Gargoyles: Disney+ stoppt die Live-Action-Serie
Disney+ verfolgt das Live-Action-Reboot der Kultserie nicht weiter. Serienschöpfer Greg Weisman machte das Aus öffentlich, Variety und Deadline bestätigten es.
Aus dem Live-Action-Comeback der Gargoyles wird nichts. Das seit 2023 bei Disney+ in früher Entwicklung befindliche Reboot der Zeichentrickserie „Gargoyles” wird nicht weiterverfolgt — das haben Ende August 2026 unabhängig voneinander Variety und Deadline aus dem Umfeld des Projekts bestätigt bekommen.
Ins Rollen gebracht hat es Greg Weisman selbst, der Schöpfer der Originalserie. Auf die Frage nach dem Disney+-Projekt antwortete er im Interview mit ComicsOnline knapp: „That’s dead.” Und weiter: „I have no idea about animation, but there are no current plans for live-action.” Was zunächst nach einer Einzelaussage aussah, wurde anschließend von beiden US-Branchenblättern durch projektnahe Quellen gedeckt.
Das war für die Live-Action-Serie geplant
Für die Produktion hatte Disney zwei Schwergewichte der Genre-Branche gewonnen: Gary Dauberman und James Wans Produktionsfirma Atomic Monster. Dauberman, bekannt durch seine Arbeit an der Annabelle-Reihe, sollte nicht nur das Drehbuch schreiben, sondern auch als ausführender Produzent und Showrunner fungieren. Für Atomic Monster waren Wan und Michael Clear als ausführende Produzenten vorgesehen.
Im Zentrum der Serie hätte Goliath gestanden, der letzte einer heldenhaften Gargoyle-Kriegerkaste, die einst unter den Menschen lebte. Befreit von einem jahrhundertealten Fluch, der ihn zu Stein erstarren ließ, sollte er dem Rätsel seiner Vergangenheit nachgehen und gemeinsam mit der Polizistin Elisa Maza über das heutige New York wachen — also im Kern die Prämisse der Vorlage.
Die Zeichentrickserie von 1994
Die Original-Zeichentrickserie „Gargoyles” war von 1994 bis 1997 auf den Bildschirmen zu sehen und umfasste drei Staffeln mit insgesamt 78 Episoden. Sie erzählte die Geschichte einer Gruppe Gargoyles aus dem 10. Jahrhundert, die nach einem tausendjährigen Schlaf in New York erwachen und sich entschließen, die Stadt gegen alle Bedrohungen zu verteidigen. Zur Sprecherriege gehörten unter anderem Keith David, Salli Richardson, Ed Asner sowie die Star-Trek-Veteranen Marina Sirtis und Jonathan Frakes.
Ein Kultstatus, an dem sich Disney seit dem Serienende 1997 mehrfach vergeblich versucht hat. Auch Oscar-Preisträger Jordan Peele hatte in den vergangenen Jahren ein Skript für „Gargoyles” verfasst, aus dem nie ein Projekt wurde. Die Live-Action-Serie sollte einen deutlich düstereren Ton anschlagen als das übliche Disney+-Angebot und damit ausdrücklich auch ein älteres Publikum ansprechen.
Was offen bleibt
Einzuordnen ist das Aus als Ende einer Entwicklung, nicht als Abbruch einer laufenden Produktion. Das Projekt steckte nach den Berichten beider Blätter durchgehend in früher Entwicklung — es gab keine Besetzung, keine Serienbestellung und keinen Starttermin. Was endet, ist damit die Arbeit an Drehbuch und Konzept, nicht eine fertige Staffel.
Weisman hat seine Absage bewusst auf das Live-Action-Format begrenzt: Über eine mögliche Animationsproduktion sagte er ausdrücklich, er wisse davon nichts. Ein Dementi für jede Rückkehr der Figuren ist das also nicht — nur für die Fassung mit echten Schauspielern, an der Disney+ zuletzt gearbeitet hat. Die Originalserie bleibt davon unberührt und ist weiterhin im Programm des Streamingdienstes.
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