Sci-Fi / Hörspiel

Nach „Der Astronaut“: Hat Andy Weirs Hörspiel „Exoplanet“ mit Anthony Mackie das Zeug zum nächsten Kinohit?

Andy Weirs neues Projekt ist ein Hörspiel: „Exoplanet“ mit Anthony Mackie, Ariana DeBose und John Leguizamo erscheint am 5. November bei Audible. Die Parallelen zu „Der Astronaut“ sind groß – reicht das für den nächsten Kinohit?

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·4 Min. Lesezeit
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Nach „Der Astronaut“: Hat Andy Weirs Hörspiel „Exoplanet“ mit Anthony Mackie das Zeug zum nächsten Kinohit?
MGM

Andy Weir hat mit „Der Marsianer - Rettet Mark Watney” und „Der Astronaut – Project Hail Mary” zwei der erfolgreichsten Science-Fiction-Filme der letzten Jahre geliefert. Sein nächstes Projekt kommt aber nicht ins Kino, sondern auf die Ohren: „Exoplanet” ist ein Hörspiel von Audible mit Anthony Mackie, Ariana DeBose und John Leguizamo, das am 5. November erscheint. Jetzt gibt es einen ersten Trailer – und die Frage, ob aus dem Stoff irgendwann mehr wird.

Darum geht es in „Exoplanet”

Im Zentrum steht die Crew des Raumschiffs Wild Blue Yonder, das von einer Quantenanomalie zerrissen wird. Die Überlebenden stürzen auf demselben fremden Planeten ab – aber in drei verschiedenen Zeiten. Chefingenieur Jeff Shaw (Anthony Mackie) bleibt in der Gegenwart, Erste Offizierin Becca Bang (Ariana DeBose) landet in der Vergangenheit, Wissenschaftsoffizier Logan Bowers (John Leguizamo) in der Zukunft. Um zu überleben, müssen sie einen Weg finden, einander über die Zeit hinweg zu erreichen. Audible fasst es auf der Produktseite knapp zusammen: „Eine Crew. Ein Planet. Drei Zeitlinien. Niemand überlebt allein.”

Den ersten Trailer hat Collider am 23. Oktober exklusiv gezeigt, zusammen mit den ersten 19 Minuten der ersten Folge. Darin rufen die Figuren über Funk nacheinander, der Planet entpuppt sich als „eine einzige große Falle”, und am Ende greift eine fremdartige Kreatur ein Crewmitglied an. Laut Audible ernährt sich auf dem Planeten eine außerirdische Intelligenz von menschlicher Technik. Einen ersten offiziellen Teaser hatte Audible bereits im Sommer veröffentlicht:

Neben den drei Hauptdarstellern sprechen Cherry Jones, Sufe Bradshaw, Charlie Plummer, Ray Porter und Aida Osman. Das Sounddesign kommt von Skywalker Sound, die Musik von Rob Cairns. Auf Audible.de ist „Exoplanet” bereits gelistet – allerdings im englischen Original. Eine deutsche Fassung hat Audible bislang nicht angekündigt.

Was „Exoplanet” mit „Der Astronaut” verbindet

Die Parallelen zu Weirs Kinoerfolgen liegen auf der Hand. In „Der Marsianer” muss ein Astronaut allein auf dem Mars überleben, in „Der Astronaut” wacht Ryland Grace ohne Erinnerung auf einem Raumschiff auf, weit weg von der Erde. Beide Male geht es um Menschen, die mit Wissen, Improvisation und Rechenarbeit gegen eine aussichtslose Lage ankämpfen. Genau das reizt Weir auch an „Exoplanet”: „Ich bin besessen von Problemen – von der Art, bei der nur ein Mensch und eine Menge Mathematik zwischen Überleben und Katastrophe stehen”, zitiert ihn Audible bei der Ankündigung im August.

Dazu kommt das Motiv der Isolation, das in „Exoplanet” sogar zum Konzept wird: Die Crew ist nicht nur weit weg von zu Hause, sondern auch voneinander getrennt. Für das Format sei das ideal, sagt Weir: „Diese Geschichte kann man nicht sehen. Man muss sie hören.” Gemeint ist die Verzweiflung in einer Stimme, die nicht weiß, ob am anderen Ende noch jemand zuhört.

Einen wichtigen Unterschied gibt es allerdings: Weir hat „Exoplanet” nicht selbst geschrieben. Die Skripte stammen von Benjamin Percy, der für Marvel bereits das Hörspiel „Wolverine: The Long Night” verfasst hat. Weir begleitet das Projekt als Executive Producer.

Könnte eine Verfilmung ähnlich erfolgreich werden?

Pläne für eine Film- oder Serienfassung gibt es bislang nicht – weder Audible noch Weir haben etwas in diese Richtung angekündigt. Die Frage liegt trotzdem nahe, denn Weirs Name ist im Kino eine sichere Bank. „Der Marsianer” hat bis heute weltweit rund 631 Millionen Dollar eingespielt, „Der Astronaut – Project Hail Mary” mit Ryan Gosling kommt inzwischen auf rund 685 Millionen Dollar und ist damit der erfolgreichste reine Science-Fiction-Film des Jahres. In Deutschland startete er am 19. März in den Kinos.

Auch Weirs zweiter Roman ist längst im Gespräch: Am Mond-Thriller Artemis arbeiten laut ScreenRant derzeit Phil Lord und Christopher Miller, die schon „Der Astronaut” inszeniert haben. Ob Hollywood bei einem Hörspiel, das Weir nur produziert, ähnlich schnell zugreift, ist eine andere Frage. Für „Exoplanet” spricht der Stoff: ein überschaubares Ensemble, ein klares Konzept und eine Prämisse, die sich mit drei Zeitebenen auch filmisch erzählen ließe. Ob es dazu kommt, dürfte vor allem davon abhängen, wie gut das Hörspiel ab dem 5. November ankommt.

Darum geht's

scifiscene bei Google folgen

Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.

Als bevorzugte Quelle