Herr der Ringe: Colbert schreibt „Shadow of the Past” jetzt in Neuseeland

Herr der Ringe: Colbert schreibt „Shadow of the Past” jetzt in Neuseeland
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Colbert kam für seinen 14. Emmy direkt aus Neuseeland eingeflogen: Dort arbeitet er am Mittelerde-Film „Shadow of the Past”. Warum Steven Spielberg trotz Nachbohrens nichts aus ihm herausbekam – und was über den Film bekannt ist.

Stephen Colbert hat bei den Emmy Awards am 14. September seinen 14. Primetime Emmy gewonnen – und war dafür eigens aus Neuseeland eingeflogen. Dort arbeitet der frühere Late-Night-Host am nächsten Mittelerde-Kinofilm „The Lord of the Rings: Shadow of the Past” (TBA), den er gemeinsam mit Philippa Boyens und seinem Sohn Peter McGee für Peter Jackson schreibt.

Backstage bei der Verleihung gab Colbert gegenüber Deadline das erste greifbare Lebenszeichen zum Projekt seit der Ankündigung im März. Auf die Frage, was als Nächstes anstehe, antwortete er sinngemäß, seine Hände seien voll – das Drehbuch sei ein Vollzeitjob.

„Hast du schon mal einen Herr-der-Ringe-Film geschrieben?”

Das kostet eine Menge Zeit, Mann. Hast du schon mal einen Herr-der-Ringe-Film geschrieben?

Wie eng die Taktung ist, beschrieb Colbert gleich selbst: Er sei am Vortag in Neuseeland aufgewacht und für die Emmys nach Los Angeles geflogen – „gestern war in Neuseeland hier morgen”, wie er es formulierte, weshalb er nicht mehr genau sagen könne, wie viele Tage dieser Tag gehabt habe. Der Film ist als zweiter von zwei geplanten Mittelerde-Kinofilmen eingeordnet; der erste ist Andy Serkis‘ „The Lord of the Rings: The Hunt for Gollum” (TBA).

Einen Starttermin nennt Colbert weiterhin nicht, und auch dazu, wie weit die Produktion in Neuseeland gediehen ist, äußert er sich nicht. Was er bestätigt, ist die Arbeitsweise: Er ist vor Ort, nicht am Schreibtisch in New York, und das Projekt bindet ihn offenbar vollständig.

Warum Steven Spielberg leer ausging

Einen Tag nach den Emmys war Colbert bei „Jimmy Kimmel Live!” zu Gast und erzählte dort dem Hollywood Reporter zufolge, wie streng die Geheimhaltung um den Film ist. Nach der Eröffnung der Obama-Bibliothek in Chicago habe er mit Steven Spielberg zu Mittag gegessen – und der habe sofort alles über den Herr-der-Ringe-Film wissen wollen.

Colbert, nach eigener Aussage neu in diesem Geschäft und eingeschüchtert von den unterschriebenen Verschwiegenheitserklärungen, wich aus: Frodo tue sich mit einem zeitreisenden Dinosaurier zusammen. Spielberg ließ nicht locker – er kenne doch Peter Jackson –, bekam aber nichts. Boyens habe ihn dafür später gescholten: Spielberg hätte vielleicht eine gute Idee gehabt. Nebenbei verriet Colbert, dass sein Sohn und Co-Autor Peter McGee deutlich mehr Tolkien-Wissen mitbringt als er selbst – für den bekennenden Superfan eine kleine Kränkung.

Worum es in „Shadow of the Past” geht

Der Film widmet sich genau jenen sechs Kapiteln vom Anfang von Frodos Reise, die in Peter Jacksons ursprünglicher Verfilmung größtenteils der Schere zum Opfer fielen. Die Handlung spannt sich von der Flucht vor Saurons Schwarzen Reitern bis hin zu den Nebeln auf den Hügelgräbern – konkret um die Buchkapitel 3 bis 8 aus „Die Gefährten”. Dort verirren sich die Hobbits und geraten in die Fänge der Grabunholde, untoter Kreaturen, die auf der Leinwand bislang nicht zu sehen waren.

Zusätzlich zu den beiden Kinofilmen befindet sich die dritte Staffel der Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht” in Produktion. Nachdem es um das Franchise jahrelang ruhig war, laufen die Motoren für Mittelerde wieder auf Hochtouren.

Der Meister von Wald, Wasser und Hügel

Jahrelang diskutierten Fans über Jacksons Entscheidung, einen ganz bestimmten Charakter wegzulassen: Tom Bombadil. Er ist einer der mächtigsten und rätselhaftesten Charaktere in Tolkiens Legendarium. Er ist der Älteste, ein Beschützer der Natur und vor allem völlig immun gegen die Macht des Ringes. Er rettet Frodos Freunde sogar vor einem magischen, lebenden Baum.

Zwar feierte Bombadil kürzlich in der zweiten Staffel von „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht” im Zweiten Zeitalter sein Live-Action-Debüt, doch nun betritt er endlich das Dritte Zeitalter der Kino-Kontinuität.

Colbert erklärte in einem Ankündigungsvideo, dass er der von Jackson etablierten Zeitleiste völlig treu bleiben wolle. Zusammen mit McGee, Jackson und Boyens entwickelte er ein Rahmenkonstrukt für das Drehbuch. Warner Bros. enthüllte dazu bereits die offizielle Synopsis:

Vierzehn Jahre nach dem Fortgang von Frodo machen sich Sam, Merry und Pippin auf den Weg, um die ersten Schritte ihres Abenteuers nachzuverfolgen. Unterdessen hat Sams Tochter Elanor ein lange begrabenes Geheimnis entdeckt und ist fest entschlossen herauszufinden, warum der Ringkrieg schon fast verloren war, bevor er überhaupt begann.

Diese geteilte Zeitlinie öffnet die Tür für eine Rückkehr alter Bekannter. Schlüpfen Sean Astin (Sam), Billy Boyd (Pippin) und Dominic Monaghan (Merry) wieder in ihre Hobbit-Füße? Bestätigt ist nichts. Da aber Elijah Wood und Ian McKellen bereits für das Gollum-Spin-off zurückkehren, stehen die Chancen für ein Wiedersehen gut.

Ein offizieller Starttermin für „The Lord of the Rings: Shadow of the Past” (TBA) steht nach wie vor aus – weder ein US-Datum noch ein deutscher Kinostart. Dass Colbert inzwischen in Neuseeland sitzt statt nur am Drehbuch, ist aber das deutlichste Zeichen seit März, dass sich das Projekt bewegt.

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