Star Trek

„Mein Freund, mein Captain“: Marina Sirtis, Kate Mulgrew und Jeri Ryan nehmen Abschied von Patrick Stewart

Fast vier Jahrzehnte war Patrick Stewart unser Captain. Jetzt nehmen Weggefährtinnen Abschied: Marina Sirtis unter Tränen, Kate Mulgrew mit seinem Rat aus der Kaffeepause und Jeri Ryan mit einem Satz über die Star-Trek-Familie.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·4 Min. Lesezeit
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
„Mein Freund, mein Captain“: Marina Sirtis, Kate Mulgrew und Jeri Ryan nehmen Abschied von Patrick Stewart
Skydance

Für eine ganze Generation in Deutschland war er ein Begleiter, lange bevor man von Streaming sprach: Ab 1990 lief „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert” im ZDF, und mit ihr ein Captain, der lieber verhandelte als schoss, der Shakespeare zitierte und Haltung zeigte, wenn es unbequem wurde. Fast vier Jahrzehnte lang hat Patrick Stewart diesen Jean-Luc Picard getragen. Dass sein Tod viele trifft, die ihm nie begegnet sind, sagt viel über diese Rolle – und über den Mann dahinter.

Noch näher geht er denen, die mit ihm auf der Brücke standen. Seit die Nachricht am Donnerstag die Runde machte, haben sich zahlreiche Weggefährten aus dem Star-Trek-Universum zu Wort gemeldet. Drei Frauen, die das Franchise selbst geprägt haben, finden dabei besonders persönliche Worte: Marina Sirtis, Kate Mulgrew und Jeri Ryan.

Marina Sirtis: „Mein Freund. Mein Captain.”

Marina Sirtis spielte an Stewarts Seite Counselor Deanna Troi – sieben Staffeln lang, in vier Kinofilmen und zuletzt noch einmal in der dritten Staffel von „Star Trek: Picard”. In einem Video auf Instagram ringt sie sichtlich um Fassung. „Ich weiß, ich hätte gestern Abend etwas posten sollen, aber ich konnte nicht sprechen”, sagt sie. „Er ist fort. Mein Freund. Mein Captain. Mein Mitstreiter als Fußballfan.”

https://www.instagram.com/p/DfHP-vxD1zo/

Für Sirtis ist es der zweite Schlag binnen weniger Tage: Erst am Sonntag davor war Walter Koenig gestorben, der Chekov aus der Originalserie. „Es ist zu viel”, sagt sie. Mit Stewart zu arbeiten, sei mehr als eine Ehre gewesen, „das Privileg meines Lebens”. Sie könne sich eine Welt ohne ihn nicht vorstellen. Am Ende wendet sie sich direkt an ihn: „Patrick, ich habe dich von ganzem Herzen geliebt.”

Kate Mulgrew: Der Rat in der Kaffeepause

Kate Mulgrew, die in „Star Trek: Raumschiff Voyager” als Kathryn Janeway den ersten weiblichen Captain einer Star-Trek-Serie spielte, hat eine Erinnerung an Stewart, die sie seit über 30 Jahren begleitet. Im Gespräch mit Oliver Callan im irischen Radio RTÉ Radio 1 erzählte sie, wie Stewart in ihrer zweiten Drehwoche bei Voyager auf dem Set auftauchte – Picard hatte die Brücke gerade erst verlassen – und sich einen Kaffee holte. Mulgrew, gerade von der Brücke gestiegen, ging zu ihm und fragte: „Wie zum Teufel hast du das geschafft?”

Stewarts Antwort, wie Mulgrew sie wiedergibt: „Hör mir zu, und hör mir sehr genau zu. Wenn du dich sieben Jahre lang ganz hineingibst, so wie ich, wirst du reich belohnt. Also gib einfach alles, was du hast.” Genau das habe sie getan, sagte Mulgrew – und er habe recht behalten. In einem weiteren Interview, das auf TikTok die Runde macht, erzählt sie die Szene noch einmal, mit einem Zusatz: Sie habe damals zwei kleine Kinder zu Hause gehabt und 18- bis 20-Stunden-Tage vor sich.

„Ich muss mich von einem großen, großen Captain verabschieden”, sagte Mulgrew bei RTÉ. „Jean-Luc Picard wurde von Millionen geliebt, und Millionen werden ihn weitertragen.” Und dann, fast beiläufig: „Er war sehr freundlich zu mir.”

„Star Trek ist eine Familie”

Wie eng dieses Ensemble über die Jahrzehnte zusammengewachsen ist, haben Mulgrew und Jeri Ryan nur einen Tag vor Stewarts Tod beschrieben – ohne zu ahnen, wie sehr ihre Worte kurz darauf nachhallen würden. In einem Video zur Star-Trek-Edition von „Magic: The Gathering”, das am 13. November erscheint, sagt Ryan, die Seven of Nine spielte: „Star Trek ist eine Familie. Es ist eine Gemeinschaft. Man gehört zur Star-Trek-Familie, wenn man in einer dieser Serien mitspielt.”

Mulgrew beschreibt ihre Zeit auf der Voyager im selben Video wie einen Schützengraben, den man gemeinsam durchsteht: Sie habe ihr Ensemble mit dem Gefühl verlassen, Freunde fürs Leben gefunden zu haben, „und das stimmt”. Auch Wil Wheaton, der als Teenager in „Das nächste Jahrhundert” Wesley Crusher spielte, verabschiedete sich mit drei Wörtern von dem Mann, den er bis heute seinen Captain nennt: „Godspeed, Captain.”

Was nicht mehr zustande kam

Zwei Star-Trek-Macher haben nach Stewarts Tod verraten, wo Picard beinahe noch aufgetaucht wäre. Aaron Waltke, Autor und Produzent von „Star Trek: Prodigy”, schrieb laut ScreenRant auf X, das Team habe Picard im Serienfinale auftreten lassen wollen, als Verbeugung vor den Figuren, die die Macher geprägt haben. Die Szene schaffte es nicht in die fertige Folge. Ähnliches erzählte Mike McMahan, der Schöpfer von „Star Trek: Lower Decks”: Auch dort war Stewart nie als Picard zu hören.

Sein letzter Auftritt kommt nun aus einer anderen Welt: In „Avengers: Doomsday” ist Stewart ab dem 16. Dezember noch einmal als Professor X zu sehen. Wie Marvel, Ian McKellen und William Shatner auf seinen Tod reagiert haben, steht in unserem Nachruf auf Patrick Stewart. Alles über die Figur, die ihn unsterblich gemacht hat, findest du auf unserer Seite zu Jean-Luc Picard.

Darum geht's

scifiscene bei Google folgen

Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.

Als bevorzugte Quelle