Gemischte Kritiken für „VisionQuest“: US-Presse lobt Bettany und Spader
Die ersten US-Kritiken zu VisionQuest sind da und fallen gemischt aus: Paul Bettany und James Spader werden gefeiert, die verschachtelte Handlung nicht immer. Ab 14. Oktober läuft die Marvel-Serie bei Disney+.
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Kurz vor dem Start von „VisionQuest” sind die ersten ausführlichen Kritiken erschienen – und sie fallen deutlich gemischter aus als die begeisterten Reaktionen nach der Überraschungspremiere auf der New York Comic Con. Seit Montagabend, 21 Uhr deutscher Zeit, dürfen US-Medien über die Serie schreiben, die meisten Kritiker kannten alle acht Folgen. Einig sind sie sich bei Paul Bettany und James Spader, uneins bei der Frage, ob die verschachtelte Geschichte um Visions Gedankenwelt trägt.
„VisionQuest” startet am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, mit zwei Folgen bei Disney+, in den USA ist die Serie laut TheWrap bereits ab dem 13. Oktober abrufbar. Sie schließt die Trilogie ab, die 2021 mit „WandaVision” begann und 2024 mit „Agatha All Along” weiterging.
Was die Kritiker sagen
Am deutlichsten fällt das Lob bei TheWrap aus. Die Kritik nennt „VisionQuest” einen würdigen Abschluss der WandaVision-Saga und bescheinigt Bettany eine „elektrisierende” Leistung: Sein Vision müsse kühl sein, aber langsam auftauen, wörtlich, aber mit Persönlichkeit. Spader sei als Ultron „fast zu gut”. Die Serie sei überraschend albern, Digital-Wortspiele wie „Die Macht des Codes zwingt dich” inklusive – und gerade das mache sie nach Jahren unübersichtlicher Marvel-Produktionen zu einem der „menschlicheren und hoffnungsvolleren” Werke des Studios.
The Hollywood Reporter ist zurückhaltender und nennt die Serie „manchmal bewegend, manchmal anstrengend”. Am stärksten sei „VisionQuest” als Geschichte über einen Vater und einen Sohn, die zueinanderfinden, und als Liebesgeschichte zwischen Ultron und der Androidin Jocasta (T’Nia Miller), deren Funken „ernsthaft sexy” seien, wie Marvel es selten zulasse. Zu viel Zeit verbringe die Serie aber damit, Figuren ihre Vorgeschichten erzählen zu lassen – und unter mancher tragischen Vorgeschichte liege noch eine weitere. Auch ein Serienmörder namens „Butcherbird” spielt in die Handlung hinein.
Am härtesten urteilt Variety: Wie ihr Held tue sich die Serie schwer, emotional zu berühren. Einzelne Ideen seien clever, etwa Visions Simulationen, an deren Ende ein Dutzend erschöpfter Bettanys auf einem Hotelboden liegt. Das Wechselspiel zwischen Visions Gedankenraum und der realen Welt finde aber nie eine klare Logik. Spaders menschlicher Ultron mit Bart und Trenchcoat sei dagegen „höchst unterhaltsam”. Deutlich wohlwollender ist The Direct, das „VisionQuest” mit 8 von 10 Punkten bewertet und zu den besten Marvel-Serien zählt.
Die ersten Reaktionen nach der NYCC
Marvel hatte die erste Folge schon am vergangenen Donnerstag überraschend zum Abschluss seines Fernsehpanels auf der New York Comic Con gezeigt, wie Variety berichtete. Mit dem Ende des Panels fiel die Sperrfrist für erste Eindrücke auf X – keine ausführlichen Kritiken, aber fast durchweg begeistert. Den Ton setzte Brandon Davis, der das Panel gemeinsam mit Marvels Fernsehchef Brad Winderbaum moderiert hat. Er nannte die Serie „eine fantastische Fortsetzung von WandaVision”: klug, schräg, ehrgeizig und kreativ, „mit einem schlagenden Vater-Sohn-Herzen”.
Demet Koc vom Portal Nexus Point News sah einen „würdigen Nachfolger” und stellenweise einen „Liebesbrief an Wanda Maximoff”. Nach allen acht Folgen schrieb das Fanportal Marvel Tesseract, wie TheWrap zusammengetragen hat, „VisionQuest” gehöre „zu den besten Marvel-Serien – auf einer Stufe mit Wonder Man und Loki”.
Ganz ohne Einwand blieb es schon damals nicht. TJ Zwarych von Agents of Fandom lobte zwar die Chemie zwischen Paul Bettany und James Spader und nannte Emily Hampshire „heimlichen Star” der Serie, merkte aber an, dass sich die Staffel in der Mitte etwas ziehe – ein Einwand, den die ausführlichen Kritiken jetzt deutlicher formulieren.
Spader und Bettany im Mittelpunkt
Paul Bettany spielt Vision zum ersten Mal seit „WandaVision” wieder in einer Live-Action-Rolle, James Spader kehrt als Ultron zurück, den er zuletzt 2015 in „Avengers: Age of Ultron” gespielt hat. Dazu kommt eine ganze Familie künstlicher Intelligenzen aus dem MCU: Emily Hampshire als E.D.I.T.H., Orla Brady als F.R.I.D.A.Y., James D’Arcy als J.A.R.V.I.S. und T’Nia Miller als Jocasta.
Ruaridh Mollica spielt Tommy, den wiedergeborenen Sohn von Wanda und Vision. Wer hinter der Figur steckt und warum sie für „Avengers: Doomsday” wichtig werden könnte, haben wir in unserem Porträt zu Tommy Maximoff alias Speed zusammengefasst. Viel Lob bekommt auch Showrunner Terry Matalas, der zuvor die dritte Staffel von „Star Trek: Picard” verantwortet hat.
Matalas hat die Serie von Jac Schaeffer übernommen, die „WandaVision” und „Agatha All Along” verantwortet hatte. Gegenüber TheWrap erzählte er, er habe nur ein einziges Gespräch mit ihr geführt, um ihr seinen Respekt zu erweisen: Er habe jede Folge von WandaVision zweimal gesehen. Schaeffer habe von Anfang an klargemacht, dass sie keine kreativen Gespräche mit ihm führen wolle, und ihm damit „eine leere Leinwand” gelassen. Als ausführende Produzentin wird sie weiterhin geführt.
Neuer Trailer: Ultron hat „seinen Groove zurück”
Passend zur NYCC-Premiere hat Marvel Ultron einen eigenen Trailer gewidmet. Der Clip mit dem Titel „Ultron’s Got His Groove Back” mischt Szenen aus der Serie mit Aufnahmen hinter den Kulissen. „Es fing eigentlich mit einer Sprachaufnahme an”, erinnert sich Spader darin an seinen ersten Auftritt, „zehn Jahre später bin ich wieder hier.” Sein Ultron sei inzwischen „älter und weiser”. Zu sehen ist er vor allem als menschlicher Avatar mit langem Haar und großem Bart, der in Visions Gedankenwelt lebt. Als E.D.I.T.H. ihn fragt, warum er ausgerechnet diese Gestalt gewählt habe, antwortet er knapp: „Steht mir.”
Dass Ultron geläutert wäre, sollte man trotzdem nicht erwarten. „Du wolltest Gott spielen? Jetzt wird es Zeit, dass du einen triffst”, sagt er im Trailer, und an anderer Stelle: „Ich werde zu Ende bringen, was ich vor all den Jahren begonnen habe.” Gemeint ist der Plan aus „Avengers: Age of Ultron”, die Menschheit auszulöschen. Wie es zu der Rückkehr kommt und welche Rolle Visions Körper dabei spielen könnte, haben wir in unserem Artikel zum Age-of-Ultron-Retcon beschrieben.
Am Rande der Messe hat Spader in einem Interview erklärt, wie es zu dem neuen Look kam. Ihm sei wichtig gewesen, dass Ultrons erster Auftritt schon etwas über die Figur erzähle. Weil sie von einem acht oder neun Fuß großen Roboter komme, müsse sie auch als Mensch sofort körperliche Präsenz haben. Zugleich habe ihn der Gegensatz gereizt: Der Metallkörper sei glatt und sauber gewesen, der menschliche Avatar dagegen eher zerzaust.
Wann startet VisionQuest?
„VisionQuest” startet am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, mit den ersten beiden Folgen bei Disney+. Die Staffel umfasst acht Folgen, das Finale läuft laut dem neuen Fahrplan am 11. November. Wer sich vorher auf den Stand bringen will, findet in unserem Überblick, welche vier MCU-Titel Marvel zur Vorbereitung empfiehlt.
Für das MCU ist die Serie die letzte Veröffentlichung vor „Avengers: Doomsday”, der am 16. Dezember 2026 in den deutschen Kinos startet. Ob „VisionQuest” direkt auf den Film zuläuft, hat Marvel nicht verraten. Den Weg dorthin hatte zuletzt der neue Trailer um Visions Sohn angedeutet.
VisionQuest startet in Deutschland am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, mit zwei Folgen bei Disney+. Das Finale folgt am 11. November.
Gemischt. TheWrap nennt die Serie einen würdigen Abschluss der WandaVision-Saga, The Hollywood Reporter findet sie „manchmal bewegend, manchmal anstrengend”, Variety vermisst emotionale Wirkung. Einhellig gelobt werden Paul Bettany und James Spader.
Die erste Staffel von VisionQuest hat acht Folgen.
James Spader kehrt als Ultron zurück. Er hat die Figur zuvor 2015 in „Avengers: Age of Ultron” gespielt.
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