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Star Wars / Hinter den Kulissen

„Zu sehr Battletoads“: Jon Favreau ließ Rotta für „The Mandalorian and Grogu“ nach dem Dreh umbauen

ILM-Animationschef Hal Hickel verrät: Rotta the Hutt wurde nach dem Dreh überarbeitet, spricht wegen der Untertitel Englisch – und der Film enthält echte Stop-Motion aus dem Tippett Studio.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·5 Min. Lesezeit
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„Zu sehr Battletoads“: Jon Favreau ließ Rotta für „The Mandalorian and Grogu“ nach dem Dreh umbauen
Disney

Rotta the Hutt sah ursprünglich nicht aus wie Jabbas Sohn, sondern wie ein Videospiel-Held aus den Neunzigern. Das hat ILM-Animationschef Hal Hickel am Donnerstag auf der View Conference in Turin erzählt, wie Variety berichtet. Nach dem Dreh zu „Star Wars: The Mandalorian and Grogu” habe Regisseur Jon Favreau befürchtet, die Figur erinnere zu sehr an „Battletoads”. Das Team baute Rotta deshalb noch einmal um: Gesicht und Färbung rückten näher an Jabba heran, der muskulöse Körper blieb.

Es ist nicht die einzige Überraschung aus Hickels Vortrag. Der Film enthält eine echte Stop-Motion-Sequenz, animiert mit physischen Puppen im Studio von Phil Tippett – jenem Effektpionier, der für die Original-Trilogie die AT-ATs und das Holoschach zum Leben erweckt hat. Hickel hat dort sogar selbst eine Einstellung animiert.

Warum Rotta nach dem Dreh ein neues Gesicht bekam

Rotta sollte von Anfang an anders wirken als sein Vater. Statt Jabbas träger Masse brauchte der Film einen Hutt, der sich wie ein kräftiger Kämpfer bewegt und trotzdem Sympathie weckt. Legacy Effects baute dafür lebensgroße Referenzmodelle, ILM entwickelte ein digitales Muskelsystem und orientierte sich bei den Bewegungen an See-Elefanten und Sumoringern.

Nach den Dreharbeiten kamen Favreau Zweifel. „Er fühlte sich einfach nicht hutt-artig genug an”, zitiert Variety Hickel, „und er fühlte sich nicht wie der Sohn seines Vaters an.” Dass Rotta noch einmal überarbeitet wurde, hatte Hickel schon zum Disney+-Start angedeutet. Neu ist, woran Favreau dabei dachte – und dass die Korrektur vor allem Gesicht und Farbe betraf, damit die Verwandtschaft zu Jabba sofort sichtbar wird. „Wir wollen, dass du ihn magst, dass er dir wichtig ist, dass du für ihn mitfieberst”, sagt Hickel.

Eine zweite Entscheidung betrifft die Sprache. Rotta, im Original gesprochen von Jeremy Allen White, hat nach Din Djarin den meisten Text im Film. Deshalb spricht er Englisch statt Huttisch – jüngere Zuschauer sollten nicht minutenlang Untertitel lesen müssen. Und noch ein Detail: Dave Filoni zeichnete in einer Produktionsbesprechung Grogu, der auf Rottas Brust schläft. Hickel bestätigt, dass es sich um eine Verbeugung vor Hayao Miyazakis „Mein Nachbar Totoro” handelt.

Echte Stop-Motion aus dem Tippett Studio

Über der gesamten Effektarbeit stand für Hickel eine Frage: „Was würde Phil tun?” Am direktesten beantwortet sie der Kampf gegen zwei riesige Droiden, die die Kammer eines Oberherrn bewachen. Aus wenigen Sätzen im Drehbuch entwickelten Hickel, Tippetts Animatoren, Favreau und die Cutter eine komplizierte Kampfszene. Tippetts Team animierte die Puppen Bild für Bild, ILM ergänzte Compositing, Feuer, Rauch und Explosionen.

Hickel saß dabei selbst hinter der Kamera. „Sie haben mich eine Einstellung selbst machen lassen. Ich war zögerlich, aber ich habe es getan”, erzählte er in Turin. Weil Tippett Studio seinen langjährigen Standort in Berkeley inzwischen verlassen hat, hat die Erinnerung für ihn besonderes Gewicht: Auf dieser Bühne Stop-Motion für einen Star-Wars-Film zu machen, werde „wohl für immer der Höhepunkt meiner Karriere” bleiben.

Auch das Holoschach aus „Krieg der Sterne” kehrt zurück – als lebensgroße Gegner. Tippett und Jon Berg hatten die Miniaturfiguren 1977 unter enormem Zeitdruck gebaut. ILM behielt ihre bekannten Silhouetten bei, erfand aber eine realistischere Anatomie und eigene Kampfstile. Bei manchen Kreaturen-Szenen reichten am Set erstaunlich einfache Platzhalter. „Low Tech ist manchmal die beste Technik”, so Hickel.

Dass Handarbeit für Hickel kein Selbstzweck ist, hatte er schon am Montag auf einem Podium derselben Konferenz erklärt, wie Variety berichtete. Bei Grogu entscheidet ILM von Szene zu Szene, wann die Puppe bleibt und wann digital nachgeholfen wird. „Manchmal ist das Puppenhafte genau die Wirkung, die man beim Publikum erzeugen will”, sagte Hickel. Das Publikum möge die Muppet-Qualität der Figur, auch wenn einzelne Bewegungen digital korrigiert werden müssten.

Für die Planung setzte die Produktion auf Virtual Reality: Das Team erkundete digitale Kulissen virtuell und simulierte sogar, wie Szenen von verschiedenen Plätzen in einem IMAX-Saal wirken. Mit der Apple Vision Pro ließ sich die Größe der Sets einschätzen, bevor gebaut wurde. „Wir konnten den Raum wirklich verstehen und wussten, wie groß er war und welche Teile echt gebaut werden”, so Hickel.

AT-ATs, ein Straußen-Rig und eine geschnittene Szene

Für die AT-AT-Schlacht zu Beginn griff Hickel auf Animationstests zurück, die ursprünglich für „Rogue One: A Star Wars Story” entstanden waren. Damals hatte ILM computergenerierte Walker in Material der Original-Trilogie eingesetzt, um Licht, Texturen und den Stop-Motion-Charakter zu studieren. Die neuen Walker bewegen sich noch langsamer, um ihr Gewicht zu betonen. Ein lebensgroßes Innenset reichte bis in den beweglichen Kopf. Ein Schusswechsel zwischen Figuren auf zwei Walkern wurde gedreht, flog aber am Ende raus.

Beim kleineren AT-RT studierten die Animatoren Strauße und übertrugen die digitalen Bewegungskurven auf ein sechsachsiges Rig, auf dem die Darsteller saßen. Die ersten Tests schüttelten so heftig, dass Hickel scherzte: „Armer Grogu. Der hätte das nicht überlebt.” Favreaus Vorgabe für Mandos Action fasste Hickel in einem Satz zusammen: „weniger James Bond, mehr Jackass” – Fluchten, die ständig kurz vor der Katastrophe stehen.

Wo du den Film jetzt siehst

„Star Wars: The Mandalorian and Grogu” lief in Deutschland am 20. Mai 2026 im Kino an und hat bis heute weltweit rund 346 Millionen Dollar eingespielt. Seit dem 2. September 2026 läuft der Film bei Disney+. Wo er in der Zeitleiste steht, haben wir in unserer Einordnung in die Star-Wars-Chronologie zusammengefasst.

The Mandalorian and Grogu bei Disney+ ansehen

Ob Din Djarin und Grogu als Nächstes ins Kino oder zurück in die Serie wandern, ist weiter offen. Die Argumente für beide Wege findest du in unserem Überblick zur Zukunft des Duos. Hickels Einblicke zeigen jedenfalls, wie viel Handarbeit in einem Film steckt, der im Kino hinter den Erwartungen blieb.

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