„Es ist vorbei“: Adam Driver gibt „The Hunt for Ben Solo“ endgültig verloren
„Kein Star Wars mehr. Wir haben es versucht“: Adam Driver rechnet nicht mehr mit seinem Kylo-Ren-Film. Disney habe das Projekt mit Steven Soderbergh abgelehnt, weil Ben Solo tot sei – trotz einer beispiellosen Fankampagne.
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Adam Driver hat „The Hunt for Ben Solo” selbst zu Grabe getragen. „Es ist vorbei. Kein Star Wars mehr. Wir haben es versucht”, sagte der Schauspieler am Mittwoch in der „Rich Eisen Show”, wie TheWrap berichtet. Nach der Absage von Lucasfilm-Co-Präsident Dave Filoni auf der D23 im August hat damit zum ersten Mal Driver selbst öffentlich erklärt, dass er nicht mehr mit dem Kylo-Ren-Film rechnet.
Eigentlich war Driver in der Sendung, um über seinen neuen Film „Paper Tiger” zu sprechen, der im Frühjahr in Cannes Premiere hatte. Auf die Frage, ob er noch einmal zu Star Wars zurückkehre, kam er von selbst auf das Projekt zu sprechen – und ließ keinen Zweifel daran, wie er die Lage einschätzt.
„Wir haben es versucht”: Was Adam Driver erzählt
Zwei Jahre lang hätten er und Regisseur Steven Soderbergh „ernsthaft und mit vollem Einsatz” an dem Film gearbeitet, sagte Driver. Das Drehbuch, das er „wirklich gut” nennt, schrieben Scott Z. Burns und Jules Asner, Letztere unter ihrem Pseudonym Rebecca Blunt. Lucasfilm habe den Film bei Disney vorgelegt, dort sei er abgelehnt worden. Die Begründung fasst Driver in einem Satz zusammen: „Sie sagten: Nein, er ist tot.”
Moderator Rich Eisen hielt dagegen, dass sich in Star Wars fast alles erklären lasse – schließlich habe sich auch Darth Vader völlig überraschend als Vater entpuppt. Driver räumte ein, dass jemand bei Disney oder Lucasfilm das Projekt wiederbeleben könnte, „wenn sie wollten”. Er selbst glaube aber, dass „das Schiff abgefahren” sei. Beeindruckt habe ihn die Fanreaktion: Mit Billboards und Flugzeugen über dem Disney-Gelände habe er nicht gerechnet, das sei „ziemlich unglaublich” gewesen.
Was Dave Filoni auf der D23 gesagt hatte
Drivers Sätze bestätigen, was sich im August schon abgezeichnet hatte. Deadline traf Filoni damals am Rande der Messe in Anaheim und fragte, ob Kylo Ren je auf die Leinwand zurückkehrt. „Es ist nicht hier, du wirst es hier nicht finden”, sagte Filoni, „die Macht ist in dieser Hinsicht nicht mit uns; ich liebe die Liebe, die ihr dafür empfindet.” Es war das erste Mal, dass sich jemand aus der Lucasfilm-Spitze öffentlich zu dem Film äußerte.
Filoni ist seit dem Umbau der Studioführung Co-Präsident von Lucasfilm und stellt den Filmplan der Marke mit auf. Einen Grund, ein „vielleicht später” oder eine Bedingung für eine Rückkehr nannte er nicht. Mit Drivers Aussage ist nun von beiden Seiten gesagt, was die Fans nicht hören wollten: Das Studio will den Film nicht, und der Hauptdarsteller hat aufgehört, darauf zu warten.
Wie das Projekt gestoppt wurde
Der Film sollte nach den Ereignissen von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers” spielen und den früheren Kylo Ren auf einen Weg der Wiedergutmachung schicken. Gestoppt haben ihn im Herbst 2025 der damalige Disney-Chef Bob Iger und Disney-Entertainment-Co-Chairman Alan Bergman. Öffentlich wurde das überhaupt nur, weil Driver es im Oktober 2025 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP selbst erzählte.
Die Begründung der beiden lief laut Deadline darauf hinaus, dass die Figur am Ende von Episode IX gestorben ist und eine Fortsetzung deshalb nicht schlüssig sei – genau das bestätigt Driver jetzt. Fans halten dem seit Monaten dieselbe Liste entgegen: Darth Maul, Boba Fett und Imperator Palpatine sind im Star-Wars-Kanon sämtlich nach ihrem Tod zurückgekehrt. Wie Daisy Ridley auf das Aus reagiert hat, haben wir damals aufgeschrieben.
Die Fankampagne läuft seit November 2025
Was auf die Absage folgte, ist eine der ausdauerndsten Fanaktionen der jüngeren Franchise-Geschichte. Nach einer Quartalskonferenz im November 2025 zog ein Flugzeug ein Banner mit der Aufschrift „Shareholders Want The Hunt for Ben Solo” über das Disney-Gelände in Burbank. Am 3. und 5. Januar 2026 folgten zwei Billboards am Times Square, im März sprang die Fallschirmspringerin Brenn Richards mit einer Flagge „Save the Hunt for Ben Solo” aus einem Flugzeug – samt schriftlicher Botschaft an Disneys neuen Chef Josh D’Amaro.
Danach ging es weiter: Zur Premiere von „Star Wars: The Mandalorian and Grogu” in Los Angeles fuhr ein Truck mit digitaler Werbefläche durch Hollywood, am Startabend des 21. Mai stand er vor dem El Capitan, im Juli tauchte er auf der San Diego Comic-Con wieder auf. Hinter den Aktionen steht eine Gruppe namens Save Ben Solo. Drivers Dank an die Fans ist zugleich ein Abschied von der Kampagne.
Was für Star Wars stattdessen kommt
Der Zeitpunkt ist für Lucasfilm unbequem: „Star Wars: The Mandalorian and Grogu” kam in diesem Jahr weltweit auf 345 Millionen Dollar, der schwächste Live-Action-Kinostart der Franchise-Geschichte. Ein sicherer Fan-Treffer wäre das naheliegende Mittel gewesen. Lucasfilm setzt stattdessen auf Neues und nimmt in Kauf, dass die lauteste Fanforderung der vergangenen Monate unerfüllt bleibt.
Der nächste Star-Wars-Kinofilm ist „Star Wars: Starfighter” mit Ryan Gosling, der in den USA am 28. Mai 2027 startet, „Ahsoka” Staffel 2 läuft ab dem 20. Januar 2027 auf Disney+. Adam Driver bleibt Disney trotzdem erhalten, nur eben nicht bei Lucasfilm: Er spielt Mister Sinister im X-Men-Neustart der Marvel Studios, der am 5. Mai 2028 in den US-Kinos anläuft. Alle Termine stehen in unserer Übersicht der Star-Wars-Filme und -Serien 2026 und 2027.
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Chefredakteur und Gründer von scifiscene.
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