House of the Dragon: Das verspricht Ryan Condal für die finale Staffel 4
Das Finale von Staffel 3 ist gelaufen, Staffel 4 wird die letzte. Was Ryan Condal und Emma D'Arcy zum Ende verraten haben - und wann gedreht wird.
Der Tanz der Drachen hat seinen vorletzten Akt hinter sich: Mit Folge 8 endete am Montag die dritte Staffel von „House of the Dragon” - und die vierte wird die letzte sein. Showrunner Ryan Condal und Hauptdarstellerin Emma D'Arcy haben auf einer Pressekonferenz zum Finale ausführlicher darüber gesprochen, was danach kommt. Kurzfassung: größer als alles bisher, aber noch lange nicht in Sicht.
Was das Finale hinterlässt
Die Schlacht von Tumbleton, auf die die Staffel acht Folgen lang zugelaufen ist, endet im Desaster für beide Seiten. Ormund Hohenturm hatte Kinder auf den Wehrgängen postiert, um Daemons Drachen aus dem Spiel zu nehmen; Daemon lässt Caraxes am Ende trotzdem das Tor aufbrennen. Entschieden wird die Schlacht aber von Ulf dem Weißen: Der Drachenreiter läuft mitten im Gefecht zu den Grünen über - und wendet sich dann gegen alle. Silverwing verbrennt erst Ormund und Roddy den Ruin auf der Mauer, danach die halbe Stadt.
Daemon, Corlys Velaryon und Hugh Hammer kommen davon, Gwayne Hohenturm steht schwer angeschlagen in den Trümmern, das Schicksal von Daeron und seiner Drachin Tessarion bleibt offen. Zuletzt jagen Daemon auf Caraxes und Hugh auf Vermithor den Verräter Ulf - eine Rechnung, die Staffel 4 offen übernimmt. Hugh hatte seinen Posten in Königsmund eigenmächtig verlassen, um seine Familie zu suchen; er findet sie nach der Schlacht tot in ihrem Haus.
Rhaenyra ruft sich selbst zur Erlöserin aus
Parallel dazu kippt in Königsmund die Herrschaft der Königin. Nachdem der Hohe Septon sich erneut weigert, sie zu salben - Aegons Rückkehr samt Sunfyre gilt den Gläubigen als Gottesbeweis -, lässt Rhaenyra ihn hinrichten. Danach tritt sie in Rüstung vor die Menge und legt offen, was ihr Vater Viserys ihr einst anvertraut hatte: Aegons des Eroberers Vision vom Lied von Eis und Feuer und von der Dunkelheit, die aus dem Norden kommen wird.
Dann geht sie einen Schritt weiter und erklärt sich selbst zum verheißenen Prinzen. In der Buchvorlage kommt diese Szene nicht vor, und Condal weiß das. „Es steht nicht im Buch und nicht in der Geschichtsschreibung”, sagte er, „aber es wird viel darüber geredet, wie Rhaenyra am Ende sehr despotisch wurde, zur Tyrannin, und beim Volk sehr unbeliebt war.” Gewollt habe man „eine echte Zäsur im Verhältnis zwischen Rhaenyra und ihrem Volk”. Mysaria, die sie kurz zuvor aus dem Roten Bergfried verbannt hatte, steht bei der Rede unerkannt in der Menge.
Helaenas letzte Botschaft
Der leisere, aber folgenreichere Schlag kommt aus dem Roten Bergfried selbst. Helaena, seit Beginn der Staffel Rhaenyras Gefangene und schwanger, hatte sich geweigert, das Kind loszuwerden, und wurde zuletzt zwangsernährt. „Du glaubst, dass Leben nicht Sterben ist”, sagt sie Rhaenyra im Finale ins Gesicht. Kurz darauf stürzt sie sich aus dem Fenster.
Was sie hinterlässt, ist ein Wandteppich, an dem sie die ganze Staffel über gestickt hat - und in den sie eine Reihe von Prophezeiungen eingearbeitet hat. Die zentrale: Rhaenyra ist dazu verdammt, im Feuer zu sterben. Dass Alicent Hohenturm, Helaenas Mutter und Rhaenyras einstige beste Freundin, vom Tod ihrer Tochter noch nichts weiß, ist der offenkundigste Zünder, den diese Staffel für ihre Nachfolgerin gelegt hat.
Was Condal über Staffel 4 verspricht
Condal macht keinen Hehl daraus, dass die letzte Staffel eine Nummer größer werden soll. „Wir haben eine unglaubliche Staffel vor uns”, sagte er nach dem Finale. „So verrückt und groß Staffel 3 war - ich glaube, Staffel 4 wird noch größer.” Konkret in Aussicht gestellt hat er neue Figuren, neue Drachen und neue Schauplätze. Schon im Juni hatte er gegenüber Deadline gesagt: „Es wird die größte Staffel, die wir gemacht haben, ganz sicher.”
Erzählerisch ist das Ende längst gesetzt. Condal und Co-Produzentin Sarah Hess haben die Grundstruktur der Staffeln 3 und 4 gemeinsam mit dem Autorenteam entworfen - man habe „im Grunde das Rückgrat der Staffeln 3 und 4 zusammen gebrochen, zumindest in der Superstruktur”. Deshalb rahmen zwei Großschlachten die dritte Staffel: die Schlacht am Schlund in Folge 1, Tumbleton in Folge 8. Das Drehbuch zur ersten Folge von Staffel 4 liegt bei HBO bereits vor.
Wann kommt Staffel 4?
Hier kommt die unerfreuliche Nachricht: Einen Termin gibt es nicht, nicht einmal ein Startfenster. HBO hat sich dazu bislang nicht geäußert, und Condal sagte nach dem Finale lediglich, man freue sich darauf, wieder loszulegen. Während der Ausstrahlung von Staffel 3 hat er nach eigener Aussage bewusst pausiert.
Die Produktion hängt am englischen Wetter. „Wir müssen den britischen Sommer überbrücken, das heißt: im Frühjahr mit dem Dreh anfangen und fertig sein, bevor es wieder dunkel wird”, erklärte er im Juni. Gedreht wird in den Warner-Bros.-Studios in Leavesden, Vorbereitung und Dreh zusammen dauern über ein Jahr. Sein Stand damals: Die Kameras könnten „vielleicht im nächsten Frühjahr” laufen, also 2027. Beim Umfang bleibt es bei „ungefähr derselben Taktung” wie bisher - Staffel 2 und 3 hatten je acht Folgen. Staffel 3 lief hierzulande wöchentlich montags bei HBO Max sowie im Sky- und WOW-Abo.
Worauf es hinausläuft
Rhaenyra steht am Ende von Staffel 3 allein da, und zwar in fast jeder Hinsicht. Daemon hat sie fortgeschickt, Mysaria verbannt, den Hohen Septon hinrichten lassen, ihre Hand sitzt in Gefangenschaft, einer ihrer Drachenreiter ist übergelaufen und ein zweiter hat gerade seine Familie verloren. Von den sechs Drachen, die Condal ihr zu Beginn der Schlacht noch zurechnet, ist die Machtbasis sichtbar angeschlagen - und der Wandteppich in Helaenas Zimmer sagt ihr, wie das endet.
Auf der Gegenseite sitzen erstmals seit Langem wieder zwei Brüder an einem Tisch: Aegon II. und Aemond haben sich in Harrenhal zusammengefunden, um die Rückeroberung des Eisernen Throns zu planen, und Aegon hat mit Sunfyre wieder einen Drachen. Condal beschreibt „House of the Dragon” im Unterschied zu „Game of Thrones” ausdrücklich nicht als Epos, sondern als Tragödie. Die Parallelen zu Daenerys Targaryen sieht auch D'Arcy - Condal betont allerdings einen Unterschied: „Daenerys kam erst ganz am Ende auf den Eisernen Thron, nachdem sie die Stadt zerstört hatte. Rhaenyra macht die Erfahrung, den Thron zu haben, ihn halten zu wollen - und davon verändert zu werden.”
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