Kino / Interview

„Die Entscheidung, weiterzukämpfen“: Francis Lawrence über den Kern von „Sunrise on the Reaping“

Regisseur Francis Lawrence verrät, worum es im Panem-Prequel im Kern geht, und Joseph Zada erklärt, warum sein junger Haymitch anders ist als Woody Harrelsons Version. Kinostart ist am 19. November 2026.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·Aktualisiert ·5 Min. Lesezeit
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„Die Entscheidung, weiterzukämpfen“: Francis Lawrence über den Kern von „Sunrise on the Reaping“
LEONINE Studios

Worum geht es in „Die Tribute von Panem: Sunrise on the Reaping” im Kern? Regisseur Francis Lawrence beantwortet das im Gespräch mit Empire in einem Satz: „Es ist die Entscheidung, weiterzukämpfen.” Der fünfte Kinofilm der Reihe erzählt die 50. Hungerspiele, in denen der junge Haymitch Abernathy antritt. In den deutschen Kinos startet er am 19. November 2026, einen Tag vor dem US-Start.

Lawrence: Veränderung braucht manchmal Generationen

Dass die Geschichte nicht gut ausgeht, wissen Kenner der Reihe. Bis das Kapitol fällt, vergehen nach Haymitchs Spielen noch mehr als zwei Jahrzehnte, und der Mentor, den Katniss Everdeen später kennenlernt, ist ein gebrochener Mann. Trotzdem sieht Lawrence in dem Stoff einen Funken Hoffnung. „Man muss Teil von etwas sein und seine Stimme erheben, ganz gleich, auf welcher Seite man steht”, sagt er. „Und man muss das tun, ohne eine sofortige Belohnung zu erwarten.”

Veränderung müsse beginnen, auch wenn sie womöglich erst Generationen später eintrete – vielleicht nicht mehr zu Lebzeiten derer, die sie anstoßen. „Wir sind alle Teil eines Kontinuums, und man muss den Mund aufmachen”, sagt Lawrence. Haymitchs Spiele sind dafür ein harter Prüfstein: Beim zweiten Quarter Quell schickt das Kapitol doppelt so viele Tribute in die Arena wie sonst, entsprechend hoch ist die Zahl der Opfer.

Joseph Zada will Woody Harrelson nicht kopieren

Joseph Zada, der Haymitch als 16-Jährigen spielt, beschreibt seine Figur gegenüber Empire als jemanden, dessen ganze Haltung darin besteht, es dem System zu zeigen. Die Frage, die ihn beim Spielen beschäftigt habe: „An welchem Punkt zerbricht Haymitch?”

Woody Harrelsons Darstellung aus den ursprünglichen Filmen nachzuahmen, sei nicht das Ziel gewesen. „Das ist eine völlig andere Person in einem ganz anderen Abschnitt ihres Lebens”, sagt Zada. „Ich wollte einen sehr großen Kontrast zwischen den beiden herstellen.” Das ausführliche Gespräch erscheint in der Empire-Ausgabe, die am 22. Oktober in Großbritannien in den Handel kommt.

Für die Rolle hatte sich Zada gegen mehr als 2.700 Schauspieler aus aller Welt durchgesetzt. Das erzählte der 21-jährige Australier Anfang Oktober im Interview mit Vanity Fair – und Harrelson selbst traut ihm den großen Durchbruch zu.

Wie Joseph Zada zu Haymitch wurde

Leicht war das Casting nicht. „Sie haben mich durch eine Hölle geschickt, die mir unnötig vorkam, bis ich da war und gedreht habe”, sagt Zada. Erst dann verstehe man, dass ein langer, harter Prozess nötig sei, „weil der Film genau das ist”. Beinahe hätte ihn ausgerechnet sein Vorgänger die Rolle gekostet: Zada sah sich jedes Video von Woody Harrelson an, das er finden konnte, und rutschte dabei in eine Imitation, statt die Figur selbst zu spielen. Regisseur Francis Lawrence ermutigte ihn schließlich, seine eigene Stimme zu finden.

Harrelson selbst gratulierte Zada nach der Besetzung – per Textnachricht vom Telefon seiner Nichte, weil er kein Smartphone besitzt. Persönlich trafen sich die beiden erst nach Drehschluss. „Er ist auf dem Weg, ein großer Star zu werden, und ich glaube, er hat den Kopf auf den Schultern”, sagt Harrelson. Zada werde mit allem umgehen können, was der Ruhm mit sich bringe.

Während der Dreharbeiten in Spanien schauten Zada und Mckenna Grace, die Haymitchs Mittributin Maysilee Donner spielt, nächtelang die alten Panem-Filme und studierten jede Zeile und jede Geste. Für Zada wird es ein dichter Herbst: Im Oktober ist er bei Netflix in der Miniserie „East of Eden” als Cal Trask zu sehen, der Rolle, die einst James Dean spielte, im November folgt der Panem-Film.

Was der Trailer vom September zeigt

Der Clip verlässt die Position des ersten Teasers, der vor allem Stimmung aufbaute, und zeigt die Arena. Zu sehen sind die Ernte in Distrikt 12, der Einzug ins Kapitol und mehrere Einstellungen aus den Spielen selbst – deutlich härter inszeniert als in den bisherigen Werbematerialien. Haymitch tritt dabei nicht als Favorit auf, sondern als jemand, der die Regeln des Kapitols von innen aushöhlen will.

Eine der prominentesten Zeilen gehört Zadas Haymitch: Man sei keine Tiere, die zur Unterhaltung anderer töten. Jesse Plemons als Chef-Spielmacher Plutarch Heavensbee antwortet mit der Aufforderung, der Welt zu zeigen, dass es einen anderen Weg gebe. Genau darin liegt der Ansatz des Films: Die 50. Hungerspiele sind hier weniger Wettkampf als Zündfunke.

Der zweite Quarter Quell

„Sunrise on the Reaping“ spielt 24 Jahre vor den Ereignissen des ersten Films und setzt am Morgen der Ernte zum 50. Jubiläum der Hungerspiele an – dem zweiten Quarter Quell. Zu diesem Anlass schickt das Kapitol die doppelte Anzahl an Tributen in die Arena. Haymitch, damals 16 Jahre alt, ist einer von ihnen.

In der Arena verbündet er sich mit seiner Mittributin Maysilee Donner, gespielt von Mckenna Grace, und schließt sich einer Gruppe an, die sich gegen die Kontrolle von Präsident Snow stellt. Was dort beginnt, führt Jahrzehnte später zu der Rebellion, die Katniss Everdeen anführen wird – und erklärt nebenbei, warum der Mentor aus den ersten Filmen der Mann geworden ist, den das Publikum kennt. Die Vorlage stammt aus Suzanne Collins’ Roman von 2025.

Besetzung, Regie und Start

Regie führt erneut Francis Lawrence, der bereits vier Filme der Reihe inszeniert hat. Das Drehbuch schrieben Billy Ray und Michael Lesslie, produziert haben Nina Jacobson, Brad Simpson und Lawrence selbst. Ralph Fiennes übernimmt die Rolle des Präsidenten Snow, den Donald Sutherland in den ursprünglichen Filmen spielte.

Um Zada und Grace herum steht ein ungewöhnlich großes Ensemble: Jesse Plemons, Elle Fanning, Kieran Culkin, Maya Hawke, Whitney Peak, Kelvin Harrison Jr. und Glenn Close gehören ebenfalls dazu. In Deutschland läuft der Film ab dem 19. November 2026, in den USA startet er einen Tag später am 20. November.

Der deutsche Kinostart ist der 19. November 2026. In den USA läuft der Film ab dem 20. November 2026.

Joseph Zada spielt Haymitch Abernathy als 16-Jährigen. In den ursprünglichen Filmen wurde die Figur von Woody Harrelson verkörpert.

24 Jahre vor den Ereignissen des ersten Films. Erzählt werden die 50. Hungerspiele, der zweite Quarter Quell, bei dem doppelt so viele Tribute in die Arena geschickt werden.

Auf dem Roman „Sunrise on the Reaping” von Suzanne Collins, erschienen 2025. Es ist der fünfte Kinofilm der Reihe.

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