Letzter Auftritt in „Avengers: Doomsday“: Marvel, Ian McKellen und William Shatner verabschieden Patrick Stewart
Marvel bestätigt: „Avengers: Doomsday“ ist Patrick Stewarts letzter Film. Ian McKellen, Hugh Jackman, William Shatner und die Picard-Crew nehmen Abschied vom Captain und Professor X, der mit 86 Jahren starb.
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Patrick Stewart ist tot. Der britische Schauspieler, der als Captain Jean-Luc Picard in „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert” und als Professor Charles Xavier in den „X-Men”-Filmen zwei der prägendsten Figuren der Science-Fiction und des Superheldenkinos spielte, starb am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, in seinem Haus in Los Angeles. Er wurde 86 Jahre alt.
Bekannt gegeben hat seinen Tod am Donnerstag seine langjährige Sprecherin Kelly Bush Novak, wie The Hollywood Reporter berichtet. Stewart sei nach „einem kurzen und bewegenden Weg mit Alzheimer und Lewy-Körperchen-Demenz” im Kreis seiner Familie gestorben, an der Seite seiner Frau Sunny Ozell. „Wir werden den friedlichen Ausdruck auf seinem Gesicht für immer in Erinnerung behalten, eine bleibende Erinnerung an seine unerschütterliche Anmut.”
Marvel bestätigt: „Avengers: Doomsday” ist sein letzter Film
Sein letzter Kinoauftritt steht damit fest. Marvel Studios hat in seinem Nachruf bestätigt, dass Stewart in „Avengers: Doomsday” zum letzten Mal vor der Kamera zu sehen ist. Er sei 2026 „noch einmal in die Rolle zurückgekehrt, sein letzter Auftritt auf der Leinwand”, heißt es in dem Statement, über das Variety berichtet. Für Stewart ist es der neunte Kinofilm als Charles Xavier – nach der ersten X-Men-Trilogie, den Wolverine-Filmen, „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit”, „Logan - The Wolverine” und seinem Gastauftritt in „Doctor Strange in the Multiverse of Madness”. Der Film startet am 16. Dezember 2026 in den deutschen Kinos.
Das Studio würdigte ihn als einen Darsteller, der Xavier „mit außergewöhnlicher Anmut, Intelligenz und Menschlichkeit” zum Leben erweckt und die Figur für Generationen von Fans geprägt habe. Marvel-Chef Kevin Feige erinnerte sich an die erste Begegnung am Set von „X-Men”: Nach Jahren als Picard-Zuschauer sei er „ehrfürchtig” gewesen, und Stewart habe sich als „brillant, charmant, warm, großzügig, mit einer ruhigen Stärke” erwiesen. Die „Doomsday”-Regisseure Joe und Anthony Russo schrieben, sie hätten das Glück gehabt, mit einigen Helden ihrer Kindheit zu arbeiten, „und Sir Patrick Stewart wird immer einer von ihnen sein”.
Damit bekommt auch ein Satz aus diesem Sommer ein anderes Gewicht. Gerüchte, „Doomsday” solle sein Abschied sein, hatte Stewart im Juli noch zurückgewiesen: Er könne sich nicht vorstellen, jemals offiziell in den Ruhestand zu gehen, und werde „immer und für alle Zeit Schauspieler sein” (unser Artikel von damals). Zuletzt hatte er außerdem in Riz Ahmeds Serie „Bait” einen sprechenden Schweinekopf vertont.
Ian McKellen: „Er trug sein Herz auf der Zunge”
Am persönlichsten fiel der Abschied von Ian McKellen aus, Stewarts Magneto in den X-Men-Filmen und einer seiner engsten Freunde. „Vor allem anderen war Patrick durch seine Herkunft aus Yorkshire geprägt”, schrieb McKellen auf Instagram. „Er trug sein Herz auf der Zunge, und das machte ihn zu einem Mann, auf den man sich verlassen, den man bewundern und – in meinem Fall – lieben konnte.” Die beiden kannten sich seit ihrer Zeit bei der Royal Shakespeare Company; 2013 traute McKellen Stewart und Sunny Ozell.
McKellen erzählte dabei auch eine Anekdote, die Star-Trek-Fans gefallen dürfte. Als Stewart ihm auf einer Londoner Straße von dem Angebot erzählte, eine Hauptrolle in „Star Trek” zu übernehmen, habe er ihm abgeraten: Ob er wirklich riskieren wolle, „für Jahre in Hollywood verloren zu gehen”? Stewart nahm das Risiko an, „und Gott sei Dank”. Seinen Nachruf beendete McKellen mit einem Satz über den gemeinsamen letzten Film: „Seine Abschiedsvorstellung in ‚Avengers: Doomsday‘ steht noch bevor.”
Auch Hugh Jackman, der als Wolverine über Jahrzehnte an Stewarts Seite stand, meldete sich auf Instagram: „Wir haben heute einen der Großen von Bühne und Leinwand verloren. Und in meinen Augen einen großartigen Freund und Menschen. Ich habe so viel von ihm gelernt.”
Die Star-Trek-Familie nimmt Abschied
Aus dem Star-Trek-Universum kamen die Worte noch am Donnerstag. William Shatner, der Captain Kirk der Originalserie, schrieb von einer „herzzerreißenden Woche” und nannte Stewart einen Freund und „großartigen Schauspieler”, der „von der Bühne bis auf die Brücke der Enterprise” Intelligenz, Anmut und Menschlichkeit mitgebracht habe: „Captain Picard stand für das Beste in uns, und das tat auch der Mann, der ihn spielte.” George Takei schrieb, Picard habe eine „ganze nächste Generation” zum Blick in eine bessere Zukunft inspiriert.
Seine Brückencrew verabschiedete sich knapp: Wil Wheaton, einst Wesley Crusher, postete ein gemeinsames Foto mit den Worten „Godspeed, Captain”, Jonathan Frakes alias Commander Riker schrieb „Ruhe in Frieden, mein Freund”. Akiva Goldsman, Mitschöpfer von „Star Trek: Picard”, nannte Stewart einen „seltenen Alchemisten”, der das geschriebene Wort in Fleisch und Blut verwandelt habe. Sein Picard habe das Star-Trek-Universum „über jedes Maß hinaus” erweitert.
Vom Shakespeare-Darsteller zum Captain der Enterprise
Als Stewart 1987 das Kommando über die Enterprise-D übernahm, kannte ihn in den USA kaum jemand. Er kam von der Bühne: Mit 26 Jahren war er in die Royal Shakespeare Company eingetreten, auf der Leinwand hatte er unter anderem den Gurney Halleck in David Lynchs „Der Wüstenplanet” gespielt. Produzent Robert Justman entdeckte ihn bei einer Lesung an der UCLA und setzte ihn gegen den anfänglichen Widerstand von Star-Trek-Schöpfer Gene Roddenberry durch, der sich einen kahlköpfigen Briten nicht als Gesicht der neuen Serie vorstellen konnte.
Stewart selbst rechnete nicht mit einem Erfolg. Alle hätten ihm gesagt, er solle sich wegen des Sechsjahresvertrags keine Sorgen machen, erinnerte er sich später: „Du kannst froh sein, wenn du das erste Jahr überstehst.” Es wurden sieben Staffeln. Folgen wie „In den Händen der Borg”, in der Picard von den Borg assimiliert wird, oder „Das zweite Leben” zählen bis heute zu den besten der Science-Fiction-Fernsehgeschichte. Auf die Serie folgten vier Kinofilme, darunter „Star Trek - Der erste Kontakt” von 1996.
Professor X und die Rückkehr als Picard
Noch während der Star-Trek-Kinoreihe nahm Stewart eine zweite Rolle an, die ihn über Jahrzehnte begleiten sollte. In „X-Men” spielte er im Jahr 2000 erstmals Professor Charles Xavier, an der Seite von Ian McKellen als Magneto. Über seine beiden großen Rollen sagte er 2017 dem Hollywood Reporter, er habe Picard und Xavier „für ihre Moral, ihre Güte, ihre Sensibilität, ihr Mitgefühl” bewundert.
Nach 17 Jahren Pause stand Stewart ab 2020 noch einmal als Jean-Luc Picard vor der Kamera. „Star Trek: Picard” lief drei Staffeln lang, die letzte endete im April 2023 mit einem Wiedersehen der alten Brückencrew. Geboren wurde Stewart am 13. Juli 1940 im englischen Mirfield, 2010 schlug ihn Königin Elisabeth II. zum Ritter. Neben Film und Fernsehen blieb er der Bühne treu, er gewann drei Olivier Awards.
Sein Tod trifft die Star-Trek-Gemeinde in einer ohnehin schweren Woche: Erst am Sonntag war Walter Koenig gestorben, der Chekov aus der Originalserie. Alle Filme und Serien des Franchise findest du in unserer Star-Trek-Reihenfolge, die Figur Charles Xavier auf unserer Seite zu Professor X.
Darum geht's
Avengers: Doomsday
Abenteuer Action Science Fiction Zum Film →
Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert
Drama Mystery Sci-Fi & FantasyGut 100 Jahre nach Kirk's erster Mission nimmt eine neue Crew auf dem Flagschiff Enterprise NCC 1701-D die Erforschung des Weltraums auf. Der neue Captain Jean-…
Zur Serie →Chefredakteur und Gründer von scifiscene.
Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.













