Clayface: Batmans Gestaltwandler in Comics, DCU und Film
Clayface ist Batmans Schurke aus formbarem Lehm – und ein Name, den in den Comics fünf verschiedene Figuren tragen. Wer dahintersteckt, welche Kräfte er hat und was der DCU-Kinofilm mit Tom Rhys Harries daraus macht.
Von allen Gegenspielern, die Batman in achtzig Jahren gesammelt hat, ist Clayface der körperlichste. Kein Plan, kein Rätsel, keine Ironie – nur eine Masse aus formbarem Lehm, die jedes Gesicht annehmen kann und deshalb nie sicher als das erkennbar ist, was sie gerade vorgibt zu sein. Wer die Figur nur aus der Zeichentrickserie kennt, hat sie als tragischen Fall in Erinnerung: einen Schauspieler, der sein Gesicht verliert und darüber den Verstand.
2026 rückt Clayface erstmals ins Zentrum eines eigenen Kinofilms. James Gunns DC Universe schickt die Figur nicht als Batman-Randnotiz ins Rennen, sondern als Hauptfigur eines Body-Horror-Films. Damit lohnt sich der Blick zurück: Wer ist Clayface eigentlich, warum tragen den Namen fünf verschiedene Leute, und was davon landet im Film?
Auf einen Blick
Wer ist Clayface? Ein Gegenspieler von Batman, dessen Körper aus formbarem Lehm besteht. Er kann jede Gestalt annehmen. Den Namen tragen in den Comics mehrere verschiedene Figuren.
Wer steckt dahinter? Der erste Clayface war der Horrorfilm-Darsteller Basil Karlo. Der bekannteste Gestaltwandler ist Matt Hagen, dazu kommen Preston Payne und Sondra Fuller.
Erster Comic-Auftritt: Detective Comics #40 im Juni 1940 als Basil Karlo. Matt Hagen folgte 1961 in Detective Comics #298.
Kräfte: Formwandel, Verwandlung einzelner Körperteile in Waffen, hohe Widerstandsfähigkeit gegen körperliche Angriffe.
Auftritt im DCU: Der Kinofilm „Clayface” läuft ab dem 22. Oktober 2026 in den deutschen Kinos. Matt Hagen wird von Tom Rhys Harries gespielt.
Wer ist Clayface?
Clayface ist kein Einzelname, sondern ein Titel, den in den DC-Comics nacheinander mehrere Figuren getragen haben. Gemeinsam ist ihnen die Erscheinung: ein Körper aus lehmartiger, verformbarer Masse, der sich nach Belieben umformen lässt. Was sie unterscheidet, ist die Herkunft dieser Masse – mal Chemie, mal ein radioaktives Becken, mal ein missglücktes Heilmittel.
Der Ursprung liegt weiter zurück, als viele vermuten. Der erste Clayface trat im Juni 1940 in Detective Comics #40 auf, nur ein Jahr nach Batman selbst. Basil Karlo war ein abgehalfterter Horrorfilm-Darsteller, der erfuhr, dass sein bekanntester Film ohne ihn neu verfilmt werden sollte. Er zog das Kostüm seiner alten Rolle an und begann, die Beteiligten zu töten. Verwandlungskräfte hatte diese erste Version noch gar nicht – sie war schlicht ein maskierter Mörder.
Kräfte und Fähigkeiten
Die Fähigkeit, die den Namen heute bestimmt, kam erst mit Matt Hagen. Sein Körper besteht vollständig aus verformbarer Masse, was ihm drei Dinge erlaubt: Er kann das Aussehen beliebiger Personen annehmen, inklusive Stimme und Statur. Er kann Arme und Beine zu Klingen, Hämmern oder Tentakeln umformen. Und er ist gegen die meisten körperlichen Angriffe weitgehend unempfindlich, weil Schläge und Kugeln in der Masse schlicht versinken.
Die Schwächen sind ebenso konsequent gedacht. Extreme Hitze trocknet die Masse aus, Kälte lässt sie erstarren, und in mehreren Erzählsträngen ist die Verwandlung zeitlich begrenzt und muss aufgefrischt werden. Die eigentliche Schwachstelle ist aber selten körperlich: Fast alle Clayface-Geschichten drehen sich darum, dass die Figur ihr eigenes Gesicht verloren hat und nicht mehr weiß, wer sie ohne fremde Züge überhaupt ist.
Die fünf Clayfaces der Comics
Nach Karlo und Hagen kamen drei weitere Träger des Namens, und jeder verschob die Figur ein Stück weiter ins Tragische. Preston Payne war ein entstellter Wissenschaftler, der sich mit einer Blutprobe Hagens selbst behandeln wollte und dadurch zu einem Wesen wurde, dessen bloße Berührung Menschen tötet. Sondra Fuller alias Lady Clay konnte nicht nur das Aussehen, sondern auch die Fähigkeiten anderer kopieren.
Payne und Fuller wurden ein Paar; ihr Sohn Cassius trägt die Kräfte beider Eltern. In den späten Achtzigern schloss Basil Karlo die Gruppe unter dem Namen Mud Pack kurzzeitig zusammen und verschaffte sich dabei selbst die Verwandlungskräfte, die ihm 1940 noch gefehlt hatten. Seither treten je nach Erzählstrang unterschiedliche Versionen auf – die Frage „Welcher Clayface?” ist in den Comics also berechtigt.
| Version | Bürgerlicher Name | Erster Auftritt | Das Besondere |
|---|---|---|---|
| Clayface I | Basil Karlo | Detective Comics #40 (1940) | Schauspieler mit Maske, anfangs ohne Verwandlungskräfte |
| Clayface II | Matt Hagen | Detective Comics #298 (1961) | Erster echter Gestaltwandler der Reihe |
| Clayface III | Preston Payne | Detective Comics #478 (1978) | Entstellter Wissenschaftler, dessen Berührung tötet |
| Clayface IV | Sondra Fuller | Outsiders #21 (1987) | Kann Aussehen und Fähigkeiten anderer kopieren |
| Clayface V | Cassius Payne | Batman #550 (1998) | Sohn von Preston Payne und Sondra Fuller |
Clayface im DCU: der Horrorfilm 2026
Der Kinofilm „Clayface” läuft ab dem 22. Oktober 2026 in den deutschen Kinos, einen Tag vor dem US-Start. Ursprünglich war der 10. September angesetzt; Warner verschob den Termin im Februar 2026 in die Halloween-Woche. Regie führt James Watkins, das Drehbuch stammt von Horror-Regisseur Mike Flanagan und Hossein Amini.
Im Mittelpunkt steht Matt Hagen, gespielt von Tom Rhys Harries – nicht Basil Karlo, obwohl der Film dessen Schauspieler-Motiv übernimmt. Hagen ist ein aufstrebender Darsteller, dessen Gesicht von einem Gangster entstellt wird. In seiner Verzweiflung lässt er sich auf eine experimentelle Behandlung ein, die seinen Körper in Lehm verwandelt. Neben Harries stehen Naomi Ackie als Wissenschaftlerin, Max Minghella als Polizist aus Gotham, Eddie Marsan und David Dencik vor der Kamera.
Der Film ist der erste Horrorfilm des neuen DC-Universums und trägt in den USA ein R-Rating; in Deutschland wird eine Freigabe ab 16 Jahren erwartet. Das Budget liegt bei rund 40 Millionen Dollar und damit weit unter dem üblichen Superhelden-Maßstab. Erzählerisch liegt „Clayface” chronologisch vor „Superman” und ist damit der zeitlich früheste Film des DCU – wie er sich in die Reihenfolge der DCU-Filme einordnet, steht in unserer Übersicht. Mehr zum Trailer und zur Machart findest du in unserem Bericht zum ersten Trailer.
Clayface in Zeichentrick und Serien
Die prägendste Fassung stammt nicht aus den Comics, sondern aus Batman: The Animated Series von 1992. Dort ist Matt Hagen ein gefeierter Schauspieler, der nach einem Autounfall entstellt wird und von einem korrupten Konzernchef ein Mittel namens Renuyu erhält. Es formt sein Gesicht neu, wirkt aber nur zeitweise – und macht ihn abhängig. Diese Version verbindet Hagens Namen mit Karlos Beruf und Preston Paynes Tragik und hat das Bild der Figur bis heute geprägt.
Im DCU selbst hatte Clayface bereits einen Auftritt, bevor sein eigener Film anlief: In „Creature Commandos” gehört er als grobschlächtige, komische Nebenfigur zum Team. Wie sich dieser Auftritt zum ernsten Ton des Kinofilms verhält, hat DC bislang nicht erklärt – beide Fassungen stehen vorerst nebeneinander.
Verwandte Figuren
Clayface gehört zum engeren Kreis der Gotham-Schurken und taucht regelmäßig neben Two-Face, Poison Ivy und dem Riddler auf. Eine seiner folgenreichsten Rollen spielte er im Erzählstrang um Jason Todd, wo sich ein vermeintlich zurückgekehrter Robin als Clayface in fremder Gestalt entpuppte – ein gutes Beispiel dafür, wozu die Figur erzählerisch taugt: Sie stellt jede Identität in Frage.
Clayface ist ein Gegenspieler von Batman, dessen Körper aus formbarem Lehm besteht und der jede Gestalt annehmen kann. Den Namen tragen in den DC-Comics nacheinander fünf verschiedene Figuren, darunter Basil Karlo und Matt Hagen.
Clayface kann sein Aussehen beliebig verändern, einzelne Körperteile in Waffen umformen und steckt körperliche Angriffe weitgehend folgenlos weg. Hitze, Kälte und die zeitliche Begrenzung der Verwandlung sind seine typischen Schwächen.
In den Hauptcomics gibt es fünf: Basil Karlo, Matt Hagen, Preston Payne, Sondra Fuller und Cassius Payne. Karlo war der erste, Hagen der erste mit echten Verwandlungskräften.
Der walisische Schauspieler Tom Rhys Harries spielt Matt Hagen. Neben ihm sind Naomi Ackie, Max Minghella, Eddie Marsan und David Dencik zu sehen.
In Deutschland läuft „Clayface“ ab dem 22. Oktober 2026, in den USA einen Tag später. Der Termin war ursprünglich auf September angesetzt und wurde in die Halloween-Woche verschoben.
Im Kinofilm wird Hagens Gesicht von einem Gangster entstellt. Eine experimentelle Behandlung soll es wiederherstellen, verwandelt seinen Körper aber in Lehm. In den Comics von 1961 fand er stattdessen ein radioaktives Becken in einer Höhle.
Beides, je nach Erzählstrang. Klassisch ist er ein Batman-Schurke; in neueren Geschichten und in [Creature Commandos] tritt er als ambivalente Figur oder sogar als Teil eines Teams auf.
Ja. Er ist Teil von James Gunns DC Universe und spielt chronologisch vor „Superman“, ist damit der zeitlich früheste Film der Reihe.