Doctor Who: Die BBC sucht per Ausschreibung das nächste Produktionsteam

Doctor Who: Die BBC sucht per Ausschreibung das nächste Produktionsteam BBC
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Die BBC hat die Ausschreibung für die nächste Doctor-Who-Staffel gestartet. Sie soll 2028 oder 2029 laufen, ein striktes Showrunner-Modell will der Sender nicht mehr – und wer den Doctor spielt, steht weiterhin nicht fest.

Die BBC hat die Neuaufstellung von Doctor Who offiziell in Gang gesetzt. Der Sender hat am Donnerstag eine Ausschreibung veröffentlicht, mit der Produktionsfirmen sich um die Herstellung der nächsten Staffel bewerben können – und legt darin zum ersten Mal offen, wie die Serie nach dem Bruch der vergangenen Monate aussehen soll.

Der Hintergrund ist bekannt: Showrunner Russell T Davies und die Produktionsfirma Bad Wolf haben die Serie verlassen, der Koproduktionsvertrag mit Disney ist ausgelaufen, und Ncuti Gatwa kehrt nicht als Doctor zurück. Was bislang fehlte, war eine Vorstellung davon, womit die BBC diese Lücke füllen will. Genau das steht jetzt in dem Ausschreibungsdokument, über das Deadline zuerst berichtete.

Rückkehr frühestens 2028

Gesucht wird eine „neue Flaggschiff-Staffel” für eine Ausstrahlung in den Jahren 2028 oder 2029. Der Auftrag umfasst eine mehrteilige Staffel samt Specials, und die BBC behält sich die Option auf eine zweite Staffel vor. Zwischen der letzten regulären Folge und dem Neustart liegen damit mindestens drei Jahre – die längste Pause seit der Wiederbelebung der Serie im Jahr 2005.

Auffällig ist, wie wenig die BBC festlegt. Es gibt keine gesetzte Episodenzahl, und der Sender lässt offen, ob die Staffel durcherzählt wird oder auf abgeschlossene Folgen setzt. „Wir sind flexibel, wie die Serie strukturiert ist”, heißt es in dem Dokument. Wer sich bewirbt, bringt das Format also selbst mit.

Kein klassisches Showrunner-Modell mehr

Der bemerkenswerteste Satz der Ausschreibung betrifft die Führungsstruktur. Die BBC schreibt, sie suche „nicht notwendigerweise” ein striktes Showrunner-Modell und erwarte, dass in der Produktion auch einzelne Episodenautoren zum Einsatz kommen. Nach zwei Jahrzehnten, in denen die Serie von Davies und Steven Moffat als klar zugeordnete Autorenhandschrift geführt wurde, ist das eine deutliche Kursänderung.

Inhaltlich bleiben die Eckpfeiler stehen. Die Staffel soll „hinter dem Sofa”-Schrecken liefern, Spannung und Gefahr, dabei aber familientauglich bleiben. Bekannte Gegner sind willkommen, die BBC warnt jedoch ausdrücklich davor, sich „übermäßig” auf den vorhandenen Kanon zu stützen: Erwartet werden neue Figuren, neue Aliens und neue Ideen. Mindestens eine Begleiterin oder ein Begleiter mit eigener Biografie, eigenen Beziehungen und eigenem Weg ist Pflicht.

Auch die Bandbreite der Schauplätze schreibt der Sender fest: historische Kulissen, die Gegenwart auf der Erde, fremde Welten und ferne Zukünfte. Optisch soll die Serie „kinohaft, unverwechselbar und ehrgeizig” wirken – nach eigener Formulierung konkurrenzfähig auf einem hart umkämpften globalen Markt.

Wer der Doctor ist, steht weiter nicht fest

Die größte offene Frage beantwortet das Papier nicht. Gatwas Fünfzehnter Doctor regenerierte sich am Ende von „The Reality War” ausgerechnet in das Gesicht von Billie Piper – offiziell als Sechzehnte Doctor angekündigt wurde sie aber nie. Diese Wendung hängt damit weiter in der Luft, während ein völlig neues Produktionsteam die TARDIS übernehmen soll. Wir hatten die Lage dazu bereits nach Pipers eigener Klarstellung eingeordnet.

Offen ist damit auch, wer die Besetzung überhaupt entscheidet. Wird der Doctor vor der Vergabe feststehen, oder bringt die siegreiche Produktionsfirma ihren eigenen Vorschlag mit? Die Ausschreibung sagt dazu nichts – und genau das dürfte für die Bewerber eine der heikelsten Fragen sein.

Auftrag ohne Rechte – und was das für Bewerber heißt

Die Produktion läuft auf Basis eines Auftragsverhältnisses: Sämtliche Rechte bleiben bei der BBC, BBC Studios behält Vertrieb, Lizenzen, Merchandising und die immersiven Auswertungen. Für die Produktionsfirma bleibt das Honorar und der Name im Abspann. Beim Budget wird die BBC nicht konkret, lädt Bewerber aber ein, „Investitionen Dritter” vorzuschlagen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Finanzierungslücke nach dem Disney-Ausstieg nicht allein aus dem Sender gestopft wird.

Dass diese Konstruktion nicht überall auf Begeisterung stößt, hatte sich abgezeichnet. Deadline hatte im Frühjahr vier britische Drama-Produzenten befragt; alle äußerten Vorbehalte dagegen, für eine Serie, an der sie keine Rechte halten, erhebliche Ressourcen zu binden. Immerhin: Simon Heath, Produzent von „Line of Duty”, hat öffentlich Interesse bekundet. Bevorzugt wird eine Produktion, die sich in Wales qualifiziert – die Serie bliebe damit dort, wo sie seit 2005 entsteht.

Der Zeitplan

Erste Vorschläge müssen bis zum 2. Oktober eingereicht werden. Die Gespräche mit den Bewerbern führt die BBC im Januar 2027, die Vergabe des Auftrags ist für März 2027 vorgesehen. Wer in die engere Wahl kommt, führt vor dem finalen Gespräch noch eine ausführliche Unterredung mit BBC Studios als Vertriebspartner.

Für das deutsche Publikum bleibt damit auch offen, wo die Serie künftig zu sehen sein wird: Der Weg über Disney+ war an den ausgelaufenen Koproduktionsvertrag geknüpft, ein Nachfolger steht nicht fest. Ihr Dokument beendete die BBC mit einem Satz, der als Arbeitsauftrag gemeint sein dürfte: „Seid mutig, habt Spaß.”

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