Strange New Worlds: Die Showrunner verteidigen die Gimmick-Folgen
Puppen, Seifenoper, Schwarz-Weiß: Staffel 4 von Strange New Worlds hat die Fangemeinde gespalten. Jetzt antworten Akiva Goldsman und Henry Alonso Myers auf die Kritik – und sagen, warum Staffel 5 anders wird.
Staffel 4 von „Star Trek: Strange New Worlds” geht auf ihr Finale zu, und die Bilanz fällt gespalten aus. Eine Puppenfolge, eine Seifenoper, eine Episode komplett in Schwarz-Weiß: Die vierte Staffel hat so viele Genre-Experimente gestapelt wie keine zuvor — und einen Teil der Fangemeinde damit verloren. Mehrere dieser Folgen wurden auf IMDb mit Sammelbewertungen nach unten gezogen. Jetzt haben sich die beiden Showrunner erstmals ausführlich dazu geäußert.
Goldsman: Unsere fremden neuen Welten sind Genres
Gegenüber TVLine sagt Akiva Goldsman, die Experimente seien keine Marotte, sondern der Kern der Serie: Die fremden neuen Welten, die sie erkundeten, seien eben Genres. Den häufigsten Einwand kennt er und nimmt ihn ernst — bei zehn Folgen pro Staffel, so die Kritik, bleibe für klassisches Star Trek zu wenig übrig, während die Originalserie über zwanzig Episoden im Jahr hatte.
Seine Antwort darauf fällt unbequem aus: „Ich verstehe das, und wir lieben klassisches Star Trek auch. Aber das ist nicht unsere Serie. Es steht im Titel: Unsere Welten sind Genres”, zitiert ihn TVLine. Schon die Originalserie habe mit dem Genre gespielt, um Geschichten zu erzählen — und man könne es nicht allen recht machen. Ein Zugeständnis macht er trotzdem: „Ob wir die Landung jedes Mal hinbekommen oder nicht, liegt jedenfalls nicht am fehlenden Versuch.”
Myers: In jeder Staffel steckt etwas zum Liebhaben
Co-Showrunner Henry Alonso Myers argumentiert von der anderen Seite her: Das Ziel sei, in jeder Staffel eine Folge für jeden zu bauen — auch für Zuschauer, die Star Trek gar nicht kennen und über eine ungewöhnliche Episode hineinstolpern. „Wir lieben klassische Star-Trek-Folgen mehr, als ihr euch vorstellen könnt, aber wir probieren auch gern Neues”, sagt er.
Konkret ordnet er die Staffel selbst ein: Wer die Tribbles möge, werde vermutlich auch die Puppenfolge mögen; wer es klassisch wolle, bekomme mit Folge 6 einen geraden Wurf über die Mitte. Nicht jedes Star Trek sei für jeden, aber der Großteil einer Staffel schon. Die Wirkung dieser Rechnung ist umstritten: Gerade die klassisch gebauten Episoden der vierten Staffel — der Notfall an Bord in „Off-Hour”, das moralische Dilemma in „Orders of Magnitude” — wirken neben den Experimenten eher wie Ausreißer als wie die Norm.
Staffel 5 soll ernster werden — und kürzer
Für die Zukunft deutet sich ein Kurswechsel an, auch wenn ihn niemand ausdrücklich als solchen bezeichnet. Die fünfte und letzte Staffel umfasst nur noch sechs Folgen und startet 2027 bei Paramount+. Goldsman, Paul Wesley und Rebecca Romijn haben mehrfach angedeutet, dass dieser Abschluss ernster ausfällt und die Gimmicks hinter sich lässt. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.
Dass es diese sechs Folgen überhaupt gibt, ist selbst schon ein Kompromiss: Paramount wollte nach Staffel 4 Schluss machen und bot stattdessen einen Film an — die Macher lehnten ab und bekamen ein verkürztes Finale. Wie es dazu kam, steht in unserem Bericht darüber, dass Paramount die Serie nach Staffel 4 absetzen wollte. Die letzte Staffel soll Captain Pikes Enterprise verabschieden und direkt in den Beginn der Originalserie führen.
Staffel 4 läuft bei Paramount+, das Finale steht unmittelbar bevor. Ob die Bilanz dieser Staffel am Ende vom Mut oder von der Trefferquote her gelesen wird, entscheidet sich also in den nächsten Tagen.
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