Sacha Baron Cohen über Mephisto: Das „Ironheart“-Team wollte ihn als jüdischen Schauspieler nicht kränken
Bevor Marvel ihm die Teufelsrolle anbot, fragte das „Ironheart“-Team, ob er sich als Jude beleidigt fühlen würde. Sacha Baron Cohen nennt das „einen Moment, gesehen zu werden“.
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Sacha Baron Cohen hat erzählt, wie er zur Rolle des Mephisto im MCU kam – und mit welcher Frage das Kreativteam der Disney+-Serie „Ironheart” ihm das Angebot machte. Man sei sich der jahrhundertealten Verbindung bewusst, die zwischen Juden und dem Bild des Teufels gezogen wurde, und wolle sicherstellen, dass er sich durch das Angebot nicht beleidigt fühle. Das berichtete Baron Cohen am Mittwochabend bei einer Live-Ausgabe des Podcasts „Happy Sad Confused” mit Josh Horowitz im New Yorker 92nd Street Y, wie Variety berichtet.
Mephisto war im Finale von „Ironheart” im vergangenen Jahr erstmals im MCU zu sehen. Dort zeigt sich, wer hinter den Kräften von Parker Robbins alias The Hood (Anthony Ramos) steht, dem Baron Cohens Figur ihren Kapuzenumhang überlassen hatte. Und Riri Williams (Dominique Thorne) geht am Ende selbst einen Pakt mit dem Dämon ein, um ihre verstorbene beste Freundin zurückzuholen.
„Es war ein wunderbares Treffen”
„Es war ein wunderbares Treffen, als man mir die Rolle angeboten hat”, sagte Baron Cohen. „Es war, glaube ich, ein fast ausschließlich Schwarzes Produktions- und Regieteam. Und sie sagten: ‚Wir möchten dir Mephisto anbieten, aber wir wissen um die negative Verbindung, die historisch zwischen Juden und dem Teufel gezogen wurde, und wir wollen sicherstellen, dass du dich durch dieses Angebot nicht beleidigt fühlst.‘” Er habe das als „unglaublich rücksichtsvoll und empathisch” empfunden und nur geantwortet: „Ja, für mich passt das.”
Für ihn war die Frage mehr als eine Höflichkeit. „Ich glaube, wir Juden fühlen uns manchmal nicht gesehen”, sagte Baron Cohen. „Wir haben nicht das Gefühl, dass andere mit uns mitfühlen können, dass auch wir leiden.” Dass ausgerechnet dieses Team so einfühlsam gewesen sei, beschreibt er als „einen Moment, gesehen zu werden” – „eine großartige Erfahrung”.
Warum die Frage nicht aus der Luft gegriffen war
Das Bild vom Juden mit Hörnern und teuflischen Zügen reicht bis ins Mittelalter zurück und geht unter anderem auf eine falsch übersetzte Bibelstelle zurück. Es gehört bis heute zum Repertoire antisemitischer Propaganda. Eine Teufelsfigur ausgerechnet mit einem jüdischen Schauspieler zu besetzen, ist deshalb keine neutrale Entscheidung – genau das hatte das Team offenbar im Blick.
Mephisto selbst ist an Mephistopheles aus der Faust-Tradition angelehnt und in den Marvel-Comics dafür bekannt, Helden zu Pakten zu verleiten, meist im Tausch gegen ihre Seele. Entwickelt wurde „Ironheart” von Chinaka Hodge, zu den ausführenden Produzenten gehören „Black Panther”-Regisseur Ryan Coogler und Zinzi Coogler. Marvel Studios hat sich gegenüber Variety zunächst nicht geäußert.
Wie es mit Mephisto im MCU weitergeht
Mephisto war jahrelang die Lieblingstheorie der Fans, etwa als heimlicher Strippenzieher in „WandaVision” – Regisseur Matt Shakman stellte 2023 klar, dass die Figur dort nie vorgesehen war. Mit „Ironheart” ist er nun tatsächlich im MCU angekommen, allerdings nur mit einem kurzen Auftritt am Ende der Staffel.
Ob und wann Baron Cohen als Mephisto zurückkehrt, ist offen: Marvel Studios hat bislang kein weiteres Projekt mit der Figur angekündigt. Der Schauspieler ist derzeit mit „Ali G: Who Iz I?” auf Promotour. Alle Folgen von „Ironheart” stehen bei Disney+ im Abo bereit.
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Chefredakteur und Gründer von scifiscene.
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