Harry-Potter-Produzent David Heyman wechselt zu Amazon MGM Studios
David Heyman verlässt Warner Bros. nach rund 30 Jahren und schließt einen mehrjährigen First-Look-Deal mit Amazon MGM Studios. Executive Producer der HBO-Harry-Potter-Serie bleibt er laut Deadline.
Der Mann, der die gesamte Zauberwelt ins Kino gebracht hat, arbeitet künftig für die Konkurrenz: David Heyman hat mit seiner Firma Heyday Films einen mehrjährigen First-Look-Deal bei Amazon MGM Studios unterschrieben. Deadline hat den Abschluss am Dienstagabend exklusiv gemeldet, TheWrap zog eine knappe halbe Stunde später nach.
Der Deal gibt Amazon MGM das erste Zugriffsrecht auf alles, was Heyman künftig produziert – Spielfilme wie Dokumentarisches, Real- wie Animationsfilm. Vorausgegangen war das Auslaufen seines jüngsten First-Look-Vertrags bei Warner Bros., wo Heyman seit rund drei Jahrzehnten unter einer Kette solcher Abkommen gearbeitet hatte.
Drei Jahrzehnte Warner Bros.
Heymans Bilanz bei Warner ist die eines Studios im Studio. Er produzierte alle acht Harry-Potter-Filme und alle drei Teile von „Phantastische Tierwesen”, dazu „Barbie” von Greta Gerwig, „Wonka” mit Timothée Chalamet und Alfonso Cuaróns „Gravity”. Kaum ein anderer Produzent hat den Warner-Katalog der vergangenen 25 Jahre so geprägt.
Außerhalb des Studios stehen in seiner Filmografie Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood”, Noah Baumbachs „Marriage Story” und die „Paddington”-Reihe von Paul King. In Arbeit sind derzeit Taika Waititis Kazuo-Ishiguro-Verfilmung „Klara and the Sun” mit Jenna Ortega und Amy Adams sowie Luca Guadagninos KI-Drama „Artificial” mit Andrew Garfield.
Was das für die HBO-Serie bedeutet
Für Fans der Zauberwelt ist die entscheidende Frage, ob der Wechsel die HBO-Serie berührt. Nach Deadlines Darstellung nicht: Heyman bleibt Executive Producer der Harry-Potter-Serie, die zu Weihnachten 2026 startet. Er teilt sich diese Funktion mit J.K. Rowling, Neil Blair und Ruth Kenley-Letts; Showrunnerin ist Francesca Gardiner, Regie führt unter anderem Mark Mylod.
In Deutschland läuft die Serie bei HBO Max. Der Streamer ist hierzulande seit Januar 2026 als eigenes Abo verfügbar, nachdem die Exklusivlizenz von Warner Bros. Discovery an Sky ausgelaufen war. Ein Kalendertag für den deutschen Start steht bislang nicht fest – „Weihnachten 2026” ist die einzige offizielle Angabe.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall
Der Abgang fällt in eine Phase, in der Warner Bros. seine Kreativen reihenweise verliert. Der Konzern steckt mitten in der geplanten Übernahme durch Paramount, gegen die mehrere US-Bundesstaaten und Kalifornien klagen; ein Prozessbeginn ist für März 2027 angesetzt. Solange die Eigentümerfrage offen ist, weiß niemand, unter wem ein neu unterschriebener Vertrag am Ende laufen würde.
Deadline verweist auf einen vergleichbaren Fall im Fernsehgeschäft: Quinta Brunson wechselte nach Auslaufen ihres Overall-Deals bei Warner Bros. Television zu Disneys 20th Television. Für Warner ist Heymans Weggang der schwerwiegendere der beiden – er nimmt die Beziehung zu einem Franchise mit, das dem Studio bis heute Milliarden einspielt.
Bond bleibt außen vor
Bei Amazon MGM ist Heyman kein Neuling. Gemeinsam mit Amy Pascal produziert er dort bereits den nächsten James-Bond-Film unter der Regie von Denis Villeneuve – das Projekt, mit dem Amazon die kreative Kontrolle über 007 nach dem Rückzug von Barbara Broccoli und Michael G. Wilson erstmals selbst ausübt.
Dieser Bond fällt ausdrücklich nicht unter den neuen First-Look-Deal, sondern läuft als eigenständige Vereinbarung weiter. Der Pakt regelt also das, was danach kommt. Welche Filme das sein werden, hat weder Heyman noch Amazon MGM bislang gesagt. Wo die bisherigen Wizarding-World-Titel stehen, liest du in unserer Übersicht zur Reihenfolge der Wizarding-World-Filme und -Serien.
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