Disney+ ändert Kurs: Traditionelles TV statt MCU-Miniserien
Disney+ krempelt die Streaming-Strategie um: Weg vom ewigen Miniserien-Zwang, hin zu echten, langlebigen TV-Formaten für Deine Marvel- und Star-Wars-Helden.
Erinnerst Du Dich an die Anfänge von Disney+ kurz vor der Pandemie? Der Streaming-Dienst fütterte uns massig mit Serien, die direkte Lückenfüller für fehlende Kinofilme darstellten. Marvel und Star Wars dominierten das Programm. Formate wie „WandaVision”, „Hawkeye”, „Loki” und „The Falcon and the Winter Soldier” strotzten nur so vor großen MCU-Namen. Auch die weit, weit entfernte Galaxis verlagerte sich völlig ins Wohnzimmer: Seit „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers” sahen wir keinen neuen Film mehr auf der Leinwand.
Dieser massive Fokus auf das verflochtene Universum kostete uns allerdings klassische Serienkost. Disney opferte dafür Projekte wie Diary of a Future President oder das kürzlich zu früh abgesetzte Renegade Nell. Zudem riskierte der Konzern rechtliche Konflikte, als er den MCU-Blockbuster „Black Widow” parallel zum Kino auf dem Streamer veröffentlichte und prompt eine Klage von Scarlett Johansson kassierte.
Die Rückkehr zum klassischen Fernsehen
Doch der Wind dreht sich. Marvel-Television-Chef Brad Winterbaum erklärte im Februar 2025 gegenüber ComicBook.com den neuen Kurs. Das Studio verabschiedet sich von Miniserien, die lediglich als Bindeglied zwischen Kinofilmen fungieren.
Unsere Prioritäten haben sich verschoben. Wir produzieren jetzt Serien, die als jährliche Veröffentlichungen funktionieren, eben mehr wie Fernsehen ... wir kehren zu einem traditionelleren Fernsehmodell zurück.
Diese Umstrukturierung spürst Du bereits deutlich. Disney+ fühlt sich endlich wieder wie ein echtes TV-Erlebnis an. Parallel dazu steuert Star Wars mit dem heiß erwarteten „Star Wars: The Mandalorian and Grogu” zurück auf die große Leinwand, anstatt die Last des Franchise allein den Streaming-Zuschauern aufzubürden.
Eigenständige Geschichten statt Mega-Crossover
Die frische Strategie zeigt sich besonders bei den animierten Formaten. „Der freundliche Spider-Man aus der Nachbarschaft” und „Star Wars: Maul - Shadow Lord” erhalten beide eine zweite Staffel. Du kannst sie völlig unabhängig vom Hauptuniversum genießen. Der neue Spider-Man schwingt durch ein alternatives Universum, während die Maul-Serie – obwohl sie an Clone Wars und „Star Wars Rebels” anknüpft – auch für Neueinsteiger zugänglich bleibt und nicht krampfhaft einen Kinofilm vorbereitet.
Auch im Live-Action-Bereich greift das neue Konzept. Die Marvel Spotlight-Projekte „Echo” und „Wonder Man” liefern Dir fantastische, charaktergetriebene Geschichten. Sie verlangen nicht zwingend nach Auftritten der großen Avengers. „Echo” punktet mit starken Street-Level-Charakteren wie Wilson Fisk (Kingpin) und Matt Murdock (Daredevil). Bei „Wonder Man”, das definitiv für eine zweite Staffel zurückkehrt, bilden Trevor Slattery und Agent P. Cleary die größten MCU-Verknüpfungen.
Das Paradebeispiel dieser neuen Ära bildet „Daredevil: Born Again”. Hier erlebst Du endlich wieder eine echte Serie und keinen gestreckten Film-Teaser. Das Kreativteam fokussiert sich voll auf eine packende Story rund um Fisk und Daredevil, die problemlos über mehrere Staffeln fesselt. Statt großer MCU-Stars holt die Serie lieber vertraute TV-Gesichter wie Krysten Ritters „Marvel's Jessica Jones” an Bord.
- Start
- 20.05.2026
- Regisseur/in
- Jon Favreau
- Drehbuch
- Jon FavreauDave FiloniNoah Kloor
- Franchise / Filmreihe(n)