Anzeige
James Bond / Wiki

SPECTRE | James-Bond-Wiki

SPECTRE ist die Verbrecherorganisation, gegen die James Bond am häufigsten antritt. Wofür der Name steht, warum sie auf Deutsch einst PHANTOM hieß, wie Blofeld sie führt und wie sie endete.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · 06.10.2026 ·5 Min. Lesezeit
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
SPECTRE | James-Bond-Wiki
MGM

SPECTRE ist die fiktive Verbrecherorganisation aus der James-Bond-Reihe – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film „James Bond 007 - Spectre” von 2015. Angeführt von Ernst Stavro Blofeld, arbeitet die Organisation für keine Regierung und keine Ideologie, sondern nur für Geld und Macht: Sie spielt Großmächte gegeneinander aus, erpresst ganze Staaten und rächt sich an jedem, der ihr in die Quere kommt.

In den 1960er-Jahren war SPECTRE der Dauergegner von Sean Connerys Bond, danach verschwand die Organisation wegen eines Rechtestreits für mehr als vier Jahrzehnte aus der offiziellen Reihe. Erst die Daniel-Craig-Filme holten sie zurück – und erzählten zugleich ihr Ende.

Auf einen Blick

Was ist SPECTRE? Eine internationale Verbrecherorganisation aus den James-Bond-Romanen und -Filmen, die Terror, Erpressung und Rache als Geschäft betreibt.

Wofür steht SPECTRE? Für „Special Executive for Counter-intelligence, Terrorism, Revenge and Extortion” – sinngemäß eine Sondereinheit für Gegenspionage, Terror, Rache und Erpressung.

Wer ist der Chef? Ernst Stavro Blofeld, intern Nummer 1.

Wie hieß SPECTRE auf Deutsch? In den frühen deutschen Synchronfassungen erst G.O.F.T.E.R., dann PHANTOM. Ab „James Bond 007 - Man lebt nur zweimal” blieb es beim Originalnamen.

Gibt es SPECTRE noch? In der Craig-Reihe nicht: In „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben” (2021) wird die Führungsriege ausgelöscht, Blofeld stirbt kurz darauf.

Wofür SPECTRE steht – und warum sie in Deutschland anders hieß

Ausgeschrieben lautet der Name „Special Executive for Counter-intelligence, Terrorism, Revenge and Extortion”. Erfunden wurde die Organisation Ende der 1950er-Jahre für ein Filmprojekt, an dem Ian Fleming mit dem Produzenten Kevin McClory und dem Drehbuchautor Jack Whittingham arbeitete. Daraus wurde 1961 Flemings Roman Thunderball, in dem SPECTRE erstmals auftritt. Der Gedanke dahinter: Statt des Kalten Kriegs mit der Sowjetunion als ewigem Feindbild bekam Bond einen Gegner, der auf keiner Seite steht.

Wer die frühen Filme in der deutschen Fassung kennt, hat den Namen SPECTRE dort womöglich nie gehört. In „James Bond 007 jagt Dr. No” heißt die Organisation G.O.F.T.E.R., die „Geheimorganisation für Terror, Erpressung und Rache”. In „James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau” und „James Bond 007 - Feuerball” wurde daraus PHANTOM – ohne dass erklärt wird, dass auch dieser Name eine Abkürzung sein soll. Erst ab „James Bond 007 - Man lebt nur zweimal” übernahm die Synchronisation das englische SPECTRE.

Aufbau: Nummern statt Namen

SPECTRE ist streng hierarchisch organisiert. Die Mitglieder tragen Nummern, Blofeld ist Nummer 1. In „James Bond 007 - Feuerball” führt Emilio Largo als Nummer 2 den Atombomben-Coup aus, in „James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau” planen Rosa Klebb als Nummer 3 und der Schachgroßmeister Kronsteen als Nummer 5 die Falle für Bond. Versagen wird nicht verziehen: Wer einen Auftrag vermasselt, wird in den Filmen meist vor versammelter Runde hingerichtet.

Das Erkennungszeichen ist ein Oktopus, dessen Tentakel symbolisch in alle Richtungen greifen. Ranghohe Mitglieder tragen ihn als Ring; die Craig-Filme greifen das Motiv wieder auf und machen den Oktopus-Ring zum roten Faden, der Bond in „James Bond 007 - Spectre” zur Organisation führt.

SPECTRE in den Bond-Filmen

Im Kino trat SPECTRE schon im allerersten Bond-Film auf: In „James Bond 007 jagt Dr. No” (1962) arbeitet der Titelschurke für die Organisation – im Roman stand er noch im Dienst der Sowjetunion. Bis 1971 war SPECTRE in fast jedem Connery-Film der Drahtzieher, danach folgte eine lange Pause.

Jahr Film Was SPECTRE vorhat
1962 James Bond 007 jagt Dr. No Dr. No sabotiert US-Raketenstarts von Jamaika aus
1963 James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau Rache für Dr. No, Raub einer sowjetischen Chiffriermaschine
1965 James Bond 007 - Feuerball Diebstahl zweier Atombomben, Erpressung der NATO
1967 James Bond 007 - Man lebt nur zweimal Kapert Raumkapseln, um USA und Sowjetunion in einen Krieg zu treiben
1969 James Bond 007 - Im Geheimdienst Ihrer Majestät Blofeld droht mit biologischen Waffen aus den Schweizer Alpen
1971 James Bond 007 - Diamantenfieber Diamanten-Laser im Orbit als Druckmittel
1983 Sag niemals nie Remake von Feuerball, außerhalb der Eon-Reihe
2015 James Bond 007 - Spectre Globales Überwachungsnetz, Blofeld als Bonds Ziehbruder
2021 James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben Die Organisation wird selbst zum Opfer

Dazu kommt ein Sonderfall: Im Prolog von „James Bond 007 - In tödlicher Mission” (1981) taucht ein kahler Mann mit weißer Katze im Rollstuhl auf. Weder er noch seine Organisation werden beim Namen genannt – aus rechtlichen Gründen, wie der nächste Abschnitt zeigt.

Warum SPECTRE 44 Jahre fehlte

Weil SPECTRE aus dem gemeinsamen Filmprojekt mit McClory und Whittingham stammte, klagte McClory gegen Fleming. Der Vergleich von 1963 sprach ihm die Filmrechte am Stoff von Thunderball zu. „James Bond 007 - Feuerball” entstand deshalb 1965 als Koproduktion mit McClory, und mit „Sag niemals nie” brachte er 1983 sogar einen eigenen Bond-Film mit Sean Connery und SPECTRE ins Kino. Die Eon-Produzenten mieden Organisation und Chef nach „James Bond 007 - Diamantenfieber” konsequent.

Beendet wurde der Streit erst am 15. November 2013: MGM und Danjaq erwarben sämtliche Rechte aus dem Nachlass McClorys. Zwei Jahre später trug der nächste Film den Namen der Organisation im Titel. Die ausführliche Geschichte des Rechtestreits erzählen wir auf unserer Seite zu Blofeld.

Quantum: SPECTREs Ableger in den Craig-Filmen

Solange SPECTRE nicht verfügbar war, erfanden die Craig-Filme einen Ersatz. In „James Bond 007 - Casino Royale” (2006) taucht erstmals der undurchsichtige Mr. White auf, gespielt von Jesper Christensen, in „James Bond 007 - Ein Quantum Trost” (2008) bekommt die Organisation hinter ihm einen Namen: Quantum. Sie unterwandert Regierungen und Konzerne und will sich in Bolivien die Wasserversorgung sichern.

„James Bond 007 - Spectre” ordnet das rückwirkend neu: Quantum war nur ein Teil von SPECTRE, und Blofeld zog hinter allen Gegnern der Craig-Ära die Fäden – von Le Chiffre bis Raoul Silva. Mr. White, inzwischen schwer krank und mit Thallium vergiftet, führt Bond auf die Spur seiner früheren Auftraggeber, bevor er sich das Leben nimmt.

Das Ende von SPECTRE

In „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben” will Blofeld Bond mit der Nano-Biowaffe Heracles töten lassen, die nur auf die DNA bestimmter Personen anspricht. Doch der Plan kehrt sich um: Der Wissenschaftler, der die Waffe programmiert, arbeitet heimlich für Lyutsifer Safin. Auf einer Feier zu Blofelds Geburtstag in Kuba tötet Heracles stattdessen die versammelten SPECTRE-Mitglieder. Blofeld selbst stirbt kurz darauf im Gefängnis Belmarsh.

Damit ist SPECTRE in der Craig-Zeitlinie zerschlagen. Ob die Organisation im Neustart der Reihe zurückkehrt, ist offen – rechtlich stünde dem seit 2013 nichts mehr im Weg. Alle Filme in der Übersicht findest du unter James Bond Filme in der richtigen Reihenfolge.

SPECTRE steht für „Special Executive for Counter-intelligence, Terrorism, Revenge and Extortion” – sinngemäß eine Sondereinheit für Gegenspionage, Terror, Rache und Erpressung. Die Organisation arbeitet für keinen Staat, sondern für den, der zahlt.

SPECTRE ist eine fiktive internationale Verbrecherorganisation aus den James-Bond-Romanen und -Filmen. Sie wird von Ernst Stavro Blofeld geführt und erpresst Regierungen, stiehlt Waffen und versucht, die Großmächte gegeneinander auszuspielen.

Ernst Stavro Blofeld, intern Nummer 1. In den Filmen spielten ihn unter anderem Donald Pleasence, Telly Savalas, Charles Gray und zuletzt Christoph Waltz.

In der Eon-Reihe in „James Bond 007 jagt Dr. No”, „James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau”, „Feuerball”, „Man lebt nur zweimal”, „Im Geheimdienst Ihrer Majestät”, „James Bond 007 - Diamantenfieber”, „James Bond 007 - Spectre” und „Keine Zeit zu sterben”. Außerhalb der Reihe zusätzlich in „Sag niemals nie” (1983).

Die deutschen Synchronfassungen der 1960er-Jahre übersetzten den Namen frei: In „James Bond 007 jagt Dr. No” hieß die Organisation G.O.F.T.E.R., in „James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau” und „Feuerball” PHANTOM. Ab „Man lebt nur zweimal” blieb es beim englischen SPECTRE.

Quantum ist die Verbrecherorganisation aus „James Bond 007 - Ein Quantum Trost” (2008), zu der auch Mr. White gehört. „James Bond 007 - Spectre” enthüllt später, dass Quantum nur ein Ableger von SPECTRE war.

Nein, nicht in der Craig-Zeitlinie. Die Biowaffe Heracles tötet in „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben” die versammelten SPECTRE-Mitglieder, Blofeld stirbt kurz darauf. Ob die Organisation im Neustart der Reihe zurückkehrt, ist offen.

scifiscene bei Google folgen

Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.

Als bevorzugte Quelle