Carrie: Mike Flanagans Stephen-King-Serie zeigt den ersten Trailer

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Prime Video hat den vollständigen Trailer zur „Carrie“-Serie veröffentlicht. Mike Flanagan verlegt Stephen Kings Klassiker ins Social-Media-Zeitalter – alle acht Folgen starten am 7. Oktober 2026.

Prime Video hat den ersten vollständigen Trailer zu „Carrie” veröffentlicht, der Serienadaption von Stephen Kings Debütroman. Verantwortlich ist Mike Flanagan, der mit The Haunting of Hill House, Midnight Mass und „Doctor Sleeps Erwachen” zu den profiliertesten Horror-Erzählern des Streaming-Zeitalters gehört. Alle acht Folgen erscheinen am 7. Oktober 2026 auf einen Schlag.

Es ist die erste Serienfassung des Stoffes überhaupt. Brian De Palmas Kinofilm von 1976 mit Sissy Spacek bleibt der Maßstab, an dem sich jede Neuverfilmung messen lassen muss – auch die Version von 2013 mit Chloë Grace Moretz. Flanagan geht einen anderen Weg: Er nimmt sich acht Stunden Zeit für eine Geschichte, die im Kino zweimal in unter zwei Stunden erzählt wurde.

Der Trailer verlegt Kings Stoff ins Social-Media-Zeitalter

Der Trailer zeigt eine Carrie White, deren Demütigung nicht mehr in der Turnhalle endet. Die Serie erzählt von einem viralen Mobbing-Skandal, der die ganze Schulgemeinde erfasst – Handykameras, Kommentarspalten, Screenshots. Das Blut kommt später, und wenn es kommt, hat es einen digitalen Vorlauf. Am Ende steht wie immer die eine Nacht, auf die alles zuläuft.

Die offizielle Inhaltsangabe beschreibt eine Außenseiterin, die ihr Leben abgeschirmt hinter den Wänden ihres Elternhauses verbracht hat, bewacht von ihrer fanatisch beschützenden Mutter Margaret. Erst der plötzliche Tod des Vaters zwingt sie an eine öffentliche Highschool – und dort erwachen parallel zur Pubertät ihre telekinetischen Kräfte.

Prime Video formuliert die Leitfrage der Serie selbst ungewöhnlich offen: Ob hier die Entstehung einer Heldin, eines Monsters oder von etwas deutlich Komplizierterem zu beobachten sei. Das ist mehr als Marketing-Sprache – es beschreibt genau die Lücke, die De Palmas Fassung offenließ, weil ihr schlicht die Zeit fehlte.

Newcomerin in der Titelrolle, vertraute Gesichter drumherum

Carrie White spielt Summer H. Howell, eine Newcomerin, die sich laut Deadline in einem Casting gegen über 1.000 Bewerberinnen durchsetzte. An ihrer Seite steht Samantha Sloyan als Mutter Margaret – eine Besetzung, die niemanden überrascht, der Flanagans Arbeiten kennt: Sloyan gehört seit Jahren zu seinem festen Ensemble. Matthew Lillard spielt Schuldirektor Grayle, Amber Midthunder die Sportlehrerin Miss Desjardin.

Dazu kommen Siena Agudong als Sue Snell, Alison Thornton als Chris Hargensen, Joel Oulette als Tommy Ross, Josie Totah als Tina, Arthur Conti als Billy und Thalia Dudek als Emaline. Als wiederkehrende Gaststars sind unter anderem Kate Siegel, Rahul Kohli, Heather Graham, Michael Trucco, Crystal Balint und Tim Bagley dabei – auch hier überwiegend Namen aus Flanagans Stammbesetzung.

Flanagan hat sämtliche Drehbücher geschrieben und bei vier Folgen selbst Regie geführt: den Episoden 1, 2, 7 und 8. Die übrigen vier inszenierten Kate Siegel, Axelle Carolyn, Kyra Sedgwick und Hiromi Kamata. Stephen King ist als Executive Producer beteiligt, produziert wird von den Amazon MGM Studios.

Warum acht Folgen den Unterschied machen könnten

Kings Roman von 1974 erzählt seine Geschichte nicht linear, sondern über Zeugenaussagen, Gutachten und Zeitungsartikel, die den Abend von Chamberlain im Nachhinein rekonstruieren. Genau diese Ebene ist in beiden Kinofassungen weggefallen – für einen Spielfilm ist sie schlicht zu sperrig. Eine achtteilige Serie hat dafür Platz, und der Trailer deutet mit seiner Frage, wie viel man über Carrie wirklich wisse, in genau diese Richtung.

Interessant ist außerdem, wie deutlich Flanagan die Nebenfiguren aufwertet. Sue Snell und Chris Hargensen sind im Roman die beiden Pole, zwischen denen sich Carries Schicksal entscheidet; im Film von 1976 bleiben beide Skizzen. Empire hat die Handschrift des Trailers als jugendaffiner beschrieben als die früheren Verfilmungen – eine Einordnung, die Flanagans Arbeit an The Midnight Club durchaus stützt.

Ein weiteres Detail zum Zeitpunkt: De Palmas Verfilmung wird in diesem Jahr fünfzig. Dass Prime Video die Serie ausgerechnet jetzt bringt, dürfte kein Zufall sein. Ob die längere Form dem Stoff tatsächlich neue Seiten abgewinnt, zeigt sich ab dem 7. Oktober – dann stehen alle acht Folgen gleichzeitig bereit.

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