Tag ab. Mehr dazu hier.
Justizministerium stellt sich an Paramounts Seite
In einer Stellungnahme vor Gericht unterstützt das US-Justizministerium Paramounts Forderung nach der Sicherheitsleistung: Die Staaten hätten keine legitime Grundlage, sich davon auszunehmen. Die Anhörung dazu ist für den 24. September angesetzt.
Medienaufsicht genehmigt ausländische Beteiligung
Die US-Medienaufsicht FCC erlaubt, dass ausländische Investoren zusammen bis zu 49,5 Prozent am fusionierten Konzern halten – deutlich mehr als die übliche Grenze von 25 Prozent. Größter Einzelinvestor ist der saudische Staatsfonds PIF mit 15,1 Prozent; Stimmrechte oder Einfluss auf Inhalte bekommen die ausländischen Geldgeber nicht.
Vergleich mit den Staaten: Das sind die Auflagen
Paramount und die zwölf Bundesstaaten einigen sich auf einen Vergleich, das Gericht muss ihm noch zustimmen. Paramount verpflichtet sich unter anderem, in den ersten beiden Jahren jeweils 30 Filme ins Kino zu bringen, danach 32, die Studiogelände mindestens bis Ende 2031 zu behalten und jährlich zusätzlich 300 Millionen Dollar in US-Produktionen zu stecken. Verfehlt der Konzern die Filmziele, muss er Miramax verkaufen. Über CNN und CBS News wacht künftig ein Gremium für redaktionelle Unabhängigkeit.
Auch die WGA legt ihre Klage bei: Sie erhält fünf Jahre ohne Entlassungen bei CBS und 17,5 Millionen Dollar für ihren Gesundheitsfonds. David Ellison kündigt an, die Übernahme in rund zwei Wochen abzuschließen. Unsere Meldung zum Vergleich.