Buffy bei den Emmys: Gellar und Boreanaz über das geplatzte Reboot
30 Jahre nach dem Serienstart überreichten Sarah Michelle Gellar und David Boreanaz bei den Emmys gemeinsam einen Preis. Dabei fiel der Satz, der Hulus gestrichener Fortsetzung gilt: Ob Buffy und Angel zusammenkommen, werde man wohl nie erfahren.
Sarah Michelle Gellar und David Boreanaz haben in der Nacht auf Montag bei der Emmy-Verleihung in Los Angeles gemeinsam auf der Bühne gestanden — rund 30 Jahre nach dem Start von „Buffy - Im Bann der Dämonen”. Angelegt war der Auftritt als Jubiläumsgruß. Nebenbei wurde daraus die deutlichste öffentliche Auskunft zum Stand des Franchise seit Monaten: Aus Buffy und Angel wird nichts mehr, und aus Hulus Fortsetzung auch nicht.
Wiedersehen auf der Emmy-Bühne
Die beiden überreichten im Peacock Theater den Preis für den besten Hauptdarsteller in einer Mini- oder Anthologieserie, der an Matthew Rhys ging. Davor nahmen sie sich die Zeit für das Jubiläum: Boreanaz erinnerte an die Ausgangslage der Serie — eine Jugendliche, vom Schicksal zum Kampf gegen Vampire und Dämonen bestimmt, die sich ausgerechnet in einen Vampir mit Seele verliebt, der ein paar Hundert Jahre Reue mit sich herumträgt.
Gellar schob den Altersunterschied hinterher: Angel war 241 Jahre alt. Dann stellte Boreanaz die Frage, auf die das Publikum gewartet hatte — er habe immer gedacht, Buffy und Angel würden am Ende zusammenkommen. Gellars Antwort bestand aus einem einzigen Satz: „Tja, das werden wir wohl nie erfahren.”
Der Seitenhieb galt dem gestrichenen Reboot
Gemeint war damit nicht das offene Ende der Originalserie, sondern die Absage an New Sunnydale. Hulu hatte die bereits abgedrehte Pilotfolge nicht zur Serie weiterentwickelt; Gellar, die als ältere Mentorin zurückkehren sollte, hatte das Aus selbst öffentlich gemacht. Auf der Bühne blieb es bei der Anspielung — eine neue Perspektive nannte niemand.
Wie klein der Kreis der Zurückgeholten überhaupt gewesen wäre, hatte Seth Green kurz zuvor deutlich gemacht. Der Darsteller des Werwolfs Oz sagte gegenüber Variety, er sei für das Reboot nie angefragt worden.
Den ernsten Teil des Auftritts hob sich Gellar für den Schluss auf: „David und ich möchten anerkennen, dass es zwei harte Jahre für unsere geliebte Besetzung und Crew waren, und wir schätzen uns glücklich, so großartige Menschen gekannt und mit ihnen gearbeitet zu haben.” Der Bezug blieb unausgesprochen und war trotzdem eindeutig: Mit Nicholas Brendon, dem Xander der Serie, und Anthony Head, der Rupert Giles spielte, sind in diesem Jahr zwei tragende Darsteller gestorben; Michelle Trachtenberg war bereits im Februar 2025 gestorben.
Wie die Rückkehr nach Sunnydale ausgesehen hätte, ist seit dem Frühjahr bekannt: Damals gelangte das Drehbuch der Pilotfolge an die Öffentlichkeit. Es erklärt auch, woran das Projekt intern scheiterte.
Ein neues Sunnydale und eine widerwillige Mentorin
Nach der Zerstörung des Höllenschlunds im Finale der Originalserie „Buffy - Im Bann der Dämonen” baute man Sunnydale einfach neu auf. Die Bewohner wissen bestens über Vampire und Dämonen Bescheid. Die Pilotfolge spielt während des sogenannten Vampire Weekend, einem Fest, das die düstere Geschichte der Stadt feiert. Hier entdeckt die introvertierte Teenagerin Nova (Ryan Kiera Armstrong) ihre Kräfte und staubt direkt zwei Blutsauger ab. Nova schleppt ein schweres Trauma mit sich herum: Sie wurde als Kind entführt, weshalb ihr alleinerziehender Vater Abe sie pausenlos überwacht. Am Ende der Folge schart Nova ihre eigene Scooby-Gang um sich. Der Clou: Alle Vampire, die Buffy einst erledigte, sind wieder erwacht.
Wo steckte Buffy Summers?
Die größte Enttäuschung für die Hulu-Bosse war der Mangel an Screentime für Sarah Michelle Gellar. Buffy taucht im Skript erst in der allerletzten Szene auf. Sie lebt unter ihrem alten Decknamen Anne Summers in New York City, arbeitet in einem Großraumbüro für eine Versicherung und genießt ihr bürgerliches Leben. Doch die Idylle bröckelt, als ihr Posteingang plötzlich von Versicherungsansprüchen aus Sunnydale überflutet wird. Auf die Erinnerung eines Kollegen, ihr Morgen-Meeting nicht zu verpassen, liefert sie ihren einzigen Satz in der Folge:
Nope… wouldn’t want that.
Die wahren Gründe für die Absetzung
Warum zog Hulu den Stecker, obwohl Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao Regie führte? Insidern zufolge war genau das ein Teil des Problems. Zhaos minimalistischer Stil passte nicht zu einer Pilotfolge, die viel Weltaufbau leisten muss. Quellen nannten das Material schlecht gedreht und bemängelten fehlende Schnittbilder. Zudem empfand Hulu die Serie als zu jugendlich — eine seltsame Kritik, da Hauptdarstellerin Armstrong beim Dreh bekanntermaßen erst 15 Jahre alt war. Selbst ein erwachsenerer Rewrite des Skripts, der Gellar mehr in den Fokus rückte, galt laut Insidern als unrettbar.
Hulu fällte das Todesurteil ausgerechnet an dem Wochenende, an dem Zhao für Hamnet bei den Oscars saß und Gellar beim Festival SXSW die Premiere von „Ready or Not 2: Here I Come” feierte. Gellar machte keinen Hehl aus ihrer Wut auf Craig Erwich, den Chef von Hulu Originals, der laut ihr das Projekt torpedierte:
...das zeigt dir den harten Kampf, den wir seit Tag eins gekämpft haben, wenn dein Executive dir buchstäblich stolz erzählt, dass er das Original nicht gesehen hat.
Gibt es noch Hoffnung für das Franchise?
Die Rechte an der Marke liegen bei 20th Television und damit bei Disney. Hulu weigert sich, das Projekt an interessierte Konkurrenten abzutreten. Angeblich denkt der Streamer über eine komplett neue Version des Franchise nach. Nach dem Auftritt bei den Emmys wirkt eine Rückkehr von Sarah Michelle Gellar allerdings so fern wie nie. Bis dahin bleibt dir wohl nur ihr Rat auf Instagram: If the apocalypse comes... you can still beep me.
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