Marvel / X-Men

Christopher Abbott schließt Auftritt als Professor X in „Avengers: Doomsday“ aus

„Ich bin nicht in diesem Film“: Christopher Abbott, der neue Professor X des MCU, verneint einen Auftritt in „Avengers: Doomsday“. Sein Debüt kommt erst im X-Men-Reboot, der am 5. Mai 2028 in den USA startet.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·Aktualisiert ·8 Min. Lesezeit
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Christopher Abbott schließt Auftritt als Professor X in „Avengers: Doomsday“ aus
Sony Pictures / Disney

Christopher Abbott, der neue Professor X des MCU, wird in „Avengers: Doomsday” nicht zu sehen sein. Das sagt der Schauspieler selbst – und zwar ungewöhnlich deutlich. In einem Video-Interview mit Rolling Stone, das am 25. Oktober erschienen ist, verneinte Abbott einen Auftritt im nächsten Avengers-Film und schob gleich hinterher, er sei dabei „nicht kokett”.

Damit bleibt die Professor-X-Rolle in „Avengers: Doomsday” bei Patrick Stewart, der für den Film noch einmal zurückkehrt. Abbott dagegen gibt sein Debüt als Charles Xavier erst im X-Men-Reboot von Jake Schreier, der am 5. Mai 2028 in den US-Kinos startet. Ein deutscher Termin steht noch aus.

„Ich bin nicht in diesem Film”

Die Frage kam, wie sie bei Marvel immer kommt: Zwischen Abbott und dem X-Men-Film lägen noch ein paar Marvel-Starts, ob man ihn also schon vorher sehen werde? „Ich glaube nicht”, antwortete Abbott, und auf die Nachfrage nach „Doomsday”: „Ich weiß nicht, was da los ist. Nein, ich bin nicht dabei. Ich muss erst den X-Men-Film machen, bevor irgendetwas davon kommt.” Als der Interviewer einwarf, so funktioniere Marvel bekanntlich nicht, legte Abbott nach: „Ganz ohne Koketterie. Ich bin nicht in diesem Film.”

Die Skepsis des Interviewers hat ihren Grund. Andrew Garfield hat vor „Spider-Man: No Way Home” monatelang jede Beteiligung bestritten und stand am Ende doch im Anzug auf der Leinwand. Bei Abbott spricht allerdings einiges dafür, dass er die Wahrheit sagt: Anfang Oktober hatte er im Podcast „Happy Sad Confused” erzählt, er habe noch keine einzige Seite des X-Men-Drehbuchs gelesen – und auch da betont, er sei „nicht kokett”. Endgültig prüfen lässt sich das erst am 16. Dezember.

Dazu passt die Bauart von „Avengers: Doomsday”: Marvel holt dort die Fox-Besetzung zurück – Stewart, Ian McKellen, James Marsden, Rebecca Romijn, Alan Cumming und Kelsey Grammer –, nicht die neue. Der Reboot ist als eigener Neustart gedacht, nicht als Anhängsel des Crossovers. „Avengers: Doomsday” startet am 16. Dezember 2026 in den deutschen Kinos, zwei Tage vor dem US-Start.

Überraschungsauftritt in Nathan Fielders Holmes-Doku

Ganz ohne Geheimnis ist Abbotts Herbst trotzdem nicht. In Nathan Fielders Dokumentarfilm „You Can See Everything” über die verurteilte Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes taucht er unangekündigt auf, wie The Direct berichtet: In nachgestellten Szenen spielt Abbott Holmes’ Partner Billy Evans, an der Seite von Amanda Seyfried, die Holmes schon in der Serie „The Dropout” verkörpert hatte. Fielder greift auf die Nachstellungen zurück, um Begegnungen zu zeigen, bei denen keine Kamera mitlaufen konnte.

Für Abbott und Seyfried ist es bereits die dritte gemeinsame Arbeit nach dem Film „The Testament of Ann Lee” und der Serie „The Crowded Room”. Die Besetzung war bis zum Kinostart geheim gehalten worden. In den USA lief die Doku zuletzt erfolgreich: Am vergangenen Wochenende landete sie hinter „Clayface” auf Platz zwei der Kinocharts.

Christopher Abbott über seinen D23-Auftritt

Für Christopher Abbott war der große Moment auf der D23 halb Traum, halb Albtraum. Der Schauspieler, den Marvel Studios im August als neuen Professor X im MCU-Reboot der X-Men vorgestellt hat, erzählte im September im Interview mit dem New York Magazine, wie ihm auf der Bühne in Anaheim der Schwung abhandenkam – weil viele im Saal nicht wussten, wer er ist.

„Ich glaube, ich bin ziemlich enthusiastisch rausgegangen, und dann hatte ich das Gefühl, dass viele Leute dort nicht wussten, wer ich bin”, sagte Abbott dem New York Magazine. „In Sekundenbruchteilen hat sich meine Energie verschoben. Ich war dann ein bisschen demütiger.” Beinahe hätte er die Faust gereckt, erzählt er, doch der Applaus sei ihm gedämpft vorgekommen: „Also dachte ich: Ich gehe einfach raus und nicke.”

Das Ganze habe sich angefühlt „fast wie ein Videospiel oder ein Traum. Kein guter Traum. Es ist ein bisschen von beidem – ein bisschen Traum und ein bisschen Albtraum.” Für Abbott ist Charles Xavier die bislang kommerziellste Rolle seiner Laufbahn. Bekannt wurde er mit der HBO-Serie Girls, in der er an der Seite von Adam Driver spielte – der im X-Men-Film nun Mister Sinister übernimmt.

Die Szene sagt auch etwas über den Cast insgesamt: Viele der Namen stammen aus Serien und Independent-Kino, nicht aus der ersten Reihe der Blockbuster. Seit September gehört außerdem Asa Germann als Angel zum Ensemble. Seit dem 1. Oktober ist Abbott in der Netflix-Miniserie East of Eden an der Seite von Florence Pugh zu sehen.

Sieben Rollen – und endlich ein Gegenspieler

Auf der D23 in Anaheim hatte Kevin Feige sieben Namen vorgestellt, erstmals einen Gegenspieler genannt und einen Kinostart gesetzt. Sadie Sink spielt Jean Grey, Kit Connor übernimmt Cyclops, Samara Weaving wird Emma Frost und Christopher Abbott ist der neue Charles Xavier. Dazu kommen Inde Navarrette als Rogue, Maya Boyd als Storm und Adam Driver als Mister Sinister. Marvel Studios hat die Besetzungsliste unmittelbar danach selbst veröffentlicht.

Sadie Sink ist die Einzige der Sieben, die man als Jean Grey bereits gesehen hat: Ihr Auftritt in „Spider-Man: Brand New Day” war das Debüt der Figur im MCU, und die Autoren des Films haben inzwischen erzählt, dass Jean Grey erst spät ins Drehbuch kam. Feige deutete auf der Bühne an, der Reboot werde „Jean Greys Geschichte” erzählen – was die Wahl des Gegenspielers erklärt.

Denn Adam Driver spielt Mister Sinister, bürgerlich Nathaniel Milbury. In den Comics ist Sinister derjenige, der Jean Grey und Scott Summers über Generationen hinweg manipuliert, um den perfekten Mutanten zu züchten – eine Figur, die ohne Jean Grey kaum funktioniert. Drivers Name war jahrelang mit dem MCU verbunden, zuletzt als Kandidat für Reed Richards, bevor Pedro Pascal die Rolle bekam. „Kevin und ich reden seit Jahren darüber, dass ich zum MCU stoße”, sagte Driver laut TheWrap auf der D23. „Jetzt haben wir den perfekten Film gefunden, zum perfekten Zeitpunkt, mit Figuren, die mir wirklich am Herzen liegen.”

Bemerkenswert ist auch die Besetzung von Xavier: Christopher Abbott ist Jahrgang 1986 und damit deutlich jünger als Patrick Stewart, der die Rolle in den Fox-Filmen und zuletzt in „Doctor Strange in the Multiverse of Madness” gespielt hat. Stewart kehrt für „Avengers: Doomsday” noch einmal zurück – der Reboot besetzt die Figur also parallel neu, statt sie zu übernehmen.

Inde Navarrette hatte vor der Ankündigung mehrfach öffentlich erzählt, sie habe sich um Mystique bemüht – geworden ist es Rogue. Maya Boyd übernimmt Storm, die Rolle, die zuletzt Alexandra Shipp und davor Halle Berry gespielt haben. Offen bleiben damit vor allem Wolverine, Beast und Magneto: drei Figuren, deren Fox-Darsteller im Dezember in „Avengers: Doomsday” noch einmal antreten.

Kinostart steht: 5. Mai 2028

Bislang stand nur das Jahr 2028 im Raum, auf der D23 nannte Feige den 5. Mai 2028 – das ist der US-Kinostart. Ein deutscher Termin liegt noch nicht vor; erfahrungsgemäß startet Marvel hierzulande am Tag davor, bestätigt ist das aber nicht. Der Film kommt damit nach „Avengers: Secret Wars” und ist der erste eigenständige X-Men-Film seit „X-Men: Dark Phoenix” von 2019.

Das passt zu dem, was Sadie Sink Deadline gesagt hatte: Gedreht wird erst 2027. Ein Kinostart vor 2028 war damit ohnehin ausgeschlossen – nun ist die Marke gesetzt und gerät für Marvel zum Fixpunkt, an dem sich die restliche Besetzung messen lassen muss. Bis zum Drehbeginn bleibt Zeit, um Wolverine, Beast und Magneto zu füllen.

Regie Jake Schreier, Drehbuch neu geschrieben

Regie führt Jake Schreier, der für Marvel bereits „Thunderbolts*” inszeniert hat. Das Drehbuch stammt von Lee Sung Jin (Beef) und Joanna Calo (The Bear, Thunderbolts*), die einen früheren Entwurf von Michael Lesslie überarbeitet haben; TheWrap führt alle drei als Autoren. Ein Autorenwechsel dieser Größenordnung ist bei Marvel kein Alarmsignal, sagt aber etwas über den Anspruch: Beide kommen aus dem Seriengeschäft und sind für Figurenzeichnung bekannt, nicht für Spektakel.

Schreiers „Thunderbolts*” war der Marvel-Film der letzten Jahre, der am wenigsten auf Weltrettung und am meisten auf beschädigte Figuren setzte. Mit Driver als Sinister und einem Ensemble, das größtenteils aus Serien- und Indie-Darstellern besteht, deutet die Personalie in dieselbe Richtung – kein Team-Spektakel im Doomsday-Format, sondern ein Figurenfilm mit Mutanten.

Was das für die Mutanten-Saga bedeutet

Die X-Men sind der erklärte Zielpunkt der laufenden Phase. „Avengers: Doomsday” bringt im Dezember 2026 die Fox-Besetzung zurück, auf dem D23-Showfloor standen erstmals Kostüme von Nightcrawler und Mystique, dazu ein Wrack der X-Mansion mit abgebrochenem Schild und ein comic-getreuer Sentinel-Kopf. Marvel erzählt die Übergabe also sichtbar als Ablösung: alte Gesichter im Team-up-Film, neue Gesichter im Reboot.

Mit Termin und Gegenspieler ist der Reboot vom Ankündigungsprojekt zum Fixpunkt im Kalender geworden. Mehr zum Fahrplan der kommenden Jahre findest du in unserer Übersicht zu MCU Phase 7, alle weiteren Meldungen des Abends in unserer D23-Übersicht.

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