VisionQuest: Ultron übernimmt Visions Körper – der Haken am Age-of-Ultron-Retcon
Vision hat Ultron in Age of Ultron verschont – das rächt sich: Laut einem Setbericht von Empire übernimmt Ultron zur Staffelmitte Visions Körper. Showrunner Terry Matalas nennt das Motiv. VisionQuest startet am 14. Oktober.
Vision hat Ultron am Ende von „Avengers: Age of Ultron” verschont – und genau diese Gnade dürfte sich in „VisionQuest” rächen. Nach einem Setbericht des britischen Magazins Empire übernimmt Ultron etwa zur Mitte der Staffel die Kontrolle über Visions Körper. Damit ist auch klar, wohin der Retcon führt, den Showrunner Terry Matalas vor wenigen Tagen bestätigt hat.
Die Serie startet am 14. Oktober auf Disney+ und ist der Abschluss der Trilogie aus „WandaVision” und „Agatha All Along”. Paul Bettany spielt darin den umprogrammierten White Vision, James Spader kehrt als Ultron zurück. Achtung: Der folgende Abschnitt verrät eine Wendung aus der Staffelmitte.
Spoiler: Ultron übernimmt Visions Körper
Empire konnte beim Besuch der Dreharbeiten eine Szene verfolgen, die ungefähr in der Mitte der Staffel spielt. Darin hat Ultron einen Weg gefunden, in der realen Welt die Kontrolle über Visions Körper zu übernehmen. Vision selbst und die übrigen künstlichen Intelligenzen, die in seinem Kopf leben, sperrt er in dessen Gedankenraum ein. So beschreibt es das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Wie es dazu kommt und ob Vision seinen Körper zurückgewinnt, verrät der Bericht nicht.
Matalas liefert dazu das Motiv – und es reicht bis 2015 zurück. „Ultron fühlt sich durchaus als Visions Vater”, sagte er gegenüber Empire. „Seine ursprüngliche Idee war, diesen Körper zu haben, deshalb empfindet er wohl eine Art Verwandtschaft. Ob Vision diese Verwandtschaft teilt, wird spannend.” Tatsächlich ließ Ultron den Körper aus Vibranium in Age of Ultron für sich selbst bauen; erst als die Avengers ihn abfingen, entstand daraus Vision.
Paul Bettany beschreibt die Gespräche der beiden als „beinahe therapeutisch” – Vision müsse sich dabei aber immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass dieses Wesen einmal versucht hat, die Welt auszulöschen. Genau auf diese Spannung zielt die Wendung: Der Mentor im Kopf ist zugleich der, der den Körper von Anfang an für sich wollte.
„Vision hat Gnade gezeigt”
In der bekannten Szene stellt Vision die letzte verbliebene Ultron-Drohne zur Rede, fragt sie, ob sie Angst vor dem Sterben habe, und sagt den Satz „Du bist der Letzte”. Dann tötet er sie mit dem Gedankenstein. Nach Matalas’ Darstellung war das nicht die ganze Wahrheit.
„Er hat Ultron in diesem Film tatsächlich gesichert”, sagte der Showrunner. „Er hatte immer das Gefühl, dass er Ultron nicht wirklich töten wollte. Ultron war eine solche Bedrohung für die Menschheit und so verloren – aber im letzten Moment, das werden wir erfahren, hat Vision Gnade gezeigt.” Das Programm sei in Visions interne Hardware verschoben worden und dort über Jahre gefangen gewesen.
Damit liefert die Serie nachträglich die Begründung dafür, dass Spaders Figur überhaupt zurückkehren kann. Bislang war offen geblieben, wie Marvel das lösen würde – Ultron galt seit 2015 als erledigt, und ein Multiversums-Trick hätte im Kontext der Serie fehl am Platz gewirkt.
Ein älterer, weniger sprunghafter Ultron
In „VisionQuest” ist Ultron eine von mehreren künstlichen Intelligenzen, die im Gedankenraum von Vision in menschlicher Gestalt auftreten und ihm helfen, seine zurückgewonnenen Erinnerungen einzuordnen. Spader selbst beschreibt die Figur als deutlich verändert.
„Er ist an einem ganz anderen Punkt”, sagte der Schauspieler gegenüber Empire. „In Age of Ultron war er ein bisschen ein Teenager, und ich glaube, jetzt ist er deutlich älter und weiser. Das macht seinen Humor noch schärfer. Er hat einen unstillbaren Wissensdurst und studiert Verhalten – das wird ihn nur noch respektloser damit umgehen lassen.”
Lange sah es so aus, als ließe die Serie zwei Wege offen: Ultron könnte aus seinen Fehlern gelernt haben und Vision tatsächlich helfen – oder die Mentorenrolle ist eine Fassade. Der Setbericht spricht klar für die zweite Lesart. Aus der Gnade von damals wird die Schwachstelle von heute; offen bleibt nur, wie weit Ultron mit dem gekaperten Körper kommt.
Wie die Serie ins MCU passt
Matalas hatte die Serie zeitlich bereits eingeordnet: Sie spielt einige Jahre nach „WandaVision” und liegt ungefähr gleichauf mit „Spider-Man: Brand New Day”. Damit ist „VisionQuest” das letzte MCU-Projekt vor „Avengers: Doomsday”, das am 16. Dezember in die deutschen Kinos kommt – nicht nur im Startkalender, sondern auch innerhalb der Handlung.
Neben Bettany und Spader stehen Todd Stashwick, James D’Arcy, Emily Hampshire, Orla Brady, T’Nia Miller und Ruaridh Mollica vor der Kamera. Was Paul Bettany über die Themen der Serie gesagt hat, steht in unserem Bericht zum Vater-Sohn-Motiv; wie sich der Rest des Fahrplans sortiert, steht in unserer Übersicht zu MCU Phase 7.
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