Star Trek

„Für einige von uns kein Schock“: Jonathan Frakes erinnert sich an Patrick Stewart

Jonathan Frakes spricht im Fernsehinterview über vier Jahrzehnte mit Patrick Stewart: vom ersten Treffen vor dem Maskenmobil über Dodgers-Spiele bis zu seiner liebsten Regieanweisung – und warum Stewarts Tod den TNG-Cast nicht überrascht hat.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·3 Min. Lesezeit
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„Für einige von uns kein Schock“: Jonathan Frakes erinnert sich an Patrick Stewart
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Fast 40 Jahre lang standen sie gemeinsam auf der Brücke der Enterprise, jetzt hat Jonathan Frakes zum ersten Mal ausführlich über den Tod seines Freundes gesprochen. Im Interview mit der Morgensendung von KTLA 5 in Los Angeles erinnerte sich der Riker-Darsteller an Patrick Stewart, der am 28. Oktober im Alter von 86 Jahren gestorben ist – und verriet, dass die Nachricht für das Ensemble von „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert” nicht aus heiterem Himmel kam.

„Nun, es ging ihm nicht gut. Also war es für einige von uns kein Schock“, sagte Frakes. Während Millionen Fans von der Nachricht überrascht wurden, weil Stewarts Familie seine Krankheit nie öffentlich gemacht hatte, wussten die Kolleginnen und Kollegen Bescheid. Viele Serien seien keine echte Familie, so Frakes. „Wir sind seit 40 Jahren eine.“

„Nein, nein, Darling, Cricket!“

Wie diese Freundschaft begann, erzählte Frakes mit Stewarts Akzent in der Stimme. Auf dem Weg zum Maskenmobil habe er erkannt, wer da neben ihm lief, und sie seien über Baseball ins Gespräch gekommen. Stewarts Antwort: „Nein, nein, Darling, Cricket, Cricket ist der Sport.“ Aus dem Wortwechsel wurde schnell mehr. „Wir wurden schnell Freunde. Wir sind zusammen zu Spielen der Dodgers gegangen“, sagte Frakes. Stewart wohnte in der Nähe des Stadions und wurde selbst zum großen Baseball-Fan.

Wie eng das Ensemble zusammenwuchs, beschreibt Frakes mit einer Anekdote über seine Frau, die Schauspielerin Genie Francis. In den ersten Jahren habe der Cast die ganze Woche gedreht und sich am Wochenende trotzdem zum Abendessen getroffen. „Sie fragte: Was machst du da? Wir verbringen den Samstagabend mit diesen Leuten?“ Das sei ein paar Jahre lang so gegangen. „Es ist etwas ganz Besonderes.“

Die beste Regieanweisung: „Denk schneller“

Kaum ein Schauspieler hat so viel Zeit mit Stewart vor der Kamera verbracht wie Frakes. „Ich habe mit ihm mehr gespielt und ihn öfter inszeniert als irgendjemanden sonst, mit dem ich je gearbeitet habe“, sagte er und rechnete vor: 182 Folgen, vier Kinofilme, dazu drei Staffeln „Star Trek: Picard”. „Man sagt ja, man soll Tennis mit einem besseren Spieler spielen. Wenn man mit so einem Schauspieler arbeitet, wird man besser. Ich trage also eine Menge Patrick in mir.“

Die Vertrautheit machte auch die Arbeit am Set einfacher. Frakes, der bei „Star Trek: Der erste Kontakt“ und vielen Folgen Regie führte, musste seine Hinweise nicht in Watte packen. „Meine beste Anweisung an Patrick war immer: Denk schneller“, erzählte er. Stewart habe dann geantwortet: „Großartig, Johnny, perfekt. Das ist wirklich gut.“

Ein Abschied im Zeichen von Team Trek

Anlass des Interviews war Frakes’ Engagement für das Pancreatic Cancer Action Network. Sein Bruder Daniel starb vor 30 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs, seither sammelt Frakes mit dem Team Trek Spenden für die Forschung, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Franchise. Rund 750.000 Dollar sind laut KTLA bereits zusammengekommen, der nächste Spendenlauf PurpleStride findet am 24. April 2027 am Santa Monica Pier statt.

Auch LeVar Burton, der Geordi La Forge spielte, hat den Familien-Gedanken aufgegriffen. „Er war Familie“, zitiert ScreenRant den Schauspieler. Von allen Damen und Rittern, die er gekannt habe, sei Stewart „tief im Inneren der albernste“ gewesen. Wie Marina Sirtis, Kate Mulgrew und Jeri Ryan Abschied genommen haben, steht in unserem Artikel zu den Reaktionen aus der Star-Trek-Familie, den Nachruf mit Stewarts letztem Auftritt in „Avengers: Doomsday” findest du hier. Alles über seine größte Rolle steht auf unserer Seite zu Jean-Luc Picard.

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