Videospielverfilmung / Film-News

Francis Lawrence zur „BioShock“-Verfilmung: „Wir kommen der Sache näher“

Die Netflix-Verfilmung von „BioShock“ ist nicht vom Tisch. Regisseur Francis Lawrence arbeitet weiter am Drehbuch, nennt die Spielwelt aber „eine harte Nuss“ – und sieht im Netflix-Umbau einen Unsicherheitsfaktor.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·3 Min. Lesezeit
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Francis Lawrence zur „BioShock“-Verfilmung: „Wir kommen der Sache näher“

Die Netflix-Verfilmung von „BioShock” lebt – aber fertig ist das Drehbuch noch nicht. Regisseur Francis Lawrence hat sich im Gespräch mit The Direct erstmals seit Längerem zum Stand des Projekts geäußert: „Wir arbeiten weiter daran”, sagte er, und weiter: „Wir kommen der Sache näher, und das ist großartig.” Ein Drehstart, ein Starttermin oder eine Besetzung stehen damit weiterhin nicht fest.

Das Interview fand im Rahmen der Pressetour zu seinem neuen Film „Die Tribute von Panem: Sunrise on the Reaping” statt, der am 19. November 2026 in den deutschen Kinos startet. Mit dem Abschluss seiner Arbeit an Panem wäre Lawrence grundsätzlich frei für den nächsten großen Stoff – ob das „BioShock” wird, ließ er aber ausdrücklich offen.

Warum „BioShock” so schwer zu verfilmen ist

Die größte Hürde sieht Lawrence im Kern des Spiels selbst. „Es ist eine harte Nuss, diese Welt und diese Geschichte zu knacken”, sagte er. „Wenn du das Spiel spielst, bist du selbst die Figur. Also musst du diese Figur von Grund auf neu erschaffen und in diese Welt setzen – eine Welt, die ehrlich gesagt auf die großartigste Art völlig verrückt ist.”

Gemeint ist Rapture, die Unterwasserstadt am Grund des Atlantiks, in der eine utopische Gesellschaft der 1940er- und 1950er-Jahre an Gier, Genmanipulation und dem Rauschmittel ADAM zerbricht. Im Spiel erlebt man diese Welt aus der Ego-Perspektive einer weitgehend stummen Hauptfigur – für einen Film reicht das nicht. Wer den Helden auf der Leinwand werden soll, ist genau die Frage, an der das Drehbuch laut Lawrence noch hängt.

Netflix-Umbau als Unsicherheitsfaktor

Neben dem Stoff selbst nannte Lawrence einen zweiten Grund für Verzögerungen: die Lage bei Netflix. Der Streamer hat seine Inhaltsspitze umgebaut: Die langjährige Chief Content Officer Bela Bajaria räumt ihren Posten, Nachfolger wird der frühere Fox-Manager Peter Rice. „Dazu kommt einfach das Netflix-Ding”, so Lawrence, „Netflix hat gerade Führungswechsel und all diesen Unsinn, mit dem ich mich nicht gern beschäftige. Wir werden sehen. Hoffentlich kriegen wir das hin.”

Ob „BioShock” sein nächster Film wird, beantwortete Lawrence mit einem Vergleich: Bei der Entwicklung mehrerer Projekte gebe es immer „Pferderennen”. Welches zuerst in Produktion gehe, hänge davon ab, wie weit das Drehbuch sei, wann die Darsteller Zeit hätten und manchmal sogar davon, zu welcher Jahreszeit irgendwo gedreht werden müsse. „Man weiß es einfach nie.”

Eine Verfilmung mit langer Vorgeschichte

Netflix hatte 2022 angekündigt, „BioShock” gemeinsam mit 2K und Take-Two als Realfilm umzusetzen. Lawrence übernahm die Regie, als Drehbuchautor war zunächst „Logan - The Wolverine”-Autor Michael Green an Bord. Schon davor war das Projekt einmal gescheitert: Universal hatte sich die Rechte 2008 gesichert, die geplante Verfilmung kam aber nie zustande.

Konkurrenz um Lawrences Zeit gibt es reichlich. Erst vor wenigen Tagen hat Paramount ihn als Regisseur der Bestseller-Verfilmung „Red Rising” verpflichtet – geschrieben von Justin Rhodes, der laut The Hollywood Reporter auch an „BioShock” mitentwickelt. Welches der beiden Projekte zuerst vor die Kamera geht, ist damit offen.

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