Die sechste Folge bricht bewusst mit dem Erzählrhythmus der Serie. Statt die Handlung voranzutreiben, schlagen Sigrid, ihre Gefährten und die neu gewonnenen Frostriesen am Abend vor der Schlacht ein Lager auf. Gemeinsam nehmen sie Rauschpilze zu sich und tauschen Geschichten von Heldenmut und Grauen aus – jede Erzählung vertieft die Mythologie dieser Welt und beleuchtet die Grausamkeit der Asen.
Egills Geschichte fällt persönlicher aus als die übrigen: Sie zeigt, welchen Preis er dafür zahlte, offen zu seiner Sexualität zu stehen. Ulfr berichtet, wie er einst ein Kind vor einem Wolf rettete und in dessen Fell hüllte, es später jedoch aß, um selbst zu überleben – und so dem Wolf immer ähnlicher wurde. Seine Wahrheit verleiht der Seid-Kona neue Kraft.
Sigrid erzählt die längste Geschichte: ihren eigenen Weg vom Clan der Offenen Hand, wo sie sich stets als Außenseiterin fühlte und ihre Füße nie den Boden berührten, über die Begegnung mit Hervor und Leif bis zu dem Thron, den Leif für sie baute. Als sie sich darauf setzte und zum ersten Mal ihre Füße den Boden berührten, wusste sie, dass sie angekommen war.
Egill sucht schließlich die Seid-Kona auf, die ihm ihren wahren Namen verrät: Aile. Sie versucht, ihn vor etwas zu warnen, das am nächsten Tag geschehen wird, doch er will die Zukunft nicht hören. Da Thyra keine eigene Geschichte hat, schenkt Sigrid ihr eine zum Erzählen. Am Ende der Folge tritt Odin selbst vor Sigrid und warnt sie eindringlich vor ihrem eigenen Tod, sollte sie ihren Rachefeldzug fortsetzen.