SAG-AFTRA: Gewerkschaft, Streiks und aktueller Stand

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SAG-AFTRA vertritt rund 160.000 Beschäftigte in Film, Fernsehen, Radio, Musik und Games. Hier erfährst du, wofür die US-Gewerkschaft steht und wie ihre großen Streiks endeten.

SAG-AFTRA ist die US-Gewerkschaft für rund 160.000 Beschäftigte und Kreative aus Film, Fernsehen, Radio, Musik, Games und weiteren Medienbereichen. Sie handelt Tarifverträge aus, setzt Arbeitsstandards durch und vertritt ihre Mitglieder unter anderem bei Vergütung, Restzahlungen, Sicherheit sowie Gesundheits- und Altersvorsorge.

Die Organisation entstand 2012 aus dem Zusammenschluss der Screen Actors Guild (SAG) und der American Federation of Television and Radio Artists (AFTRA). Beide Vorgänger reichen in die 1930er-Jahre zurück. SAG-AFTRA gehört dem US-Gewerkschaftsbund AFL-CIO an und unterhält nationale Büros in Los Angeles und New York sowie lokale Vertretungen in den USA.

Auf einen Blick

Was bedeutet SAG-AFTRA? Der Name steht für Screen Actors Guild – American Federation of Television and Radio Artists.

Wen vertritt die Gewerkschaft? Unter anderem Schauspieler, Sprecher, Stuntleute, Rundfunkjournalisten, Sänger, Tänzer, DJs und weitere Medienschaffende.

Wie viele Mitglieder hat SAG-AFTRA? Nach eigenen Angaben rund 160.000.

Wer ist Präsident? Sean Astin steht seit September 2025 an der Spitze; Michelle Hurd ist Secretary-Treasurer.

Was war der jüngste große Streik? Der Videospielstreik von 2024/2025 endete nach der Ratifizierung eines neuen Tarifvertrags im Juli 2025.

Was macht SAG-AFTRA?

SAG-AFTRA vermittelt nicht einfach Jobs. Ihre Kernaufgabe ist die kollektive Interessenvertretung: Die Gewerkschaft verhandelt Mindestgagen und Arbeitsbedingungen, überwacht Verträge und unterstützt Mitglieder bei Ansprüchen. Je nach Produktionsart gelten unterschiedliche Abkommen, etwa für Kino- und Streamingproduktionen, Fernsehen, Werbung, Synchronarbeit, Musik oder Videospiele.

Eine wichtige Rolle spielen auch Restzahlungen, im Englischen residuals. Sie werden fällig, wenn Produktionen erneut ausgewertet werden. In den jüngeren Tarifrunden rückten zusätzlich Streamingvergütung und Regeln für digitale Abbilder und künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt.

SAG-AFTRA Streiks

Arbeitskämpfe sind für SAG-AFTRA das letzte Mittel, wenn Verhandlungen über neue Tarifverträge scheitern. Drei Streiks prägen die jüngere Geschichte besonders: der Videospielstreik 2016/2017, der Film- und Fernsehstreik 2023 sowie der erneute Videospielstreik 2024/2025.

Streik 2016/2017

Der Streik gegen elf Videospielunternehmen begann am 21. Oktober 2016 und wurde am 25. September 2017 nach 340 Tagen beendet. Zu den bestreikten Unternehmen gehörten unter anderem Activision, Electronic Arts, Insomniac Games und Take-Two. Der anschließende Vertrag brachte laut SAG-AFTRA mehr Transparenz über Rollen und Arbeitsanforderungen sowie eine neue Bonusstruktur zusätzlich zur Sitzungsvergütung.

Streik 2023

Der Film- und Fernsehstreik lief vom 14. Juli bis zum 9. November 2023 und dauerte 118 Tage. Parallel hatte die Writers Guild of America gestreikt, wodurch große Teile der US-Produktion zeitweise stillstanden. Die Mitglieder von SAG-AFTRA ratifizierten den neuen dreijährigen Vertrag am 5. Dezember 2023 mit 78,33 Prozent Zustimmung.

Der Abschluss erhöhte unter anderem Mindestvergütungen, führte einen Beteiligungsbonus für erfolgreiche Streamingtitel ein und regelte Zustimmung und Vergütung bei bestimmten Einsätzen digitaler Abbilder. Damit ist die alte Formulierung, der Streik laufe noch, überholt.

Videospielstreik 2024/2025

Am 26. Juli 2024 begann ein weiterer Streik gegen Videospielunternehmen. Hauptstreitpunkt waren Schutzregeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Nach einer vorläufigen Einigung setzte SAG-AFTRA den Streik am 11. Juni 2025 aus; am 9. Juli 2025 stimmten 95,04 Prozent der Abstimmenden für den neuen Interactive Media Agreement.

Der Vertrag enthält nach Gewerkschaftsangaben unter anderem Zustimmungspflichten für digitale Repliken, zusätzliche Vergütungsregeln, höhere Mindestgagen und die Möglichkeit, die Zustimmung zur Erzeugung neuen Materials während eines Streiks auszusetzen.

SAG-AFTRA steht für Screen Actors Guild – American Federation of Television and Radio Artists. Die heutige Gewerkschaft entstand 2012 durch die Fusion der beiden Organisationen.

SAG-AFTRA vertritt nach eigenen Angaben ungefähr 160.000 Mitglieder aus Film, Fernsehen, Radio, Musik, Videospielen und weiteren Medienberufen.

Sean Astin ist seit dem 12. September 2025 Präsident von SAG-AFTRA. Er folgte auf Fran Drescher und wurde für eine zweijährige Amtszeit gewählt.

Der Film- und Fernsehstreik wurde am 9. November 2023 nach 118 Tagen ausgesetzt. Die Mitglieder ratifizierten den neuen Tarifvertrag am 5. Dezember 2023.

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