Xbox / Verfilmungen

Neue Sparte XP: Xbox will nach „Fallout“ und „Minecraft“ mehr Spiele verfilmen lassen

Microsoft bündelt Verfilmungen, Merchandise und Events seiner Spielemarken in der neuen Sparte XP. Geleitet wird sie von Kayleen Walters, die 13 Jahre bei Lucasfilm und zuletzt Chefin des Minecraft-Studios Mojang war.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · 08.10.2026 ·3 Min. Lesezeit
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Neue Sparte XP: Xbox will nach „Fallout“ und „Minecraft“ mehr Spiele verfilmen lassen
Microsoft

Xbox geht nach Hollywood: Microsofts Spielesparte hat eine neue Abteilung namens XP gegründet – ein Wortspiel mit „Experience Points”, den Erfahrungspunkten aus dem Rollenspiel. Sie soll die Marken von Xbox über das Spielen hinaus bekannt machen: mit Filmen und Serien, Merchandise, Partnerschaften und Live-Erlebnissen. Das geht aus einem internen Memo von Xbox-Chefin Asha Sharma hervor, das The Hollywood Reporter veröffentlicht hat.

Die Leitung übernimmt Kayleen Walters, bislang Präsidentin des Minecraft-Studios Mojang. Walters war zuvor 13 Jahre bei Lucasfilm und hat dort Star Wars über Filme, Produkte und Partnerschaften begleitet. Bei „Ein Minecraft Film” war sie ausführende Produzentin, bei der Fortsetzung ist sie Produzentin. Neue Chefin von Mojang wird Maria Angelidou-Smith, die fast zehn Jahre bei Meta gearbeitet hat und zuletzt Produktchefin bei Reddit war.

Vier Bereiche: Pictures, Products, Partnerships und Places

XP gliedert sich in vier Säulen. Xbox Pictures ist für Film- und Serienadaptionen zuständig, Xbox Products für Lizenzen und Merchandise, Xbox Partnerships für Sponsoren und Markenpartner und Xbox Places für Events, Freizeitparks und andere Erlebnisorte. „Unsere Marken können den Menschen mehr bedeuten als die Zeit, die sie mit dem Spielen verbringen”, schreibt Sharma in ihrem Memo.

Wichtig für alle, die auf neue Verfilmungen hoffen: XP ist keine Produktionsfirma. Die Sparte soll für die Stoffe von Xbox die passenden Partner finden, also Studios und Streamer, die eine Verfilmung umsetzen. Als Kandidaten nennt The Hollywood Reporter unter anderem Call of Duty, Fallout, Warcraft, Gears of War, Diablo, Forza, The Elder Scrolls und Halo – seit der Übernahme von Activision Blizzard gehört Microsoft ein großer Teil der bekanntesten Spielemarken überhaupt.

Vorbild sind Fallout und Minecraft

Die Rechnung dahinter ist einfach: Eine erfolgreiche Verfilmung kurbelt das Spielegeschäft an. Wie Xbox gegenüber Deadline vorrechnet, wurden die Fallout-Spiele im Game Pass während der ersten Staffel von „Fallout” bei Prime Video fünfmal so lange gespielt wie zuvor. Minecraft verzeichnet seit dem Kinostart von „Ein Minecraft Film” im Frühjahr 2025 über 75 Prozent mehr wöchentlich aktive Spieler als im Vorjahr.

Einige Projekte laufen bereits: Die Fortsetzung von „Ein Minecraft Film” ist in Produktion, „Fallout” geht mit Staffel 3 weiter, an einer Kinoverfilmung von Call of Duty arbeiten Taylor Sheridan und Peter Berg, und Netflix entwickelt eine Animationsserie zu Diablo. Dass nicht jede Adaption zündet, zeigt „Halo”: Paramount+ hat die Serie nach zwei Staffeln abgesetzt.

Neuausrichtung nach Entlassungen

Die Gründung fällt in eine Zeit großer Umbrüche. Xbox hat unter Sharma mehrere Entlassungsrunden hinter sich, Tausende Stellen sind weggefallen und etliche Studios geschlossen worden; das Unternehmen selbst spricht von einem „Reset”. Mit XP verlagert Microsoft das Gewicht nun stärker auf die Marken als auf einzelne Spiele.

Neue Verfilmungen hat Xbox mit der Gründung noch nicht angekündigt. Walters soll ihr Team zunächst aus internen und externen Kräften aufbauen. Spannend wird vor allem, wer sich die großen Namen sichert: Mit Fallout bei Amazon, Minecraft bei Warner Bros. und Call of Duty bei Paramount sind die ersten Marken bereits auf mehrere Häuser verteilt.

Darum geht's

scifiscene bei Google folgen

Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.

Als bevorzugte Quelle