Bart und Zylinder: James Spader hat Ultrons Look in „VisionQuest“ selbst bestimmt
James Spader kam mit Vollbart ans Set und wollte einen Zylinder: Showrunner Terry Matalas erzählt, wie Ultrons Menschengestalt in „VisionQuest“ entstand – und warum er dafür Kevin Feige anrief.
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Mit langem Bart, Brille, Anzug und Zylinder sieht Ultron in „VisionQuest” aus wie ein exzentrischer Gelehrter, nicht wie der metallische Killerroboter aus „Avengers: Age of Ultron”. Diese Menschengestalt hat sich nicht das Drehbuch ausgedacht, sondern James Spader selbst. Das erzählt Showrunner Terry Matalas im Gespräch mit dem YouTube-Kanal New Rockstars: „Der Bart ist komplett Spader. Er ist einfach so am Set aufgetaucht.”
Elf Jahre nach seinem ersten Auftritt als Ultron spielt Spader die Figur in der Disney+-Serie erstmals ohne Motion-Capture-Anzug. In Visions Innenwelt treten alle künstlichen Intelligenzen als Menschen auf, auch J.A.R.V.I.S., F.R.I.D.A.Y. und E.D.I.T.H. Wie Ultron dort aussehen sollte, hat Spader am Ende weitgehend selbst entschieden.
Matalas dachte an Reddington, Spader kam mit einer Mähne
Beim Schreiben hatte Matalas eine ganz andere Figur vor Augen: Ultron als glatte Variante von Raymond Reddington, Spaders Rolle aus „The Blacklist”. Dann rief der Schauspieler an und kündigte an, er lasse sich einen Bart wachsen. „Ich dachte an Hans Gruber”, sagt Matalas, also an Alan Rickmans gepflegten Schurken aus „Stirb langsam” mit kurzem Kinnbart.
Es folgten weitere Telefonate über das Drehbuch, und jedes Mal berichtete Spader, der Bart sei weiter gewachsen. Matalas nahm sich vor, ihn vor Drehbeginn in London stutzen zu lassen. Als Spader dann am Set stand, nannte er seinen Bart selbst „eine Mähne”. Auf Matalas’ Frage, ob man darüber reden müsse, antwortete er nur: „Ich bin ein Gefangener.”
Ein Anruf bei Kevin Feige – und dann kam der Zylinder
Spader begründete den Look nicht nur mit der Gefangenschaft. Ultron sei kein neun Fuß großer Roboter mehr und müsse trotzdem gottgleich wirken, „wie Poseidon”. Matalas überzeugte das so sehr, dass er Marvel-Chef Kevin Feige anrief: „Ich glaube, wir bekommen hier eine wirklich interessante Version von Ultron.”
Kaum war der Bart abgesegnet, legte Spader nach: „Und ich werde einen Zylinder tragen.” Matalas lachte, stimmte zu und ließ die Figur entsprechend gestalten. Heraus kam nach seinen Worten „dieses ikonische Ding, auf das ich nie gekommen wäre”. Genau das schätze er am Fernsehen: dass Autoren und Schauspieler gemeinsam auf Ideen kommen, die keiner allein gehabt hätte.
Spader: Ultron will aussehen wie Zeus
Spader selbst hat seine Überlegungen bereits zum Serienstart im Interview mit The Direct erklärt. Ultron sei seit rund zwölf Jahren in Visions Kopf gefangen, und das solle man ihm ansehen: lange Haare, ein großer Bart, ein Aussehen, das sich radikal vom „schlanken, metallischen Roboter” unterscheidet. Seine Kleidung sei absichtlich schäbig, und wer genau hinsieht, entdeckt überall Farbflecken.
Der Gedanke dahinter: Ultron hat in seiner Gefangenschaft Unmengen über Götter gelesen und eifert ihnen nach. „Ich liebe es, dass er wie Poseidon oder Zeus aussieht”, sagt Spader. Ultron sei dramatisch und theatralisch, also wolle er auch so aussehen. Im Gegensatz zu Vision hält die Figur allerdings wenig von der Menschengestalt und zeigt sich in der Serie immer wieder auch als Roboter.
So geht es mit „VisionQuest” weiter
„VisionQuest” läuft seit dem 14. Oktober bei Disney+, neue Folgen erscheinen wöchentlich. Ultron spielt darin eine immer größere Rolle. Was er in den Folgen 3 und 4 anstellt, haben wir hier zusammengefasst, und was Matalas, Paul Bettany und Spader über das Thema KI in der Serie sagen, steht in diesem Artikel.
Das Finale der acht Folgen erscheint am 11. November. Damit ist „VisionQuest” die letzte Marvel-Veröffentlichung vor „Avengers: Doomsday”, der am 16. Dezember in die deutschen Kinos kommt. Ob Spaders Ultron danach im MCU weiterlebt, hat Marvel bislang nicht verraten.
Darum geht's
Chefredakteur und Gründer von scifiscene.
Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.













