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„Das Duell: Vergeltung“ eröffnet Volume 3 von Star Wars: Visionen und ist die direkte Fortsetzung des Auftakt-Kurzfilms „Das Duell“ aus Volume 1. Das japanische Studio Kamikaze Douga kehrt zum markanten Schwarzweiß-Look im Stil Akira Kurosawas zurück, den einzelne Farbakzente durchbrechen. Im Zentrum steht erneut der Ronin, ein ehemaliger Sith, der nun Jagd auf andere Sith macht.
Der Großmeister, ein einstiger Jedi, der sich vollständig in eine Maschine verwandelt hat, erfährt per Holoprojektor, dass der Ronin auf dem Planeten Olcatz gesichtet wurde, und reist in seinem Sternjäger dorthin. Eine Rückblende zeigt, wie der Ronin einst einen Jedi mit blauer Klinge niederstreckt – der Ursprung des Rachefeldzugs.
Auf Olcatz treffen in einer Spielhölle, die aus dem Rumpf eines abgestürzten Schiffs errichtet wurde, Wesen unterschiedlichster Spezies und Droiden zusammen. Der Ronin schaltet mehrere Schergen aus, ehe es zur direkten Konfrontation mit dem Großmeister kommt. An seiner Seite kämpft die Twi'lek-Sith Anée-san.
Bevor der Großmeister den Ronin erledigen kann, trifft Anée-san dessen Augen, sodass er zu Boden geht. Der Ronin zieht ihm das Lichtschwert aus dem Torso. Der kybernetische Kiefer des Großmeisters löst sich, seine Sicht schwindet, doch er will den Kampf fortsetzen.
Da er keine Farben mehr wahrnehmen kann, greift der Großmeister versehentlich Anée-sans rot leuchtende Klinge – und der Ronin durchtrennt ihm mit eben dieser die Brust. Nach der Niederlage des Großmeisters und seiner Jedi-Kreuzritter feiern die Ewoks ausgelassen. Neben dem Ronin sorgt sein treuer Droide B5-56 wieder für kleine humorvolle Momente.
„Das Lied von den vier Flügeln“ ist der zweite Kurzfilm aus Volume 3 von Star Wars: Visionen. Sichtbar von klassischem Anime und Manga inspiriert, schlägt er einen betont familienfreundlichen, an einen Samstagvormittag-Zeichentrick erinnernden Ton an.
Im Mittelpunkt steht die Rebellen-Prinzessin Crane, die auf einem verschneiten Planeten die Ruinen eines vom Imperium ausgelöschten Dorfes untersucht. Über Funk hält sie Kontakt zu dem Mon-Calamari-Admiral Basil Kiucee, während sie mit ihrem Astromech-Droiden das Gebiet erkundet.
Als einzigen Überlebenden des imperialen Angriffs findet Crane ein machtsensitives Gigoran-Kind namens Woopas. Die Fürsorge, die zwischen der Kriegerin und dem schutzbedürftigen Kind entsteht, erinnert deutlich an die Dynamik von Din Djarin und Grogu aus The Mandalorian.
Im actionreichen Höhepunkt verwandelt sich Cranes Astromech-Begleiter R9-TR2 in eine fliegende, mit Lasern bewaffnete Rüstung und hilft ihr, das Kind vor dem Imperium zu schützen. Der Kurzfilm präsentiert dabei einige neue Designs bekannter Schiffe und Fahrzeuge und bleibt im Kern eingängiges Star Wars für die ganze Familie.
„Die neunte Jedi: Kind der Hoffnung“ knüpft als direkte Fortsetzung an den Kurzfilm „Die neunte Jedi“ aus Volume 1 von Star Wars: Visionen an. Anders als der actiongeladene Auftakt der Staffel wirkt der Film wie ein Mittelkapitel einer größeren Geschichte.
Die Handlung folgt Lah Kara, die mit den letzten Getreuen des Jedi-Ordens flieht und dabei in die Leere des Alls geschleudert wird. Gerettet wird sie von einem hilfsbereiten, ausgesprochen redseligen Droiden namens Teto.
Kara wird weiterhin von den Kopfgeldjägern verfolgt, die im ersten Teil ihren Vater verschleppt haben und nun eine vollwertige Jedi jagen. Ihr eigentlicher Weg besteht darin, die innere Stärke zu finden, um selbst zur Jedi-Ritterin zu werden.
Ein emotionaler Kern des Kurzfilms ist Tetos Beziehung zu seinem Meister, der sich in einem Bacta-Tank erholt. In seiner Anlage erinnert der Film an Luke Skywalkers Ausbildung auf Dagobah – eine ruhige, auf Charakter und Entwicklung setzende Episode, deren Auflösung erst später folgen dürfte.
„Die Kopfgeldjäger“ ist der vierte Kurzfilm aus Volume 3 von Star Wars: Visionen. Herausragendes Element ist der Droide IV-A4, der über mehrere wechselnde Persönlichkeiten verfügt und dem Film seinen eigenen Charakter verleiht.
Im Zentrum steht die von Verrat gezeichnete Kopfgeldjägerin Sevn, die auf dem Planeten des Industriellen Jin-Sim abstürzt. Dieser beauftragt sie, die Rebellen zu beseitigen, die sein Geschäft bedrohen.
Die Rebellenführerin Eno bringt Sevn jedoch gegen Jin-Sim auf: Sein Reichtum beruht in Wahrheit auf Sklavenarbeit. Sevn wechselt daraufhin die Seiten.
Es folgt ein Zusammenschluss der beiden Frauen und ein handfester Showdown gegen Jin-Sim. Der Kurzfilm bedient sich vertrauter Star-Wars-Motive rund um Droiden und Kopfgeldjäger und setzt sie visuell ansprechend in Szene.
„Yukos Schatz“ ist der fünfte Kurzfilm aus Volume 3 von Star Wars: Visionen und richtet sich ausdrücklich an ein junges Publikum. Weiche, runde Designs und ein leichtfüßiger Erzählton prägen den Film, der auf dem oft gezeigten Wüstenplaneten Tatooine spielt.
Die verwaiste Yuko wird von dem riesigen, bärenartigen Droiden BILY umsorgt, der sich liebevoll um sie kümmert. Zusammen führen sie ein bescheidenes Leben.
Der Straßenjunge Sola hilft dem Schurken Fox-Ear dabei, BILY zu entführen – in der Hoffnung, einen geheimen Tresor zu finden, in dem Yukos Familie vor ihrem Tod einen Schatz verwahrt haben soll.
Auf der Suche offenbaren sich Yukos Familienerbe sowie der Wert von Freundschaft und Wahlfamilie. Der Kurzfilm bleibt in seinen Wendungen überschaubar und vorhersehbar, funktioniert in seiner kindgerechten Machart aber verlässlich.
„Die Verlorenen“ ist der sechste Kurzfilm aus Volume 3 von Star Wars: Visionen und setzt – produziert vom Studio Kinema Citrus – die Geschichte von „Die Dorfbraut“ aus Volume 1 fort. Auffällig ist der aquarellartige, gemalt wirkende Hintergrund, der sich deutlich von den klaren Konturen der Figuren abhebt.
Die Heldin F rettet einige einfache Leute vor einem Erdbeben auf einem Planeten, den das Imperium beim Abbau von Carbonit halb vereist und verwüstet hat.
An Bord eines Flüchtlingsschiffs zieht F die Aufmerksamkeit eines imperialen Sternenzerstörers auf sich, der den bezeichnenden Namen Oppressor trägt. Um die Flüchtlinge zu schützen, ergibt sie sich freiwillig.
An Bord sabotiert Ron – einer der von F Geretteten – gemeinsam mit ihr den Sternenzerstörer, während sie ihren früheren Meister Shad-Rah stellt. Der Kurzfilm erzählt eine klassische Star-Wars-Geschichte über Mut gegen die imperiale Übermacht in gefälliger Bildsprache.
Der Kurzfilm des Studios Trigger folgt Chita, einer jungen Schmugglerin, die in der Cantina eines heruntergekommenen Planeten Schulden hat. Vor der Tür bietet ihr eine ältere Frau namens Gleenu einen Auftrag an: 10.000 Credits dafür, zwei Passagiere an einer imperialen Blockade vorbeizuschleusen.
Der jüngere der beiden entpuppt sich als Prinz Arluu. Gleenu wiederum war einst eine Jedi-Ritterin; nachdem ihr das Königshaus des Planeten Zenarita das Überleben der großen Jedi-Säuberung ermöglicht hatte, schwor sie ihm die Treue.
Nach dem Aufstieg des Imperiums hatte die Herrscherfamilie von Zenarita den Zustand der Galaxis infrage gestellt. Das Imperium ließ sie wegen Verschwörung inhaftieren, setzte ein Marionettenregime ein und brachte den Planeten unter seine Kontrolle. Einzig Prinz Arluu entkam der Gefangennahme.
Was für Chita als schneller Verdienst beginnt, wird so zu einer gefährlichen Reise zum Planeten Zenarita. Der Kurzfilm ist der dritte Teil einer Trigger-Trilogie nach den Volume-1-Beiträgen und lehnt sich bewusst an den Ton des ursprünglichen Star-Wars-Films an.
Der Kurzfilm von Polygon Pictures erzählt von Nakime, einer ungestümen Jedi-Padawan. In einem Kampf gegen den Sith-Krieger Aman wird sie geblendet und für tot zurückgelassen.
Auf sich allein gestellt, ringt Nakime mit quälenden Visionen und der Versuchung, die dunkle Seite könne ihr das Augenlicht zurückgeben. Ein krötengleicher Machtgeist erklärt ihr, ihr Herz sei von Hochmut geblendet, und rät ihr, sich von der Macht durch die Natur leiten zu lassen.
Nakime erkennt schließlich, dass die dunkle Hälfte, der sie begegnet, ihre eigene Unreife und ihre Ängste verkörpert. Sie will nicht länger, dass diese ihr Leben beherrscht, und tröstet ihre dunkle Hälfte, bis beide Wesenshälften miteinander verschmelzen. Die Episode greift buddhistische Vorstellungen und japanische Mythologie auf und deutet Nakimes Wandlung als geistige Wiedergeburt.