Iron Lad (Nathaniel Richards): Das Kang-Paradoxon und der Stand im MCU

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Iron Lad ist Nathaniel Richards – der Junge, der einmal Kang der Eroberer wird. Wer die Figur ist, welche Kräfte die Rüstung gibt und warum sie im MCU bis heute fehlt.

Iron Lad ist der Held, der weiß, dass er einmal der Schurke wird. Hinter der Maske steckt Nathaniel Richards, ein Sechzehnjähriger aus dem 31. Jahrhundert – und zugleich die jüngste bekannte Version von Kang dem Eroberer. Genau dieser Widerspruch macht die Figur aus: Iron Lad kämpft nicht gegen einen Gegner, sondern gegen seine eigene Zukunft.

Erschaffen haben ihn Allan Heinberg und Jim Cheung für Young Avengers #1 im April 2005. Im Kino und auf Disney+ ist Iron Lad bis heute nicht aufgetaucht – und nach Marvels Kurswechsel weg von Kang ist offen, ob das noch passiert. Dieser Artikel ordnet beides ein: die Comic-Figur und den tatsächlichen Stand im MCU.

Auf einen Blick

Wer ist Iron Lad? Die jugendliche Version von Kang dem Eroberer, die ihrem eigenen Schicksal entkommen will.

Bürgerlicher Name: Nathaniel Richards, geboren im 31. Jahrhundert.

Erster Auftritt: Young Avengers #1, April 2005, von Allan Heinberg und Jim Cheung.

Kräfte: Keine eigenen. Alles kommt aus einer neurokinetischen Rüstung aus Kangs Zukunftstechnik.

Team: Gründer der Young Avengers – und nach wenigen Ausgaben schon wieder raus.

Stand im MCU: Nicht besetzt, nicht angekündigt. Marvel hat den Kang-Handlungsstrang Ende 2023 fallen gelassen.

Iron Lad im MCU: Warum die Figur bisher fehlt

Die kurze Antwort: Iron Lad war nie besetzt, und der Plan, in den er gehört hätte, existiert nicht mehr. Marvel hatte die gesamte Multiverse-Saga auf Kang den Eroberer zugeschnitten – Jonathan Majors spielte ihn in „Loki” und in „Ant-Man and the Wasp: Quantumania”. Ende 2023 trennte sich das Studio von Majors, wie The Hollywood Reporter berichtete. Damit fiel nicht nur ein Darsteller weg, sondern die Achse der ganzen Phase.

Der geplante Film „Avengers: Doomsday” wurde zu „Avengers: Doomsday” umgebaut. Neuer Gegenspieler ist Doctor Doom, gespielt von Robert Downey Jr., Regie führen die Russo-Brüder. In Deutschland startet der Film am 16. Dezember 2026, in den USA zwei Tage später. Eine Rolle für einen jungen Kang ist darin nicht vorgesehen – und ohne Kang als Fixpunkt fehlt auch der dramaturgische Platz für die Figur, die ihm entkommen will.

Ganz verschwunden ist Kang trotzdem nicht, nur eben nicht im Realfilm. In der zweiten Staffel von „X-Men '97”, die seit dem 1. Juli 2026 auf Disney+ läuft, taucht Rama-Tut auf – jene Pharaonen-Identität, die Nathaniel Richards in den Comics annimmt, bevor er zu Kang wird. Gesprochen wird er von John de Lancie, bekannt als Q aus Star Trek. Am Ende seines Auftritts setzt Rama-Tut Kangs Maske auf. Es ist die erste Kang-Variante seit Majors – und sie ist animiert.

Die Harley-Keener-Theorie und was von ihr übrig ist

Wenn du nach Iron Lad suchst, stolperst du früher oder später über Harley Keener – den Jungen aus „Iron Man 3”, der Tony Stark in Tennessee aus der Patsche hilft und in „Avengers: Endgame” bei dessen Beerdigung steht. Die Theorie dahinter: Harley erbt Starks Technik, baut sich eine Rüstung und wird zum MCU-Iron-Lad. Gefüttert wurde sie von Gerüchten über einen Mehrfilm-Vertrag für Darsteller Ty Simpkins und davon, dass Simpkins selbst in Interviews Gefallen daran fand.

Bestätigt wurde davon nie etwas. Marvel hat Harley Keener seit 2019 nicht wieder eingesetzt, keine Besetzung verkündet und keinen Young-Avengers-Film angekündigt. Hinzu kommt ein inhaltliches Problem, das die Theorie meist übergeht: Iron Lad ist im Comic kein Stark-Erbe, sondern ein Richards aus der Zukunft. Seine Rüstung stammt von Kang, nicht aus der Stark-Werkstatt. Die Namensähnlichkeit zu Iron Man ist eine Hommage – mehr steckt nicht dahinter. Wer die Theorie liest, liest also eine Fanidee, keinen Produktionsstand.

Wer ist Iron Lad? Nathaniel Richards und das Kang-Paradoxon

Nathaniel Richards wächst im 31. Jahrhundert auf, in einer Zukunft mit weit fortgeschrittener Technik. Als Teenager wird er von Schulkameraden bedrängt – und von einem Mann gerettet, der sich als sein eigenes späteres Ich zu erkennen gibt: Kang der Eroberer. Kang schenkt ihm eine Rüstung und erklärt ihm, welcher Tyrann aus ihm wird. Entsetzt nutzt Nathaniel ausgerechnet dieses Geschenk, um zu fliehen, und landet in der Gegenwart. Dort nennt er sich Iron Lad.

Der Haken daran ist die Pointe der ganzen Figur. Seine Flucht verhindert Kang nicht – sie erzeugt ihn. Jeder Schritt, mit dem Nathaniel seinem Schicksal ausweicht, führt näher an es heran; am Ende kehrt er freiwillig zurück, um die Zeitlinie zu stabilisieren, und wird zu dem, wovor er davongelaufen ist. Ein geschlossener Zeitkreis, wie er in Zeitreisegeschichten oft nur behauptet wird – hier trägt er die Figur.

Kräfte und Fähigkeiten

Iron Lad hat keine angeborenen Superkräfte. Alles, was er kann, kommt aus der neurokinetischen Rüstung, die sich seinen Gedanken anpasst und dabei ihre Form verändert. Sie stammt aus Kangs Technik und ist damit Jahrhunderte weiter als alles, was die Gegenwart zu bieten hat:

  • Erhöhte Stärke: Die Rüstung hebt ihn auf ein Niveau, auf dem er gegen Superhelden und -schurken bestehen kann.
  • Energiewaffen und Schilde: offensiv wie defensiv einsetzbar, direkt aus der Rüstung erzeugt.
  • Flug: eingebaute Antriebssysteme, mit denen er sich blitzschnell fortbewegt.
  • Formwandel: Das Material reagiert auf seine Gedanken und bildet Werkzeuge, Waffen oder Panzerung nach Bedarf.
  • Holographische Projektionen: nützlich, um Pläne sichtbar zu machen oder Gegner zu täuschen.
  • Zeitreise: technisch möglich, aber riskant – Nathaniel vermeidet sie, wo er kann.

Schwächen

Ohne die Rüstung ist Iron Lad ein normaler Jugendlicher. Diese Abhängigkeit ist seine offensichtlichste Schwachstelle, aber nicht seine größte. Die liegt im Kopf: Nathaniel weiß, was aus ihm wird, und jede Entscheidung steht unter dem Verdacht, genau darauf hinauszulaufen.

Dazu kommt seine Unerfahrenheit. Er führt ein Team, das er selbst zusammengesucht hat, ohne je eines geführt zu haben – und trifft Entscheidungen, deren Folgen er aus der Zukunft kennen müsste, aber nicht kennen will. Diese moralische Unsicherheit macht ihn zu einer der widersprüchlichsten Figuren, die Marvel in den 2000ern eingeführt hat.

Iron Lad und die Young Avengers

In der Gegenwart angekommen, sucht Nathaniel die Avengers – und findet sie aufgelöst. Also baut er sich ein eigenes Team. Über ein von Tony Stark und Vision entwickeltes Sicherheitssystem spürt er junge Helden auf und rekrutiert unter anderem Wiccan, Hulkling, Patriot und Kate Bishop, die spätere Hawkeye. So entstehen die Young Avengers. Besonders eng ist dabei seine Verbindung zum ursprünglichen Vision, dessen Bewusstsein er in sein Rüstungssystem integriert hat.

Lange bleibt er nicht. Als Kang ihn zwingen will, sein Schicksal anzunehmen, kehrt Nathaniel in seine eigene Zeit zurück – aus genau der Einsicht, dass seine Anwesenheit in der Gegenwart die Zeitlinie zerreißt. Zurück bleiben seine Rüstung, aus der später ein neuer Vision entsteht, und ein Team, das nach seinem Gründer weiterbesteht. Wie es mit der Mannschaft weiterging, steht in unserer Übersicht zu den Young Avengers.

Die vielen Namen des Nathaniel Richards

Iron Lad ist nur eine Station. Derselbe Mann taucht in den Comics unter mehreren Identitäten auf, je nachdem, in welcher Zeit und mit welcher Absicht er gerade unterwegs ist. Das ist auch der Grund, warum Kang in Adaptionen so schwer zu fassen ist – es gibt nicht eine Figur, sondern eine Reihe:

  • Iron Lad: der Teenager, der flieht.
  • Rama-Tut: der Pharao im alten Ägypten – die Identität, die 2026 in „X-Men '97” wieder auftauchte.
  • Scarlet Centurion: eine Zwischenstufe zwischen Rama-Tut und Kang.
  • Kang der Eroberer: die bekannteste Form, der Eroberer aus dem 31. Jahrhundert.
  • Immortus: der alte Kang, der seine Eroberungen bereut und die Zeitlinien verwaltet.

Eine Randnotiz mit Verwechslungspotenzial: Nathaniel Richards heißt auch der Vater von Reed Richards, also Mister Fantastic. Ob und wie die beiden Richards-Linien zusammenhängen, haben die Comics nie abschließend geklärt – genutzt wird die Doppelung aber regelmäßig, um Kang mit der Fantastic-Four-Ecke des Marvel-Universums zu verknüpfen.

Iron Lad ist Nathaniel Richards, ein Sechzehnjähriger aus dem 31. Jahrhundert und die jüngste Version von Kang dem Eroberer. Er flieht in die Gegenwart, um nicht zu dem Tyrannen zu werden, als den ihm sein älteres Ich begegnet ist. Sein erster Auftritt war Young Avengers #1 im April 2005.

Ja – dieselbe Person zu einem früheren Zeitpunkt. Kang sucht den jungen Nathaniel Richards auf und rüstet ihn aus; der Junge nutzt die Ausrüstung, um zu fliehen. Am Ende kehrt er zurück und wird doch zu Kang. Seine Flucht ist damit nicht die Verhinderung, sondern die Ursache.

Keine eigenen. Stärke, Flug, Energiewaffen, Formwandel und Holographie kommen alle aus seiner neurokinetischen Rüstung, die sich seinen Gedanken anpasst. Ohne sie ist er ein normaler Jugendlicher.

Angekündigt ist nichts. Marvel hat den Kang-Handlungsstrang nach der Trennung von Jonathan Majors Ende 2023 aufgegeben; aus „Avengers: The Kang Dynasty“ wurde „Avengers: Doomsday“ mit Doctor Doom als Gegenspieler, Kinostart in Deutschland am 16. Dezember 2026. Eine Kang-Variante gab es seitdem nur animiert: Rama-Tut in der zweiten Staffel von „X-Men '97“.

Nein, das ist eine Fantheorie ohne Bestätigung. Marvel hat Harley Keener seit „Avengers: Endgame“ nicht wieder eingesetzt und nie eine Besetzung für Iron Lad verkündet. Inhaltlich passt es ohnehin nur bedingt: Iron Lad ist kein Stark-Erbe, seine Rüstung stammt von Kang.

In Young Avengers #1 im April 2005, geschrieben von Allan Heinberg und gezeichnet von Jim Cheung. Die Ausgabe führte zugleich das gesamte Team ein.

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