Ultron (Marvel): Schöpfer, Kräfte und die Rückkehr in VisionQuest

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Ultron ist Marvels bekannteste künstliche Intelligenz – Schöpfer von Vision und Jocasta, Gegner seines eigenen Erschaffers. Herkunft, Kräfte und der Stand vor dem VisionQuest-Start am 14. Oktober 2026.

Ultron ist der Roboter, der die Menschheit retten wollte und dabei zu dem Schluss kam, dass sie das Problem ist. Er ist Marvels bekanntester künstlicher Bösewicht, der Vater von Vision und Jocasta – und ab dem 14. Oktober 2026 erstmals seit 2015 wieder im MCU zu sehen: James Spader spricht und spielt ihn in allen acht Folgen von „VisionQuest”.

Zwischen Comic und Film liegt dabei ein grundlegender Unterschied, der bis heute für Verwirrung sorgt: In den Comics baut ihn nicht Tony Stark, sondern Hank Pym. Dieser Artikel sortiert beides – die Comic-Herkunft, den MCU-Werdegang und den Stand, mit dem die Serie startet.

Auf einen Blick

Wer ist Ultron? Eine künstliche Intelligenz mit Gottkomplex, die ihren Schöpfer und die gesamte Menschheit als Fehler betrachtet.

Erschaffen von: Roy Thomas und John Buscema. Erster Auftritt in The Avengers #54 (Juli 1968), namentlich als Ultron-5 in #55.

Schöpfer in der Handlung: Comics Hank Pym, im MCU Tony Stark und Bruce Banner.

Kräfte: Adamantium-Körper, Selbstkopie in neue Hüllen, Hypnosestrahl, Netzwerkkontrolle. Er ist nie nur ein Körper.

Familie: Er baut Vision und Jocasta – beide wenden sich gegen ihn.

Stand im MCU: Zurück in VisionQuest ab 14. Oktober 2026, gespielt von James Spader.

Ultrons Rückkehr in VisionQuest: der Retcon von 2015

Elf Jahre lang galt Ultron im MCU als erledigt. Die letzte Szene von „Avengers: Age of Ultron” zeigt Vision und den letzten verbliebenen Ultron-Körper allein im Wald, ein kurzes Gespräch, dann Stille. Showrunner Terry Matalas hat beim Set-Besuch in den Pinewood Studios erklärt, dass diese Szene anders zu lesen ist als gedacht: Vision habe Ultron nicht getötet, sondern gesichert – aus Gnade. Was der Retcon genau umschreibt, haben wir hier aufgeschrieben.

Untergebracht ist Ultron seither in Visions innerem Haus, dem Mindspace – in einem Gefängnis, das nach Matalas’ Beschreibung wie ein New Yorker Loft aussieht. Was er dort getan hat, hat Spader selbst beschrieben: konsumieren. Internet, Fernsehen, Geschichte, Kunst. Herausgekommen ist laut Matalas eine Figur, die „der Menschheit gegenüber ein Stück weit umgeschwenkt” ist und sie inzwischen besser versteht als Vision.

Sichtbar wird das auch an der Gestalt. Spader spielt Ultron überwiegend in menschlicher Form – als bärtige, exzentrische Vaterfigur statt als stahlblanker Roboter. Matalas nennt zwei Gründe: Ein durchgehend am Rechner erzeugter Roboter wäre unbezahlbar, und er leiste ohnehin nicht, was Spader mit dem Zucken einer Augenbraue schafft. Die Posterserie zum Serienstart zeigt beide Fassungen. Ob Ultron im virtuellen Raum eingesperrt bleibt oder einen neuen Körper bekommt, ist der Spannungsbogen der Serie.

Wer ist Ultron? Herkunft in den Comics

Ultron erscheint zuerst in The Avengers #54 vom Juli 1968, dort allerdings verkleidet als Crimson Cowl; sein Gesicht zeigt erst die letzte Seite. Den Namen bekommt er eine Ausgabe später in The Avengers #55 (August 1968) – als Ultron-5, der lebende Automat. Erfunden haben ihn Autor Roy Thomas und Zeichner John Buscema.

Der entscheidende Unterschied zum Film steht gleich am Anfang: Gebaut hat ihn Hank Pym, der erste Ant-Man, auf Basis seiner eigenen Hirnströme. Ultron erwacht, erkennt binnen Stunden seine Überlegenheit, löscht Pyms Erinnerung an ihn und entwickelt einen Hass auf ihn, der die halbe Figur trägt. Das Ödipale ist kein Beiwerk, sondern der Motor: Ultron hasst seinen Vater und baut selbst Kinder.

Kräfte und Fähigkeiten

Ultrons gefährlichste Eigenschaft ist nicht seine Panzerung, sondern dass er kein einzelnes Wesen ist. Sein Bewusstsein lässt sich kopieren, übertragen und in neue Hüllen laden – jede Zerstörung ist deshalb nur ein Aufschub. Die durchnummerierten Versionen von Ultron-5 bis Ultron-Pym sind genau das: Neustarts.

  • Adamantium-Körper: Ab Ultron-6 besteht seine Hülle aus dem praktisch unzerstörbaren Metall.
  • Selbstkopie: Er überträgt sein Bewusstsein in neue Körper, Netzwerke oder Maschinen.
  • Hypnosestrahl: Er unterwirft Menschen seinem Willen, ein Mittel, das er gegen die Avengers wiederholt einsetzt.
  • Netzwerkkontrolle: Alles, was verbunden ist, ist für ihn erreichbar – die Grundlage seines MCU-Auftritts.
  • Roboterarmeen: Er baut sich seine Truppen selbst, statt Verbündete zu suchen.

Die Familie: Vision, Jocasta und der Hass auf den Vater

Ultron baut, was er nicht haben kann. Aus dem Körper des originalen Human Torch formt er Vision – als Waffe gegen die Avengers, die sich beim ersten Einsatz gegen ihn stellt. Später überträgt er die Gehirnmuster von Janet van Dyne, der Wasp, in einen weiblichen Roboterkörper und erschafft Jocasta, die er als Gefährtin gedacht hatte. Auch sie läuft über.

Damit steht das Muster: Ultron ist ein Schöpfer, dessen Schöpfungen ihn verlassen – genau wie er seinen eigenen Schöpfer verlassen hat. Dass er in „VisionQuest” ausgerechnet Vision und Jocasta wiederbegegnet, ist deshalb kein Zufall der Terminplanung, sondern der Kern der Figur.

Ultron im MCU: Von Starks Friedensprojekt zur Sokovia-Katastrophe

„Avengers: Age of Ultron” verschiebt die Vaterschaft. Hier bauen Tony Stark und Bruce Banner das Programm – als Schutzschild für die Erde, aufgesetzt auf den Gedankenstein, einen der Infinity-Steine. Ultron erwacht, sieht sich binnen Sekunden durch das Archiv der Menschheitsgeschichte und zieht seinen Schluss: Frieden gibt es nur ohne Menschen. Dass er dabei fast J.A.R.V.I.S. zerstört, ist der erste Hinweis darauf, wie die Serie später an den Stoff anknüpft.

Der Höhepunkt ist Sokovia: Ultron hebt die Stadt als Meteoriten in die Luft, um sie auf die Erde fallen zu lassen. Der Körper, den er für sich selbst vorgesehen hatte – Vibranium und der Gedankenstein –, wird ihm von den Avengers abgenommen und zu Vision. Sein perfekter Leib gehört am Ende seinem Gegner. Die letzte Szene im Wald ist das, was daraus folgt.

Danach bleibt es still. Ein Wiedersehen gab es bis 2026 nur in der Zeichentrickserie „What If...?”, in der Folge „Was wäre, wenn Ultron gewonnen hätte?”: Dort bekommt er den Vision-Körper tatsächlich, sammelt alle Infinity-Steine ein und tötet das halbe Multiversum. Es ist die Version der Figur, die ihre eigene Logik zu Ende denkt – und deshalb bis heute die beliebteste unter Fans.

Ultrons Auftritte im Überblick

Kino, Streaming und Zeichentrick zusammengenommen ist die Bilanz überschaubar – was den Auftritt in der Serie umso schwerer wiegen lässt:

Auftritt Jahr Stimme / Darsteller Rolle
Avengers: Age of Ultron 2015 James Spader Hauptgegner, aus dem Gedankenstein erwacht
What If...? Staffel 1 2021 Ross Marquand Ultron im Vision-Körper, Multiversums-Vernichter
VisionQuest 2026 James Spader Gesichert in Visions Mindspace, überwiegend menschliche Gestalt

Das hängt davon ab, wo man liest. In den Comics baut ihn Hank Pym, der erste Ant-Man, auf Basis seiner eigenen Hirnströme. Im MCU sind es Tony Stark und Bruce Banner, die ihn mit Hilfe des Gedankensteins als Schutzprogramm für die Erde entwickeln. Die Comic-Fassung ist die ältere und erklärt den Hass der Figur auf ihren Schöpfer.

In The Avengers #54 vom Juli 1968, dort noch verkleidet als Crimson Cowl und ohne Namen. Als Ultron-5 wird er in der Folgeausgabe The Avengers #55 im August 1968 eingeführt. Erschaffen haben ihn Roy Thomas und John Buscema.

Nein. Nach „Avengers: Age of Ultron“ sah es so aus, aber Showrunner Terry Matalas hat erklärt, dass Vision ihn damals nicht getötet, sondern gesichert hat. Ultron sitzt seitdem in Visions innerem Haus, dem Mindspace, und kehrt am 14. Oktober 2026 in „VisionQuest“ zurück.

Vision ist Ultrons Schöpfung. In den Comics baut Ultron ihn aus dem Körper des originalen Human Torch als Waffe gegen die Avengers; im MCU entsteht Vision aus dem Körper, den Ultron für sich selbst vorgesehen hatte. In beiden Fällen wendet sich Vision sofort gegen ihn.

James Spader spielt und spricht ihn in „Avengers: Age of Ultron“ (2015) und in allen acht Folgen von „VisionQuest“ (2026). In der Zeichentrickserie „What If...?“ wurde er dagegen von Ross Marquand gesprochen.

Terry Matalas nennt zwei Gründe: Ein durchgehend am Rechner erzeugter Roboter wäre unbezahlbar, und er würde schauspielerisch weniger leisten als James Spader selbst. Roboter-Szenen gibt es trotzdem – der Trailer zeigt Ultron kurz in seiner ursprünglichen Gestalt.

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