Beißer bei James Bond: Richard Kiels Killer mit dem Stahlgebiss

Beißer bei James Bond: Richard Kiels Killer mit dem Stahlgebiss MGM
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Beißer ist der Hüne mit den Stahlzähnen aus „Der Spion, der mich liebte“ und „Moonraker“. Alles zu Richard Kiel, dem Gebiss und dem Wandel vom Killer zum Verbündeten.

Beißer (im Original Jaws) ist der Hüne mit dem Stahlgebiss aus den James-Bond-Filmen „James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte” (1977) und „James Bond 007 - Moonraker - Streng geheim” (1979). Gespielt wurde er von Richard Kiel, der mit 2,17 Metern jeden Gegner überragte und Roger Moores Bond in beiden Filmen überlebte – als einer der ganz wenigen Handlanger der Reihe, die zweimal gegen 007 antreten.

Dass Beißer bis heute zu den bekanntesten Bond-Figuren zählt, liegt an einem ungewöhnlichen Weg: Er beginnt als nahezu unzerstörbare Tötungsmaschine und endet als Verbündeter, der verliebt mit seiner Freundin Dolly anstößt. Diese Seite zeigt, in welchen Filmen Beißer auftritt, wie das Stahlgebiss entstand, wer Richard Kiel war und wo die Figur außerhalb des Kinos weiterlebt.

Auf einen Blick

Wer ist der Beißer? Ein riesenhafter Killer mit Zähnen aus Stahl, der in zwei Bond-Filmen für die Schurken Karl Stromberg und Hugo Drax arbeitet.

Wer spielte den Beißer? Der US-Schauspieler Richard Kiel (1939–2014), 2,17 Meter groß.

In welchen Filmen kommt er vor? In „Der Spion, der mich liebte” (1977) und „Moonraker – Streng geheim” (1979), beide mit Roger Moore als Bond.

Ist Beißer gut oder böse? Beides: Im ersten Film ist er Bonds Gegner, am Ende von „Moonraker” wechselt er die Seiten und hilft Bond gegen Drax.

Spricht Beißer im Film? Nur einmal. Sein einziger Satz fällt ganz am Schluss von „Moonraker”, als er mit Dolly anstößt.

Beißer in den Bond-Filmen

Jahr Film Auftraggeber Wie Beißer endet
1977 James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte Karl Stromberg schwimmt nach der Zerstörung von Atlantis davon
1979 James Bond 007 - Moonraker - Streng geheim Hugo Drax läuft zu Bond über und überlebt mit Dolly

„Der Spion, der mich liebte” (1977): der unzerstörbare Killer

In „James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte” arbeitet Beißer für den Reeder Karl Stromberg (Curd Jürgens), der die Menschheit auslöschen und unter Wasser neu beginnen will. Beißer tötet mit einem Biss, und nichts scheint ihn aufzuhalten: Er übersteht den Einsturz einer Ruine in Ägypten, einen Zusammenstoß mit einem Lieferwagen, den Sturz aus einem fahrenden Zug und einen Absturz mit dem Auto über eine Klippe. Am Ende sieht man ihn nach der Zerstörung von Strombergs Unterwasserstation Atlantis ungerührt davonschwimmen.

Geplant war das anders. Im ursprünglichen Drehbuch sollte Beißer von einem Hai getötet werden. Weil die Figur bei Testvorführungen so gut ankam, schrieben die Macher das Ende um und ließen ihn überleben. Diese Entscheidung machte den zweiten Auftritt überhaupt erst möglich.

„Moonraker” (1979): vom Gegner zum Verbündeten

In „James Bond 007 - Moonraker - Streng geheim” steht Beißer im Dienst des Industriellen Hugo Drax (Michael Lonsdale). Der Ton ist ein anderer: Aus der Bedrohung wird eine komische Figur, die immer wieder spektakulär scheitert. Bei der berühmten Seilbahn-Sequenz in Rio de Janeiro beißt er ein Stahlseil durch, und später stürzt er aus mehreren tausend Metern durch ein Zirkuszelt – und landet im Netz der Trapezkünstler.

Die Wende bringt Dolly (Blanche Ravalec), eine zierliche Frau mit Zahnspange, in die sich Beißer auf den ersten Blick verliebt. Als Drax auf seiner Raumstation nur „perfekte” Menschen überleben lassen will und Beißer begreift, dass er und Dolly nicht dazugehören, läuft er zu Bond über. Er hilft, Drax zu stoppen, und stößt mit Dolly an: „Well, here’s to us.” Es ist der einzige Satz, den Beißer in der gesamten Reihe spricht.

Das Stahlgebiss: Wie Beißers Zähne entstanden

Das Markenzeichen der Figur war für ihren Darsteller eine Qual. Produzent Albert R. Broccoli ließ das Gebiss eigens anfertigen. Ein erster Entwurf des Maskenbildners John Chambers wurde verworfen; die Gestalterin Katharina Kubrick Hobbs entwarf die Zähne dann bewusst zahnradartig statt spitz, damit sich Kiel nicht verletzen konnte. Gebaut hat sie ein Zahntechniker in der Nähe der Pinewood Studios.

Tragen konnte Kiel die Prothese nur für sehr kurze Zeit, bevor er würgen musste. Deshalb zeigt Beißer das Metall meist nur in kurzen Momenten mit breitem Grinsen, während er in vielen Szenen mit geschlossenem Mund zu sehen ist. Zum 40. Jubiläum der Bond-Reihe 2002 wurde das Gebiss im Science Museum in London ausgestellt.

Richard Kiel: der Mann hinter dem Beißer

Richard Kiel wurde am 13. September 1939 in Detroit geboren. Seine Größe von 2,17 Metern ging auf Akromegalie zurück, eine Überproduktion von Wachstumshormon. Bevor ihn die Bond-Produzenten entdeckten, spielte er vor allem Hünen und Handlanger, etwa den Häftling Samson in „Die härteste Meile” (1974) und den Killer Reace mit Metallzähnen in „Trans-Amerika-Express” (1976) – eine Rolle, die dem Beißer auffällig ähnelt.

Nach Bond blieb Kiel ein gefragter Nebendarsteller. Jüngere Zuschauer kennen ihn als Mr. Larson in „Happy Gilmore” (1996) und als Stimme des Diebs Vladimir in Disneys „Rapunzel – Neu verföhnt” (2010). Seine Erinnerungen veröffentlichte er 2002 unter dem Titel „Making It Big in the Movies”. Richard Kiel starb am 10. September 2014, drei Tage vor seinem 75. Geburtstag, in Fresno, Kalifornien.

Warum Beißer nicht ein drittes Mal zurückkam

Ein dritter Auftritt war im Gespräch: Für „James Bond 007 - In tödlicher Mission” (1981) gab es Überlegungen, Beißer und Dolly heiraten zu lassen. Die Idee wurde fallen gelassen, weil der Film nach dem Weltraum-Spektakel von „Moonraker” bewusst bodenständiger werden sollte und sich hinter der Kamera personell einiges änderte. So blieb es bei zwei Filmen – und bei einem der wenigen Bond-Gegner, die ihre Geschichte mit einem Happy End abschließen.

Genau darin liegt der Grund für Beißers Sonderstellung: Die meisten Bond-Handlanger sind Wegwerffiguren, die im Showdown sterben. Beißer ist der Handlanger, dem die Reihe eine Entwicklung gönnt. Dass diese Entwicklung ins Komische kippt, sehen viele Fans als Schwäche von „Moonraker” – dass man sich an ihn erinnert, spricht trotzdem für die Figur.

Beißer in Videospielen und Parodien

In den Bond-Videospielen ist Beißer ein Dauergast, fast immer mit Richard Kiels Aussehen. In „GoldenEye 007” für das Nintendo 64 (1997) taucht er in einer Bonusmission auf und lässt sich im Mehrspielermodus freischalten. In „James Bond 007: Everything or Nothing” (2004) steht er im Dienst des Schurken Nikolai Diavolo, und auch in „Nightfire”, der Neuauflage „GoldenEye 007” (2010) und „007 Legends” (2012) ist er spielbar.

Die Popkultur hat den Metallzahn-Riesen oft zitiert. Mel Brooks ließ in „Höhenkoller” (1977) eine Figur namens Braces mit Metallzähnen auftreten, in der Agentenkomödie „Get Smart” (2008) wiederholt ein Hüne Beißers Fallschirmstunt, und in der Realverfilmung von „Inspector Gadget” (1999) hat Richard Kiel selbst einen Gastauftritt als großer Mann mit Metallzähnen. Wer die übrigen wiederkehrenden Figuren der Reihe kennenlernen will, findet sie auf unseren Seiten zu Q und Miss Moneypenny.

Mehr zur Reihe insgesamt: alle James-Bond-Filme in der richtigen Reihenfolge und die Übersicht über alle James-Bond-Darsteller, darunter Roger Moore, der in beiden Beißer-Filmen 007 spielte.

Der US-Schauspieler Richard Kiel. Er war 2,17 Meter groß und spielte die Figur in „James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte” (1977) und „James Bond 007 - Moonraker - Streng geheim” (1979).

In zwei Filmen mit Roger Moore: „James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte” (1977) und „James Bond 007 - Moonraker - Streng geheim” (1979). Ein dritter Auftritt in „In tödlicher Mission” war im Gespräch, wurde aber verworfen.

Nein. Die Stahlzähne waren eine Prothese, die ein Zahntechniker für den Film baute. Richard Kiel konnte sie nur sehr kurz tragen, weil sie extrem unangenehm war.

Zunächst böse: In „James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte” ist er ein Killer im Dienst von Karl Stromberg. Am Ende von „Moonraker” verliebt er sich in Dolly, wechselt die Seiten und hilft Bond gegen Hugo Drax.

„Well, here’s to us.” Er sagt den Satz, als er am Ende von „Moonraker” mit Dolly anstößt. Es ist das einzige Mal, dass Beißer in den Bond-Filmen spricht.

Richard Kiel starb am 10. September 2014 in Fresno, Kalifornien, drei Tage vor seinem 75. Geburtstag.

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