Neuer Star Trek-Film: Training Day und Crimson Tide als Vorbild

Neuer Star Trek-Film: Training Day und Crimson Tide als Vorbild Paramount
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Jonathan Goldstein und John Francis Daley beschreiben erstmals ihren Ansatz für den neuen Star-Trek-Kinofilm: ein düsterer Thriller über eine Sternenflotte mit faulen Äpfeln – und komplett neue Figuren.

Der geplante Star-Trek-Kinofilm bekommt zum ersten Mal inhaltliche Konturen. Jonathan Goldstein und John Francis Daley, die das Drehbuch schreiben und den Film inszenieren sollen, haben gegenüber Inverse beschrieben, worauf ihr Skript hinausläuft: auf einen düsteren Thriller über eine Institution, die von innen ausgehöhlt wird. Gemeint ist die Sternenflotte selbst.

Das ist eine bemerkenswerte Ansage für ein Franchise, das seine Zukunftsvision seit sechs Jahrzehnten über genau diese Organisation erzählt. Einen Star-Trek-Film im Kino gab es zuletzt 2016 mit „Star Trek Beyond”; das Duo Goldstein/Daley wurde im November 2025 von Paramount verpflichtet, seither war über den Inhalt so gut wie nichts bekannt.

Die Sternenflotte als Institution auf dem Prüfstand

„Es ist im Grunde ein Blick auf die Institution der Sternenflotte und auf jede Institution, die seit langer Zeit besteht, und darauf, was das mit ihr macht”, sagt Daley gegenüber Inverse. Die Sternenflotte und die Menschen, die in ihr arbeiten, seien bislang immer als idealisierte Version dessen gezeichnet worden, was die Zukunft sein könnte.

Sein Skript sei weder zynisch noch nihilistisch, betont Daley – es erkenne aber an, dass es in jeder Institution faule Äpfel gebe, die eine laute Stimme haben und prägen können, wofür der ganze Apparat steht. Als Vorbilder nennt Goldstein zwei Filme, die man mit Star Trek bislang nicht in einem Satz gelesen hat: Training Day (2001) und Crimson Tide – In tiefster Gefahr (1995).

Beide sind Denzel-Washington-Thriller über Machtmissbrauch, und beide funktionieren nach demselben Muster: ein erfahrener Vorgesetzter gegen einen jüngeren Untergebenen, einer hält sich an die Regeln, der andere nicht. Ganz neu ist der abtrünnige Admiral für Star Trek nicht – „Star Trek IX – Der Aufstand” und „Star Trek Into Darkness” haben ihn schon durchgespielt, zuletzt drehte sich der Streaming-Film „Star Trek: Section 31” um die finsteren Seiten der Organisation. Neu wäre, dass die Korruption nicht der Twist ist, sondern das Thema.

Komplett neue Figuren, kein Anschluss an die Kelvin-Zeitlinie

Im selben Gespräch bestätigen die beiden Filmemacher, dass der Film ausschließlich neue Star-Trek-Figuren zeigen wird. Chris Pine, Zachary Quinto und Karl Urban kehren also nicht zurück; die Kelvin-Zeitlinie bleibt abgeschlossen. Das deckt sich mit früheren Aussagen von Skydance-Gründer David Ellison, der bereits angekündigt hatte, der nächste Kinofilm werde etwas anderes mit neuen Schauspielern.

Die Handlung soll „fast in Echtzeit” spielen – ein Format, das zum Thriller-Vorbild passt und die Geschichte auf einen engen Zeitraum zusammenzieht. Vorwissen setzt der Film nach dem Willen der Autoren nicht voraus. „Wir wollen uns nicht auf die Fangemeinde verlassen”, sagt Goldstein. Man wolle einen großen Film machen, der in einer Welt spielt, die manche kennen und andere erst entdecken – und mit etwas Glück ein neues Franchise starten.

Dazu gehört für Daley eine Größe, die eine Serie nicht liefern kann: Angesichts von Fernsehen, das längst kinotauglich aussieht, müsse ein Kinofilm seine Existenz auf der großen Leinwand rechtfertigen. „Es muss ein Spektakel sein.”

Noch kein Termin – und noch keine Produktion

Wichtige Einschränkung: Der Film befindet sich nach Angaben der beiden in der Entwicklung, nicht in der Produktion. Ein Drehbeginn ist ebenso wenig bekannt wie ein Starttermin, und Paramount muss den actionlastigen Thriller-Ansatz erst freigeben. Angesichts der Umbauten beim Studio nach der Skydance-Übernahme ist das keine Formsache.

Der Zeitpunkt ist trotzdem bemerkenswert: Star Trek feiert am 8. September seinen 60. Geburtstag, während erstmals seit einem Jahrzehnt kein einziges Star-Trek-Projekt in Produktion ist. Strange New Worlds läuft noch, danach steht die Serienzukunft offen. Ausgerechnet der Kinofilm, den das Franchise seit Jahren ankündigt und nicht einlöst, ist damit gerade der konkreteste Plan – und er will die Sternenflotte von ihrer unangenehmsten Seite zeigen. Wo er in der Star-Trek-Chronologie einsortiert wird, ist bislang offen.

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