James Bond / Charaktere

Blofeld bei James Bond: Alle Darsteller, die weiße Katze und das Ende des SPECTRE-Chefs

Ernst Stavro Blofeld ist Bonds bekanntester Gegenspieler. Alle Darsteller von Donald Pleasence bis Christoph Waltz, die weiße Katze, der Rechtestreit um SPECTRE und Blofelds Ende in Keine Zeit zu sterben.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · 02.10.2026 ·8 Min. Lesezeit
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Blofeld bei James Bond: Alle Darsteller, die weiße Katze und das Ende des SPECTRE-Chefs
MGM

Ernst Stavro Blofeld ist der Kopf der Verbrecherorganisation SPECTRE und der bekannteste Gegenspieler von James Bond. Ian Fleming erfand ihn 1961 für den Roman Thunderball, im Kino trat er erstmals 1963 auf, damals noch ohne Gesicht, nur als Hände, die eine weiße Perserkatze streicheln.

Seitdem haben sieben Schauspieler Blofeld verkörpert, zuletzt der Wiener Christoph Waltz. Hier findest du alle Darsteller in einer Tabelle, die Geschichte der Katze, den Rechtestreit, der Blofeld jahrzehntelang aus der Reihe verbannte, und was aus der Figur nach „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben” geworden ist.

Auf einen Blick

Wer ist Blofeld? Der Gründer und Anführer von SPECTRE, einer internationalen Verbrecherorganisation, und Bonds wiederkehrender Erzfeind in Romanen und Filmen.

Wer hat Blofeld gespielt? In der offiziellen Eon-Reihe Anthony Dawson (ohne Gesicht), Donald Pleasence, Telly Savalas, Charles Gray, John Hollis (ohne Namen) und Christoph Waltz. Dazu Max von Sydow in „Sag niemals nie” (1983).

Ist Blofeld Bonds Bruder? Nur in der Craig-Ära. „James Bond 007 - Spectre” macht ihn zum Sohn von Bonds Ziehvater Hannes Oberhauser, also zu einer Art Ziehbruder. In Romanen und älteren Filmen sind die beiden nicht verwandt.

Ist Blofeld tot? In der Craig-Reihe ja. Er stirbt in „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben” (2021) an der Biowaffe Heracles, mit der Bond ihn unwissentlich infiziert.

Kommt Blofeld im neuen Bond zurück? Offen. Der nächste Film unter Regisseur Denis Villeneuve ist ein Neustart, über Bösewichte ist nichts bekannt.

Kommt Blofeld im nächsten Bond-Film zurück?

Der nächste 007-Film ist ein kompletter Neustart. Regie führt Denis Villeneuve, das Drehbuch schreibt Steven Knight, einen Bond-Darsteller hat das Studio noch nicht verkündet. Zu den Gegenspielern ist nichts offiziell bekannt. Weil Daniel Craigs Bond und Christoph Waltz’ Blofeld in „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben” beide sterben, wäre ein neuer Blofeld zwangsläufig eine Neubesetzung.

Die Rechte stünden dem nicht im Weg. Seit Ende 2013 gehören Blofeld und SPECTRE vollständig den Bond-Produzenten, der jahrzehntelange Streit mit dem Produzenten Kevin McClory ist beigelegt. Ein Blick auf die Geschichte zeigt aber: Blofeld war nie eine Figur für den ersten Film einer Ära. Sean Connery traf ihn erst im fünften Film von Angesicht zu Angesicht, Daniel Craig im vierten.

Alle Blofeld-Darsteller auf einen Blick

Jahr Film Darsteller Besonderheit
1963 James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau Anthony Dawson, Stimme Eric Pohlmann Gesicht nie zu sehen
1965 James Bond 007 - Feuerball Anthony Dawson, Stimme Eric Pohlmann Gesicht nie zu sehen
1967 James Bond 007 - Man lebt nur zweimal Donald Pleasence Erstes Gesicht, Narbe über dem Auge
1969 James Bond 007 - Im Geheimdienst Ihrer Majestät Telly Savalas Tötet Bonds Ehefrau Tracy
1971 James Bond 007 - Diamantenfieber Charles Gray Letzter Auftritt für 44 Jahre
1981 James Bond 007 - In tödlicher Mission John Hollis Ohne Namen, nur im Prolog
1983 Sag niemals nie Max von Sydow Nicht Teil der Eon-Reihe
2015 James Bond 007 - Spectre Christoph Waltz Neu erfunden als Franz Oberhauser
2021 James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben Christoph Waltz Tod im Gefängnis Belmarsh

Wer ist Ernst Stavro Blofeld?

In Flemings Romanen ist Blofeld ein Mann ohne Ideologie. Er wird am 28. Mai 1908 in Gdingen geboren, dem heutigen Gdynia in Polen, als Sohn eines polnischen Vaters mit deutschen Wurzeln und einer griechischen Mutter. Seine Organisation SPECTRE, die „Special Executive for Counter-intelligence, Terrorism, Revenge and Extortion”, arbeitet für jeden, der zahlt, und gegen jeden, der im Weg steht. Fleming schickt ihn in drei Romane: Thunderball (1961), On Her Majesty’s Secret Service (1963) und You Only Live Twice (1964), in dem Bond ihn tötet.

Das Kino hat aus diesem Geschäftsmann den archetypischen Superschurken gemacht: Glatze, Narbe, Kommandozentrale im Vulkan, Piranhabecken und die Katze auf dem Schoß. So prägend war das Bild, dass es selbst zur Vorlage wurde. Dr. Evil aus der „Austin Powers”-Reihe ist bis zur Glatze und der Katze Mr. Bigglesworth eine Parodie auf Donald Pleasences Blofeld.

Die Blofeld-Darsteller im Detail

Anthony Dawson – der Mann ohne Gesicht (1963 und 1965)

In „James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau” und „James Bond 007 - Feuerball” sieht man Blofeld nur von hinten oder als Hände, die eine weiße Perserkatze streicheln. Den Körper spielte Anthony Dawson, der schon in „James Bond 007 jagt Dr. No” als Professor Dent zu sehen war, die Stimme kam von Eric Pohlmann, einem gebürtigen Wiener. Im Abspann tauchte Blofeld nur als Fragezeichen auf.

Donald Pleasence – das Bild, das blieb (1967)

„James Bond 007 - Man lebt nur zweimal” zeigte Blofeld zum ersten Mal von vorn: kahlköpfig, mit einer Narbe über dem rechten Auge, in einem Stützpunkt im Krater eines japanischen Vulkans. Pleasence spielte die Rolle nur ein einziges Mal, prägte aber das Bild, das bis heute mit dem Namen verbunden wird.

Telly Savalas – der Blofeld zum Anfassen (1969)

In „James Bond 007 - Im Geheimdienst Ihrer Majestät” ist Blofeld plötzlich ein körperlicher Gegner, der Bond auf Skiern und im Bob verfolgt. Telly Savalas spielte ihn als Gegenpol zu George Lazenby, dem einzigen Bond-Darsteller mit nur einem Film. Am Ende erschießt Blofelds Komplizin Irma Bunt Bonds frisch angetraute Ehefrau Tracy, der dunkelste Schluss der klassischen Reihe.

Charles Gray – der Dandy (1971)

Charles Gray hatte in „James Bond 007 - Man lebt nur zweimal” noch den Verbündeten Henderson gespielt und kehrte vier Jahre später als Blofeld zurück. In „James Bond 007 - Diamantenfieber” ist der Schurke ein ironischer Lebemann, der zwischenzeitlich in Frauenkleidern flieht. Danach verschwand die Figur aus der offiziellen Reihe, für 44 Jahre.

John Hollis – der namenlose Schurke (1981)

Im Prolog von „James Bond 007 - In tödlicher Mission” sitzt ein kahler Mann mit weißer Katze im Rollstuhl, steuert Bonds Hubschrauber fern und landet schließlich in einem Fabrikschornstein. Sein Name fällt nie, und das hat einen Grund: Die Rechte an Blofeld waren damals umstritten. Gespielt wurde er von John Hollis, gesprochen im Original von Peter Marinker.

Max von Sydow – der Blofeld außer Konkurrenz (1983)

„Sag niemals nie” ist ein Remake von „James Bond 007 - Feuerball”, entstand außerhalb der Eon-Reihe und brachte Sean Connery noch einmal als 007 zurück. Max von Sydow spielte Blofeld dort als kühlen Strategen im Hintergrund. Den eigentlichen Gegenspieler Maximilian Largo gab der Österreicher Klaus Maria Brandauer.

Christoph Waltz – der Blofeld aus Wien (2015 und 2021)

Christoph Waltz ist der erste deutschsprachige Darsteller, der Blofeld auch ein Gesicht gibt. Seine Stimme hatte der Figur schon 1963 ein Wiener geliehen, Eric Pohlmann. Waltz, ebenfalls in Wien geboren, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Oscars für Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds” und „Django Unchained” gewonnen. In „James Bond 007 - Spectre” spielt er zunächst Franz Oberhauser und lüftet erst spät, wer er wirklich ist. In „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben” hat er nur noch einen kurzen Auftritt im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh.

Für das deutsche und österreichische Publikum steckt in dieser Ära mehr Heimat, als man auf den ersten Blick sieht. Der Name Oberhauser stammt aus Flemings Kurzgeschichte Octopussy, in der Hannes Oberhauser ein Bergführer aus Kitzbühel ist, der Bond das Skifahren beigebracht hat und für ihn „so etwas wie ein Vater” war. Gedreht wurde „James Bond 007 - Spectre” unter anderem in Sölden, wo am Gaislachkogel heute die Bond-Erlebniswelt 007 Elements steht, und im Osttiroler Obertilliach.

Warum Blofeld eine weiße Katze hat

Die Katze ist eine Erfindung des Kinos. In den ersten Auftritten diente sie als Ersatz für das Gesicht: Die Kamera zeigte nur Blofelds Hände, die eine weiße Perserkatze mit blauen Augen streicheln, und das reichte, um ihn als Mann mit Macht und ohne Mitgefühl zu zeichnen. Das Tier wurde so sehr zum Markenzeichen, dass die Katze 1981 sogar den namenlosen Blofeld identifizierte, und in „James Bond 007 - Spectre” streicht wieder eine weiße Katze durch Oberhausers Kommandozentrale.

Der Rechtestreit: Warum Blofeld 44 Jahre fehlte

Blofeld und SPECTRE entstanden nicht allein am Schreibtisch von Ian Fleming. Ende der 1950er entwickelte Fleming mit dem Produzenten Kevin McClory und dem Drehbuchautor Jack Whittingham ein Filmprojekt, aus dem Fleming später den Roman Thunderball machte, ohne die beiden zu nennen. McClory klagte, und 1963 endete der Prozess vor dem Londoner High Court nach neun Verhandlungstagen mit einem Vergleich: McClory erhielt die Filmrechte am Stoff von Thunderball und behielt Rechte an Handlung und Figuren.

Die Folgen zogen sich über Jahrzehnte. „James Bond 007 - Feuerball” entstand 1965 als Koproduktion mit McClory, „Sag niemals nie” 1983 als Konkurrenzfilm auf Basis seiner Rechte. Die Eon-Reihe verzichtete nach 1971 auf Blofeld und SPECTRE, der namenlose Rollstuhlfahrer von 1981 war ein Seitenhieb. Erst am 15. November 2013 gaben MGM und Danjaq bekannt, sämtliche Rechte aus dem Nachlass McClorys erworben zu haben. Zwei Jahre später hieß der nächste Bond-Film „James Bond 007 - Spectre”.

Spectre und Keine Zeit zu sterben: Blofeld als Bonds Ziehbruder

Die Craig-Ära verband Blofeld persönlich mit Bond, was Fans bis heute spaltet. „James Bond 007 - Spectre” erzählt, dass Hannes Oberhauser den verwaisten jungen James Bond bei sich aufnahm. Sein leiblicher Sohn Franz fühlte sich verdrängt, tötete den Vater bei einem Lawinenunglück, täuschte den eigenen Tod vor und nahm nach der Familie seiner Mutter den Namen Ernst Stavro Blofeld an. Rückwirkend macht der Film ihn zum Drahtzieher hinter allen Gegnern der Craig-Filme.

In „James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben” sitzt Blofeld im Gefängnis Belmarsh und lenkt SPECTRE weiter über ein künstliches Auge. Bond besucht ihn, ohne zu wissen, dass er selbst mit der Nano-Biowaffe Heracles präpariert wurde. Als er Blofeld würgt, überträgt sich das Gift, und Blofeld stirbt binnen Sekunden. Damit ist die Figur in dieser Zeitlinie endgültig auserzählt.

Mehr zur Reihe findest du in unserer Übersicht alle James-Bond-Filme in der richtigen Reihenfolge, bei allen James-Bond-Darstellern und auf den Figurenseiten zu Q und Miss Moneypenny.

In der offiziellen Reihe Anthony Dawson (1963 und 1965, ohne Gesicht), Donald Pleasence (1967), Telly Savalas (1969), Charles Gray (1971), John Hollis (1981, ohne Namen) und Christoph Waltz (2015 und 2021). Außerhalb der Eon-Reihe spielte Max von Sydow ihn 1983 in Sag niemals nie.

Blofeld ist der Gründer und Chef der Verbrecherorganisation SPECTRE und Bonds bekanntester Gegenspieler. Ian Fleming führte ihn 1961 im Roman Thunderball ein.

Nur in den Filmen mit Daniel Craig. Spectre (2015) macht Blofeld zum leiblichen Sohn von Hannes Oberhauser, der den verwaisten Bond aufgenommen hatte. Die beiden sind also Ziehbrüder, nicht blutsverwandt. In den Romanen und den älteren Filmen gibt es diese Verbindung nicht.

Bond besucht Blofeld im Gefängnis Belmarsh und ist dabei unwissentlich mit der Nano-Biowaffe Heracles präpariert. Als er Blofeld würgt, überträgt sich die Waffe, und Blofeld stirbt binnen Sekunden.

In seinen ersten Filmauftritten war Blofelds Gesicht nicht zu sehen, die Kamera zeigte nur seine Hände, die eine weiße Perserkatze streicheln. Die Katze wurde so zum Erkennungszeichen der Figur und später zum Vorbild für Parodien wie Dr. Evil in Austin Powers.

Wegen eines Rechtestreits mit dem Produzenten Kevin McClory, der seit 1963 Rechte an Thunderball und den darin entwickelten Figuren hielt. Eon verzichtete deshalb nach 1971 auf Blofeld. Erst 2013 erwarben MGM und Danjaq alle Rechte aus McClorys Nachlass.

Ein namenloser kahler Schurke mit weißer Katze, gespielt von John Hollis. Er wird allgemein als Blofeld gelesen, durfte wegen des Rechtestreits aber nicht so heißen.

Darum geht's

scifiscene bei Google folgen

Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.

Als bevorzugte Quelle