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Ben Affleck nennt die „Justice League“-Nachdrehs den Tiefpunkt seiner Karriere

Die Nachdrehs zu Justice League waren für Ben Affleck der Tiefpunkt seiner Karriere. Im Podcast Happy Sad Confused kritisiert er Zack Snyders Ablösung scharf – und erzählt, warum er Star Wars nicht inszenierte.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · 12.10.2026 ·Aktualisiert 13.10.2026 ·5 Min. Lesezeit
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Ben Affleck nennt die „Justice League“-Nachdrehs den Tiefpunkt seiner Karriere
Skydance

Ben Affleck hat die Arbeit an „Justice League” als den Tiefpunkt seiner Karriere bezeichnet. Im Podcast Happy Sad Confused von Josh Horowitz, in dem er eigentlich seinen neuen Netflix-Film Animals vorstellte, sprach er so offen wie selten über die Nachdrehs, mit denen Warner Bros. den Film nach dem Ausscheiden von Zack Snyder umbauen ließ. „Das war mies – dass er von diesem Film abgezogen wurde, und die Nachdrehs, die wir gemacht haben”, sagte Affleck. „Wenn du den Tiefpunkt meiner Karriere wissen willst: Das war er.”

Im selben Gespräch ging es auch um Star Wars und Marvel: Affleck erzählte, dass er die Regie von „Star Wars: Das Erwachen der Macht” hätte übernehmen können und selbst abgesagt hat – und dass Kevin Feige ihn nie wegen einer Rückkehr als Daredevil angerufen habe.

„So widerlich, wie es nur geht”

Snyder hatte „Justice League” inszeniert, zog sich aber in der Postproduktion zurück, nachdem seine Tochter Autumn gestorben war. Warner Bros. holte Joss Whedon, der den Film mit umfangreichen Nachdrehs in Ton und Handlung deutlich veränderte. Genau das kritisiert Affleck jetzt scharf: „Wenn jemand durch Suizid stirbt, überschattet das alles. Und die Art, wie das, wie ich finde, als Vorwand benutzt wurde, war eines der miesesten Dinge, die ich je gesehen habe. Es war so widerlich.”

Vom Klima bei den Nachdrehs habe er vieles nur aus zweiter Hand mitbekommen, etwa über die Erfahrungen von Ray Fisher und Gal Gadot. „Es war einfach: Wow, so widerlich, wie es nur geht.” Fisher und Gadot hatten Whedon später Fehlverhalten am Set vorgeworfen, Whedon bestritt die Vorwürfe. Für sich selbst räumte Affleck ein, dass es auch persönlich eine schwierige Zeit gewesen sei; auf den Film habe sich das aber nicht ausgewirkt.

Die Lehre, die er daraus gezogen hat, formuliert Affleck grundsätzlich: Er habe gesehen, wie man einen solchen Film nicht macht. „Wenn das Studio gegen den Filmemacher arbeitet, macht man einen echten Fehler. Das hat den Film letztlich zum Scheitern verurteilt.” Umso mehr freue er sich, dass Snyder seine eigene Fassung doch noch veröffentlichen konnte: 2021 erschien „Zack Snyder's Justice League” als rund vierstündiger Schnitt bei HBO Max.

Neu ist dabei weniger das Thema als die Deutlichkeit. Erst vor wenigen Tagen hatte Affleck im Gespräch mit Variety erklärt, „Batman v Superman: Dawn of Justice” habe ihm Spaß gemacht, „Justice League” eher nicht – seine Bilanz der Batman-Jahre haben wir hier aufgeschrieben. Damals blieb er vage, jetzt benennt er die Ablösung Snyders ausdrücklich als Grund.

„Nicht der Richtige für diesen Film”

Auch Star Wars kam zur Sprache. „Ja, sie kamen auf mich zu und fragten: ‚Hast du Interesse?‘”, erinnert sich Affleck. „Ich weiß nicht, ob das hieß, dass sie nicht auch mit J.J. oder anderen gesprochen haben, aber ich habe damals mit diesen Leuten geredet.” Am Ende inszenierte J.J. Abrams den Film, der 2015 die Sequel-Trilogie eröffnete. Affleck dagegen sagte ab: „Ich mag Star Wars und bin Fan, aber ich bin nicht derjenige, der diesen Film inszenieren sollte. Ich denke einfach, jemand mit mehr Leidenschaft dafür macht einen besseren Job.”

Als großes Opfer will er die Entscheidung nicht verstanden wissen. Er habe einfach nicht daran geglaubt, die Reihe so neu erfinden zu können, wie es die Sequels versuchten. „Da gibt es viele Herausforderungen, das neu zu erfinden! Das hat man ja gesehen”, sagt Affleck. „Es war für sie nicht leicht, dieses Franchise neu zu erfinden. Manches lief richtig gut – und dann hast du diese ganze Fanbasis mit ihren eigenen, sehr starken Meinungen.”

Er habe als Regisseur schon bessere Drehbücher abgelehnt als als Schauspieler, ergänzt er. Bei Star Wars sei es dieselbe Abwägung gewesen: „Ich glaube nicht, dass ich das so gut kann wie jemand anderes, und ich will nichts inszenieren, auf das ich nicht wirklich stolz sein kann.” Für einen anderen großen Comicfilm war er dagegen nie im Gespräch: Affleck bestätigte, dass er sich nie mit jemandem über die Regie von „Man of Steel” getroffen habe.

Daredevil: „Ich wünschte, er würde”

Auf die Frage, ob Kevin Feige ihn je wegen einer Rückkehr als Daredevil angesprochen habe, antwortete Affleck knapp: „Hat er nicht. Ich wünschte, er würde.” Affleck spielte Matt Murdock 2003 in „Daredevil” von Mark Steven Johnson – lange bevor das MCU die Figur mit Charlie Cox neu besetzte, der sie inzwischen in „Daredevil: Born Again” spielt. Dass Marvel solche Fußnoten gern zurückholt, hat das Studio zuletzt mehrfach gezeigt: Jennifer Garner, 2003 Afflecks Elektra, kehrte 2024 in „Deadpool & Wolverine” in ihre Rolle zurück.

Ein Anruf von Feige ist trotzdem ausgeblieben, und Hinweise auf eine Rolle für Afflecks Daredevil gibt es nicht. Neu ist vor allem der Ton: Im Variety-Gespräch hatte Affleck Kevin Feige noch „eine Art Genie” genannt. Mehr zur Figur, die er an Daredevils Seite traf, steht auf unserer Seite zu Elektra.

Affleck nennt die Nachdrehs zu Justice League (2017) den Tiefpunkt seiner Karriere. Im Podcast Happy Sad Confused kritisierte er, wie Zack Snyder vom Film abgezogen wurde, und lobte, dass Snyder seine eigene Fassung 2021 doch noch veröffentlichen konnte.

Er war für die Regie angefragt worden, lehnte aber selbst ab. Er sei Fan, aber nicht der Richtige für den Film; jemand mit mehr Leidenschaft für Star Wars würde einen besseren Job machen, sagte er im Podcast Happy Sad Confused. Regie führte schließlich J.J. Abrams.

Dafür gibt es keine Hinweise. Laut Affleck hat Kevin Feige ihn nie auf eine Rückkehr angesprochen – er wünsche sich aber, dass er es tut. Im MCU spielt Charlie Cox die Figur.

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