Power Rangers: Disney+ stoppt die geplante Live-Action-Serie
Disney+ verfolgt die Live-Action-Neuauflage der Power Rangers nicht weiter. Das Projekt der Percy-Jackson-Showrunner kommt über die Entwicklungsphase nicht hinaus — aus Kostengründen.
Aus der geplanten Live-Action-Neuauflage der Power Rangers bei Disney+ wird nichts. Wie Deadline exklusiv berichtet, verfolgt der Streamer das Projekt nicht weiter — es kommt über die Entwicklungsphase nicht hinaus. TheWrap hat die Absage kurz darauf über eine eigene Quelle bestätigt.
Für die Marke ist das der nächste Rückschlag in einer inzwischen langen Reihe. Seit fast zehn Jahren versucht Hasbro, die Rangers zurück auf große Bildschirme zu bringen — und seit fast zehn Jahren enden die Anläufe, bevor eine Kamera läuft.
Steinberg und Shotz waren längst an Bord
Hinter der Serie standen keine Unbekannten: Jonathan E. Steinberg und Dan Shotz hatten das Drehbuch geschrieben und wären als Executive Producer eingestiegen. Das Duo verantwortet für Disney+ bereits „Percy Jackson: Die Serie” als Showrunner — eine der erfolgreichsten Eigenproduktionen des Streamers.
Angesiedelt war das Projekt vor rund anderthalb Jahren bei Disney+, als Studio fungierte das konzerneigene 20th Television. TheWrap hatte im März zuerst gemeldet, dass Steinberg und Shotz in Verhandlungen stehen. Über den Entwicklungsstatus ist die Serie nie hinausgekommen: Eine Besetzung wurde nie bekanntgegeben, ein Starttermin ebenso wenig.
Nicht das Drehbuch war das Problem, sondern die Rechtelage
Laut Deadline liegen die Gründe für die Absage nicht im Kreativen, sondern im Geschäftlichen. Eine hochwertige Live-Action-Superheldenserie in der Größenordnung der Power Rangers ist eine erhebliche Investition — und die rechnet sich für einen Streamer deutlich schlechter, wenn weder er selbst noch das produzierende Studio die Marke besitzt.
Genau das ist hier der Fall: Die Rechte an Power Rangers liegen bei Hasbro. Disney hätte also viel Geld in eine Marke gesteckt, an der es langfristig kaum mitverdient — kein Merchandising, keine eigene Verwertungskette, keine Kontrolle über Fortsetzungen. In einer Phase, in der Streaming-Budgets ohnehin unter genauer Beobachtung stehen, ist das ein schwer zu verteidigender Posten.
Bemerkenswert ist der Fall trotzdem, denn Disney+ hatte sich zuletzt gezielt fremden Stoffen geöffnet. In den vergangenen Monaten kamen Entwicklungsdeals für Serien zu „Ella Enchanted” und „Casper” zustande. Die Rangers passten in diese Strategie — nur eben nicht zu diesem Preis.
Der dritte gescheiterte Anlauf in zehn Jahren
2017 brachten Lionsgate und Saban den Kinofilm „Power Rangers” mit Dacre Montgomery, Naomi Scott, Bryan Cranston und Elizabeth Banks in die Kinos. Bei einem Budget von rund 100 Millionen Dollar spielte er weltweit nur etwa 142 Millionen Dollar ein — zu wenig für die damals geplanten Fortsetzungen.
2021 übernahm Netflix den Staffelstab. Regisseur Jonathan Entwistle sollte dort ein ganzes Power-Rangers-Universum aus Filmen und Serien aufbauen, 2022 stieß Jenny Klein als Showrunnerin dazu. 2024 wurde bekannt, dass auch dieser Plan nicht weiterverfolgt wird.
Damit endet der dritte große Versuch innerhalb eines Jahrzehnts vor der Produktion. Auf dem Bildschirm existiert die Marke zuletzt nur noch in ihrer klassischen Form: Die jüngste reguläre Staffel war 2023 Power Rangers Cosmic Fury — seither ist nichts Neues nachgekommen.
Wie es jetzt weitergeht
Für Steinberg und Shotz ändert die Absage wenig. Die beiden schließen gerade die dritte Staffel ihrer Percy-Jackson-Serie ab, die am 20. November 2026 bei Disney+ startet, und entwickeln unter ihrem Gesamtvertrag weitere Projekte für 20th Television.
Offen bleibt, was Hasbro als Nächstes mit der Marke vorhat. Ein Studio, ein Partner oder gar ein Termin für eine neue Live-Action-Umsetzung ist derzeit nicht bestätigt. Bis dahin bleibt es bei dem, was seit 1993 existiert: einer Serienreihe, die aus japanischem Super Sentai-Material zusammengesetzt wurde, und einem Kinofilm, der seine Fortsetzung nie bekommen hat.
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