The Hunt for Ben Solo: Dave Filoni sagt dem Kylo-Ren-Film auf der D23 ab
Auf der D23 hat Lucasfilm-Co-Präsident Dave Filoni erstmals selbst zum gestoppten Kylo-Ren-Film Stellung genommen: „Die Macht ist in dieser Hinsicht nicht mit uns.“
Es gibt kaum ein Star-Wars-Projekt, das nie existiert hat und trotzdem so hartnäckig eingefordert wird wie „The Hunt for Ben Solo”. Auf der D23 in Anaheim hat sich jetzt erstmals der Mann dazu geäußert, der bei Lucasfilm mitentscheidet – und seine Antwort fällt so eindeutig aus, wie sie ausfallen kann, ohne unfreundlich zu werden.
Deadline traf Co-Präsident Dave Filoni am Rande der Messe und fragte, ob Adam Drivers Kylo Ren je auf die Leinwand zurückkehrt. „Es ist nicht hier, du wirst es hier nicht finden”, sagte Filoni, „die Macht ist in dieser Hinsicht nicht mit uns; ich liebe die Liebe, die ihr dafür empfindet.” Damit hat sich zum ersten Mal jemand aus der Lucasfilm-Spitze öffentlich zu dem Film geäußert, den Fans seit einem Dreivierteljahr zurückfordern.
Was Filonis Antwort wiegt
Filoni ist seit dem Umbau der Studioführung Co-Präsident von Lucasfilm und war bei „Star Wars: The Mandalorian and Grogu” zugleich Co-Autor und Produzent. Wenn er über die Kinozukunft der Marke spricht, spricht er nicht als Fan und nicht als Regisseur, sondern als einer der beiden Menschen, die den Filmplan aufstellen. Genau das unterscheidet die Aussage von allem, was bisher zu dem Projekt zu hören war: Bislang äußerten sich Beteiligte, jetzt äußert sich die Leitung.
Bemerkenswert ist auch, was Filoni nicht gesagt hat. Er nennt keinen Grund, kein „vielleicht später”, keine Bedingung, unter der die Sache noch einmal auf den Tisch käme. Der zweite Halbsatz – die Anerkennung der Fanliebe – ist ein Zugeständnis an die Kampagne, keine Hintertür. Wer in diesem Zitat nach einer Formulierung sucht, die Spielraum lässt, findet sie nicht.
Wie das Projekt gestoppt wurde
Entwickelt hatte den Film Adam Driver gemeinsam mit Regisseur Steven Soderbergh. Er sollte nach den Ereignissen von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers” spielen und den früheren Kylo Ren auf einen Weg der Wiedergutmachung schicken. Gestoppt haben ihn im Herbst 2025 der damalige Disney-Chef Bob Iger und Disney-Entertainment-Co-Chairman Alan Bergman. Öffentlich wurde das überhaupt nur, weil Driver es im Oktober 2025 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP selbst erzählte.
Die Begründung der beiden lief laut Deadline darauf hinaus, dass die Figur am Ende von Episode IX gestorben ist und eine Fortsetzung deshalb nicht schlüssig sei. Fans halten dem seit Monaten dieselbe Liste entgegen: Darth Maul, Boba Fett und Imperator Palpatine sind im Star-Wars-Kanon sämtlich nach ihrem Tod zurückgekehrt. Wie Daisy Ridley auf das Aus reagiert hat, haben wir damals aufgeschrieben.
Die Fankampagne läuft seit November 2025
Was auf die Absage folgte, ist eine der ausdauerndsten Fanaktionen der jüngeren Franchise-Geschichte. Nach einer Quartalskonferenz im November 2025 zog ein Flugzeug ein Banner mit der Aufschrift „Shareholders Want The Hunt for Ben Solo” über das Disney-Gelände in Burbank. Am 3. und 5. Januar 2026 folgten zwei Billboards am Times Square, im März sprang die Fallschirmspringerin Brenn Richards mit einer Flagge „Save the Hunt for Ben Solo” aus einem Flugzeug – samt schriftlicher Botschaft an Disneys neuen Chef Josh D’Amaro.
Aufgehört hat es seither nicht. Zur Premiere von „Star Wars: The Mandalorian and Grogu” in Los Angeles fuhr ein Truck mit digitaler Werbefläche durch Hollywood, am Startabend des 21. Mai stand er vor dem El Capitan, im Juli tauchte er auf der San Diego Comic-Con wieder auf. Hinter den Aktionen steht eine Gruppe namens Save Ben Solo. Filonis Sätze sind die erste direkte Antwort, die sie aus Anaheim bekommen hat.
Warum die Absage ausgerechnet jetzt schwer wiegt
Der Zeitpunkt ist unbequem, denn Star Wars hat im Kino gerade den schwächsten Live-Action-Start der Franchise-Geschichte hinter sich: „Star Wars: The Mandalorian and Grogu” kam weltweit auf 345 Millionen Dollar. In einer solchen Lage wäre ein sicherer Fan-Treffer das naheliegende Mittel. Lucasfilm setzt stattdessen auf Neues – und nimmt dabei in Kauf, dass die lauteste Fanforderung der vergangenen Monate unerfüllt bleibt.
Was dafür kommt, stand ebenfalls auf der D23: „Star Wars: Starfighter” mit Ryan Gosling startet am 28. Mai 2027, „Ahsoka” Staffel 2 läuft ab dem 20. Januar 2027 auf Disney+. Adam Driver ist trotzdem wieder bei Disney gelandet, nur eben nicht bei Lucasfilm: Er spielt Mister Sinister im X-Men-Neustart der Marvel Studios, der am 5. Mai 2028 in den US-Kinos anläuft. Alles Weitere aus Anaheim sammelt unsere D23-Übersicht.
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