Ridley Scott plant drittes Alien-Prequel um Fassbenders David
Ridley Scott hat der Los Angeles Times bestätigt, dass er ein drittes Alien-Prequel plant – mit Michael Fassbender als Android David, der sich darin eine eigene neue Welt erschaffen soll. Ein Termin fehlt weiterhin.
Ridley Scott will die Geschichte des Androiden David zu Ende erzählen. In einem Interview mit der Los Angeles Times hat der 88-jährige Regisseur bestätigt, dass er ein drittes Alien-Prequel plant — mit Michael Fassbender in jener Rolle, die er in „Prometheus - Dunkle Zeichen” und „Alien: Covenant” gespielt hat. Empire, The Hollywood Reporter und Variety griffen die Aussage am Mittwochabend auf.
Der Film soll David dabei zeigen, wie er sich eine schöne neue Welt erschafft — Scotts eigene Formulierung und eine unüberhörbare Anspielung auf Aldous Huxley. Und er soll erneut von künstlicher Intelligenz handeln, dem Thema, das Scotts Kino seit dem Original von 1979 durchzieht. Künstliche Intelligenzen könnten durchdrehen, sagte er der LA Times, und wenn sie es täten, sei das wie eine Bombe.
Wo „Alien: Covenant” aufgehört hat
Der Anschlusspunkt liegt seit 2017 bereit. „Alien: Covenant” endete damit, dass David die Kontrolle über das Kolonieschiff übernimmt — an Bord rund 2.000 schlafende Kolonisten und zwei Facehugger-Embryonen. Was er damit anstellt, hat bis heute niemand erzählt. Ein dritter Film hätte damit nicht bloß einen offenen Faden, sondern den zentralen: die Frage, wie aus Davids Experimenten am Ende jenes Wesen wird, das die Nostromo-Crew an Bord holt.
Neu ist die Ankündigung allerdings nicht. Der Hollywood Reporter weist ausdrücklich darauf hin, dass Scott eine Fortsetzung zu „Alien: Covenant” schon mehrfach in Aussicht gestellt hat, ohne dass daraus je ein Drehstart geworden wäre. Ein Termin, ein Greenlight des Studios oder weitere Beteiligte sind auch diesmal nicht genannt. Wer den Zusammenhang der Filme sortieren will, findet ihn in unserer Übersicht aller Alien-Filme in der richtigen Reihenfolge.
Die Konkurrenz im eigenen Haus
Das Projekt muss sich das grüne Licht zudem mit einem anderen Alien-Film teilen. Bei 20th Century Studios liegt die Fortsetzung zu „Alien: Romulus” in der Pipeline, dem Kinoerfolg von 2024; Regisseur Fede Álvarez ist dafür auf den Produzentenstuhl gewechselt. Weil beide Filme mit einem ausgeprägten Cliffhanger enden, wird darüber spekuliert, ob am Ende ein einziger Film die Fäden aus „Covenant” und „Romulus” zusammenführt.
Zum Fernsehableger äußerte sich Scott ebenfalls, und für seine Verhältnisse ausgesprochen freundlich: Die erste Staffel von Noah Hawleys Serie Alien: Earth halte er für ziemlich verdammt gut. Eine zweite Staffel ist bereits in Arbeit. Zusammen mit dem Romulus-Sequel und Scotts Prequel-Plänen laufen damit drei Alien-Erzählstränge parallel — so viel Betrieb hatte das Franchise zuletzt nie.
Blade Runner, KI und ein voller Kalender
Im selben Gespräch äußerte Scott Bedauern über die Rechte an „Der Blade Runner”, die ihm entglitten sind. Er könne seinen damaligen Anwälten und Agenten keinen Vorwurf machen, sagte er, aber irgendwie habe man die Rechte am Franchise abgegeben — und wer nicht der Autor des geschriebenen Wortes sei, habe eben keinen Anteil daran. An der Serie Blade Runner 2099, die am 25. November bei Prime Video startet, ist er kreativ nicht beteiligt und führt lediglich einen Executive-Producer-Credit.
Künstliche Intelligenz im Produktionsprozess lehnt er für sich ab: Er könne es ohne Weiteres mit einer KI aufnehmen, wenn es darum gehe, Bilder zu erschaffen — aber sie komme unweigerlich. Die unbequeme Frage sei, ob eine KI je besser sein könne als das, was man ihr eingebe. Zeit für den Ruhestand hat Scott ohnehin nicht: Sein Endzeitfilm „Das Ende der Sterne” startet am 27. August in den deutschen Kinos, im November beginnt der Dreh zu seiner Treasure-Island-Verfilmung mit Hugh Jackman, und bei den Governors Awards bekommt er im selben Monat einen Ehren-Oscar.
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