Game of Thrones: 15 Jahre Westeros – Wie die Serie das TV veränderte

Game of Thrones: 15 Jahre Westeros – Wie die Serie das TV veränderte HBO

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17.04.2026 16:23 Uhr

Vor genau 15 Jahren öffneten sich die Tore nach Westeros. Erfahre, wie der Kampf um den Eisernen Thron die TV-Landschaft für immer veränderte und was die epische Kino-Zukunft bringt.

Vor 15 Jahren eroberte „Game of Thrones” zum ersten Mal die Bildschirme und krempelte die TV-Landschaft für immer um. Erinnerst du dich noch an den Hype? Kaum jemand hätte den globalen Siegeszug vorhergesehen. George R.R. Martins brutales Fantasy-Epos schien schlichtweg zu gewaltig für das Fernsehen – ein Konstrukt, das man eher neben Giganten wie J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe oder Robert Jordans Das Rad der Zeit einordnet.

In den 2000er Jahren dominierten Fantasy-Geschichten unbestreitbar die Kinosäle. Peter Jacksons Mittelerde-Saga, Harry Potter, Die Chroniken von Narnia und Fluch der Karibik stürmten die Kinokassen. In diesem Klima wagte HBO das schier Unmögliche und brachte High Fantasy in gewaltigem Ausmaß ins Wohnzimmer. Zwar feierten TV-Formate wie Merlin bereits Erfolge, doch erst die Premiere der Episode Der Winter naht am 17. April 2011 sprengte alle bisherigen Grenzen in Sachen Produktionswert und schierer Ambition.

Die Geburt des Blockbuster-Fernsehens

Schnell mutierte die Serie zu einem Event mit waschechten Kino-Budgets. Dieser Trend zwingt die Branche bis heute zum Umdenken. Giganten wie Netflix, Prime Video, Apple TV+ und Disney+ werfen seitdem mit atemberaubenden Summen um sich, in der Hoffnung, den ultimativen Westeros-Erfolg zu kopieren. Manches funktioniert grandios, wie etwa „Stranger Things” oder „The Mandalorian”. Andere Projekte haben es deutlich schwerer.

Prime Video steckte beispielsweise unglaubliche Summen in „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht” und die mittlerweile abgesetzte Adaption „Das Rad der Zeit”. Obwohl Die Ringe der Macht zu den teuersten Serien aller Zeiten gehört, brach die Zuschauerschaft in der zweiten Staffel um heftige 60 Prozent ein. Auch wenn Prime Video weitere Eisen wie die kommende Adaption von Rebecca Yarros' Mega-Bestseller Fourth Wing im Feuer hat – die kulturellen Höhenflüge von „Game of Thrones” scheinen vorerst unerreichbar.

Ironischerweise saugte dieser TV-Boom das Genre fast völlig aus den Kinos ab. Mit Ausnahme von Peter Jacksons Der Hobbit (2012)-Trilogie übernahmen Superhelden die Leinwand, während epische Fantasy auf die Streaming-Plattformen abwanderte.

Ein meisterhaftes Erbe mit bitterem Nachgeschmack

Doch nicht alles glänzt wie valyrischer Stahl. Als die Showrunner das Quellmaterial von George R.R. Martin ab Staffel 5 überholten, geriet die Serie zunehmend ins Straucheln. Die Entscheidung, das verbleibende Epos in zwei stark verkürzten Staffeln zusammenzuquetschen, ruinierte beinahe den legendären Ruf. Der extrem rasante Sturz von Daenerys in den Wahnsinn verärgerte die Fans maßlos. Dennoch beweist gerade diese hitzige, bis heute andauernde Diskussion die unglaubliche und anhaltende Relevanz des Stoffes.

Die Zukunft gehört den Drachen

Glücklicherweise gewann das Franchise mit „House of the Dragon” die Herzen der Zuschauer zurück. Unter der direkten Führung von Martin fing das Prequel, das rund 200 Jahre früher spielt, die geliebte, bedächtige politische Intrige wieder ein – gewürzt mit gigantischen Feuerspuckern. Die Premiere brach alle bisherigen HBO-Rekorde. Im kommenden Juni erwartet dich bereits die dritte Staffel, während eine vierte und finale Staffel längst in trockenen Tüchern ist.

Zusätzlich triumphierte kürzlich das zweite Spin-off „A Knight of the Seven Kingdoms” mit einem grandiosen Rotten-Tomatoes-Score von 94 Prozent. Es erzählt die intimere, aber enorm wirkungsvolle Geschichte des Heckenritters Dunk und seines Knappen Egg. Auch hier bestätigt eine Verlängerung um eine zweite Staffel den durchschlagenden Erfolg.

Und das große Finale? Westeros erobert endlich die Kinosäle! Das frisch bestätigte Filmprojekt Game of Thrones: Aegon's Conquest (TBA) verlagert den Aufstieg von Aegon I. auf die große Leinwand und beleuchtet den blutigen Krieg, der die Herrschaft der Targaryens einläutete. Wer hätte diesen massiven, anhaltenden Triumph vorhergesehen, als wir vor 15 Jahren fassungslos zusahen, wie Jaime Lennister den jungen Bran Stark aus einem Turmfenster stieß? Du wurdest damals Zeuge, wie Fernsehgeschichte geschrieben wurde.