Kit Harington über Gilderoy Lockhart: „Süchtig nach sich selbst“

Kit Harington über Gilderoy Lockhart: „Süchtig nach sich selbst“ HBO
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Kit Harington war schon vor seiner Besetzung als Gilderoy Lockhart Fan der HBO-Serie zu Harry Potter – und erkennt sich in der Figur wieder. Im selben Podcast hält er eine Rückkehr als Jon Snow weiter für möglich.

Kit Harington hat zum ersten Mal ausführlich über seine Rolle in der HBO-Serie zu „Harry Potter” gesprochen. Im Podcast Happy Sad Confused erzählt der Schauspieler, dass er das Projekt schon unterstützt habe, bevor ihn überhaupt jemand für Gilderoy Lockhart anfragte – und dass er in dem eitlen Hogwarts-Professor mehr von sich selbst sieht, als man vermuten würde.

Im selben Gespräch hat Harington auch die Tür zu Jon Snow wieder einen Spalt geöffnet: Eine Fortsetzung von „Game of Thrones” hält er weiterhin für möglich. Beides zusammen zeigt einen Schauspieler, der mit seinen großen Fantasyrollen sichtlich Frieden geschlossen hat.

Auf einen Blick

Neue Rolle: Kit Harington spielt Gilderoy Lockhart in der zweiten Staffel der HBO-Serie zu Harry Potter. Er ersetzt Nicholas Hoult.

Was er über Lockhart sagt: Die Figur sei süchtig nach sich selbst. Am Look werde bereits gearbeitet.

Jon Snow: Die 2024 auf Eis gelegte Nachfolgeserie hält Harington weiterhin für möglich. Bestellt ist sie nicht.

Quelle: der Podcast Happy Sad Confused.

Lockhart: „Nur ein winziger Schritt links von mir”

Die Bücher haben für Harington einen besonderen Platz. Er höre sie jeden Abend als Hörbuch, gelesen von Stephen Fry, erzählt er – sein Kopf komme nachts nur schwer zur Ruhe, und die Geschichten helfen ihm beim Einschlafen. Schon als Kind sei er Fan gewesen. Als er von der Serie hörte, habe er die Idee brillant gefunden: Eine Serie könne tiefer in den Stoff eintauchen als die Filme. Dann kam der Anruf, ob er mitspielen wolle, und die Antwort sei ein schlichtes „Ja, bitte” gewesen.

Für Lockhart hat Harington eine eigene Lesart. Er nennt den Professor einen Süchtigen – süchtig nach sich selbst. Das sei nur ein winziger Schritt links von ihm selbst, scherzt er. Dass am Aussehen der Figur bereits gearbeitet wird, bestätigt er; mehr wolle er dazu nicht sagen, weil alles streng geheim sei. Ins Haus Gryffindor hat er sich nach eigener Aussage längst selbst einsortiert. Einen Besuch im Harry-Potter-Freizeitpark schließt er dagegen aus, das könnte für ihn etwas zu intensiv werden.

Harington hatte die Rolle im August übernommen, nachdem Nicholas Hoult aus Termingründen ausgestiegen war. Ganz neu ist ihm Lockhart nicht: In der Hörspielfassung von Audible mit vollem Ensemble hat er der Figur bereits seine Stimme geliehen. Die erste Staffel der Serie startet zu Weihnachten, die zweite folgt der Handlung von „Harry Potter und die Kammer des Schreckens”. Alles zur Figur steht auf unserer Seite zu Gilderoy Lockhart.

Jon Snow: Was Harington jetzt sagt

Die Serie um Jon Snow galt seit 2024 als gestorben. Im selben Podcast klingt Harington zum ersten Mal seit Langem wieder zuversichtlich: Er halte eine Rückkehr in die Welt von Westeros weiterhin für möglich – und fühle sich der Figur inzwischen wieder gewachsen.

Zwei Jahre lang habe man an dem Ableger gearbeitet, erzählt Harington im Gespräch mit dem Podcast Happy Sad Confused. Sein Fazit von damals fällt nüchtern aus: Er sei von Anfang an darauf festgelegt gewesen – und HBO und Romanautor George R. R. Martin ebenso –, das Projekt lieber liegen zu lassen, als es mit der falschen Geschichte zu erzwingen. Irgendwann habe er selbst den Schlussstrich gezogen und gesagt, das sei nicht die richtige Geschichte.

Der zweite Teil seiner Aussage ist der interessantere. Harington hält daran fest, dass es weiterhin eine Welt gebe, in der etwas funktionieren könne – er wäre sonst gar nicht erst eingestiegen. Und er beschreibt einen Sinneswandel bei sich selbst: Inzwischen habe er viele andere Dinge gemacht und fühle sich mit dieser Figur, dieser Welt und ihrem Platz in seinem Leben wieder wohler. Das ist keine Ankündigung, aber es ist deutlich mehr als das Schweigen der vergangenen zwei Jahre.

Der gebrochene Jon Snow – das verworfene Konzept

Was HBO entwickeln ließ, war kein Heldenepos. Die Serie sollte einen gealterten, gebrochenen Jon Snow zeigen, der an den Folgen des Serienfinales trägt: nach Norden verbannt, mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, getrennt von seinem Schattenwolf Geist und von seinem Schwert Langklaue. Harington selbst wollte, dass die Figur am Ende nicht triumphiert, sondern stirbt.

Genau an dieser Schwere dürfte das Projekt gescheitert sein. Eine Fortsetzung, die ihren Helden demontiert, lässt sich schwer gegen die Erwartung verkaufen, die das Publikum an eine Jon-Snow-Serie mitbringt. Dass Harington heute sagt, er fühle sich mit der Figur wieder wohler, könnte deshalb auch heißen: Der Zugriff müsste ein anderer sein als der von 2023.

Ein neuer Autor und ein neuer Schauplatz

Ganz tot war das Projekt offenbar nie. Nach Informationen des Hollywood Reporter wurde im vergangenen Jahr der Drehbuchautor Quoc Dang Tran verpflichtet, um den Stoff neu aufzusetzen und die Handlung nach Essos zu verlegen – also auf den östlichen Kontinent, den die Hauptserie vor allem über Daenerys Targaryens Jahre in Meereen erzählt hat. Ob aus diesem zweiten Anlauf etwas wird, ist offen.

Belegt ist damit ein Entwicklungsstand, keine Bestellung. HBO hat weder eine Staffel geordert noch einen Termin genannt, und Harington spricht ausdrücklich in Möglichkeitsform. Wer auf eine Rückkehr hofft, sollte das als das lesen, was es ist: ein Schauspieler, der eine Tür offen lässt, die er selbst zugezogen hatte.

Wo das Westeros-Universum gerade steht

Die Ausgangslage ist eine andere als 2024. HBO hat das Franchise seither deutlich ausgebaut: „House of the Dragon” läuft, „A Knight of the Seven Kingdoms” ist gestartet, und mit einem Kinofilm um Aegons Eroberung steht erstmals seit dem Serienende wieder ein Westeros-Projekt fürs große Publikum an. Ein Sequel zur Hauptserie fehlt in dieser Aufstellung als einziges.

Harington selbst ist in den kommenden Monaten vor allem in Hogwarts gebunden – die Lockhart-Rolle ist seine nächste große Fantasyfigur. Terminlich spricht trotzdem wenig dagegen, dass er sich mittelfristig noch einmal mit Jon Snow befasst. Inhaltlich fehlt dafür bislang alles.

Kit Harington. Er übernimmt die Rolle in der zweiten Staffel der HBO-Serie und ersetzt Nicholas Hoult, der aus Termingründen ausgestiegen ist. Harington beschreibt Lockhart als süchtig nach sich selbst.

Bestätigt ist sie nicht. Kit Harington sagt im Podcast Happy Sad Confused nur, dass es weiterhin eine Variante gebe, in der eine Fortsetzung funktionieren könne, und dass er sich mit der Figur wieder wohler fühle. Eine Bestellung durch HBO gibt es nicht.

Nach rund zwei Jahren Entwicklung fand sich kein tragfähiger Ansatz. Harington, HBO und George R. R. Martin hatten sich von Beginn an darauf verständigt, das Projekt nur mit der richtigen Geschichte umzusetzen. 2024 wurde es auf Eis gelegt.

Um einen gealterten, gebrochenen Jon Snow nach den Ereignissen des Serienfinales – mit posttraumatischer Belastungsstörung, ohne seinen Schattenwolf Geist und ohne sein Schwert Langklaue. Harington wollte, dass die Figur am Ende stirbt.

Derzeit nicht. Harington schließt eine Rückkehr nicht aus, aber es existiert kein bestelltes Projekt. Als Nächstes ist er in der zweiten Staffel der Harry-Potter-Serie von HBO als Gilderoy Lockhart zu sehen.

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