Russell T Davies erwartet Drehstart für neuen „Doctor Who“ im Sommer 2027
Russell T Davies rechnet mit dem Drehstart der neuen „Doctor Who“-Staffel mit neuem Doctor und neuer Begleitung im Sommer 2027. Das Lob von BBC-Chef Matt Brittin für eine KI-Folge nennt er „ungeschickt“.
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Die nächste Ära von Doctor Who könnte früher vor der Kamera stehen, als es der lange Stillstand vermuten lässt. Russell T Davies rechnet damit, dass die Dreharbeiten zur neuen Staffel im Sommer 2027 beginnen – mit einem neuen Doctor und einer neuen Begleitung. Das sagte der scheidende Showrunner in der BBC-Radio-4-Sendung The Media Show. Im selben Gespräch kritisierte er BBC-Generaldirektor Matt Brittin, der eine vollständig KI-generierte Folge der Serie Ende September als „ziemlich gut” bezeichnet hatte.
Auf einen Blick
Wann wird Doctor Who wieder gedreht? Laut Russell T Davies im Sommer 2027, mit neuem Doctor und neuer Begleitung. Offiziell bestätigt hat die BBC das nicht.
Was sagt Davies zur KI-Folge? Brittins Lob sei „ungeschickt” gewesen – in einer Branche, in der Autoren und Künstler als Erste getroffen würden.
Wann läuft die neue Staffel? Die BBC plant die Ausstrahlung für 2028 oder 2029.
Neuer Doctor, neue Begleitung, Dreh ab Sommer 2027
„Ihr werdet im Sommer nächsten Jahres sehen, wie die Produktion mit einem brandneuen Doctor und einer brandneuen Begleitung beginnt”, sagte Davies. Damit wollte er Fans beruhigen, die seit Monaten auf ein Lebenszeichen der Serie warten. Selbst ist er an der neuen Staffel nicht mehr beteiligt: Davies hatte im Sommer angekündigt, sich zurückzuziehen, nachdem Disney+ als Koproduzent ausgestiegen war. Laut Variety hat die BBC zudem das geplante Weihnachtsspecial gestrichen.
Seine Aussage passt zum Zeitplan, den die BBC selbst vorgegeben hat. Der Sender sucht per Ausschreibung ein neues Produktionsteam, die Frist für erste Vorschläge ist am 2. Oktober abgelaufen. Gespräche mit den Bewerbern sind für Januar 2027 geplant, den Auftrag will die BBC im März 2027 vergeben. Ein Drehstart wenige Monate danach wäre damit realistisch – für eine Ausstrahlung 2028 oder 2029. Unter den Bewerbern ist auch „Line of Duty”-Macher Jed Mercurio. Wer den nächsten Doctor spielt, ist weiterhin offen.
Davies nennt Brittins KI-Lob „ungeschickt”
Deutlich wurde Davies beim Thema künstliche Intelligenz. „Das ist eine ungeschickte Aussage in einer Branche, in der er Autoren und Künstler hat, und es trifft gezielt Menschen – sie sind die Ersten, die den Schlag abbekommen”, sagte er über Brittins Bemerkung. Die Reaktionen habe er direkt gespürt: „Mein Posteingang machte ping, ping, ping, ping, ping – Gott weiß, wie seiner aussah.”
Davies verwies auch auf Brittins Herkunft. Der Generaldirektor sei erst kürzlich von Google zur BBC gekommen, habe „noch nicht so lange im Fernsehen gearbeitet” und werde mit seiner Meinung künftig womöglich vorsichtiger sein. Brittin hatte nach der ersten Kritik bereits eingeräumt, mit seiner Äußerung „Ärger bekommen” zu haben. Davies, der Doctor Who 2005 wiederbelebte und 2023 zurückkehrte, gehört zu den prominentesten Stimmen, die sich bisher dazu geäußert haben.
Was Brittin über die KI-Folge gesagt hatte
Auslöser war ein Auftritt Brittins auf der Convention der Royal Television Society in London Ende September, über den Deadline berichtete. Jemand habe ihm vor Kurzem eine komplett von künstlicher Intelligenz erzeugte, 50 Minuten lange Folge der Serie geschickt. Ausgerechnet zu der Serie, für die sein Sender gerade ein neues Produktionsteam sucht, wollte er die KI-Version nicht verreißen.
Brittin sprach im Gespräch mit der Moderatorin Kirsty Young über die Frage, was KI für das Fernsehen bedeutet. Inzwischen habe praktisch jeder die Möglichkeit, Inhalte beinahe auf dem Niveau eines Hollywood-Studios herzustellen. Perfekt sei das nicht immer, aber es verändere sich ständig. Dann kam er auf die Folge zu sprechen: „Jemand hat mir neulich eine 50-minütige Folge von Doctor Who geschickt, die von KI erzeugt wurde. Sie ist ziemlich gut.”
Im selben Atemzug schob er eine Einschränkung nach: „Sie wird keine Menschen ersetzen, dazu kommen wir noch.” Sein Fazit lautete: „Jeder ist ein Kreativer. Nicht jede Kreativität ist schlecht.” Um was für eine Folge es sich genau handelt, ob sie mit bekannten Gesichtern aus der Serie arbeitet oder ganz neue Figuren erfindet und wer dahintersteht, ließ Brittin offen.
Ein Google-Mann an der Spitze der BBC
Dass gerade Brittin so gelassen auf das Experiment reagierte, überrascht wenig. Er ist erst seit diesem Jahr Generaldirektor der BBC und kam nach 18 Jahren bei Google, wo er zuletzt das Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika leitete. Nach eigener Aussage hatte er das Angebot zunächst abgelehnt, weil er weder Programmmacher noch Journalist sei. Wenige Tage vor der Convention hatte er bereits erklärt, er würde eine Sendung zulassen, die von einer KI gemacht und präsentiert wird – innerhalb klarer Leitplanken.
Mit dieser Haltung stand er in London nicht allein. KI war das beherrschende Thema der Branchenkonferenz, die in diesem Jahr von Amazon ausgerichtet wurde. Kelly Day, internationale Chefin von Prime Video, hatte die Convention mit dem Appell eröffnet, die Technik anzunehmen: KI ersetze die Vorstellungskraft nicht, sie verstärke sie. Zugleich fällt Brittins Auftritt in eine schwierige Zeit für den Sender, der 500 Millionen Pfund einsparen muss. Hunderte Stellen fallen weg, und die Schließung linearer Kanäle wie BBC Three gilt als möglich.
Was das für Doctor Who bedeutet
Für die Serie kam die Bemerkung zu einem heiklen Zeitpunkt. Russell T Davies und die Produktionsfirma Bad Wolf sind ausgestiegen, der Koproduktionsvertrag mit Disney ist ausgelaufen, und Ncuti Gatwa kehrt nicht als Doctor zurück. Die BBC sucht deshalb per Ausschreibung ein neues Produktionsteam.
Ein Hinweis darauf, dass die BBC die Serie selbst mit KI herstellen will, steckt in Brittins Worten nicht – er sprach von einer Folge, die ihm von außen zugeschickt wurde. Sämtliche Rechte an der Serie liegen ohnehin bei der BBC; auch das künftige Produktionsteam stellt die Folgen nur im Auftrag des Senders her. Wo die Serie in Deutschland künftig zu sehen ist, steht weiterhin nicht fest; die bisherigen Staffeln liefen hierzulande bei Disney+.
Laut Russell T Davies im Sommer 2027, mit einem neuen Doctor und einer neuen Begleitung. Eine offizielle Bestätigung der BBC gibt es dafür noch nicht.
Nein. BBC-Generaldirektor Matt Brittin sagte auf der Convention der Royal Television Society, ihm habe jemand eine vollständig KI-generierte, 50-minütige Folge geschickt. Wer sie gemacht hat, nannte er nicht.
Die BBC plant eine neue Staffel für 2028 oder 2029. Das Produktionsteam wird per Ausschreibung gesucht, der Auftrag soll im März 2027 vergeben werden.
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