Hayden Panettiere ist tot: Heroes- und Scream-Star stirbt mit 36 Jahren
Hayden Panettiere ist im Alter von 36 Jahren gestorben. Als Claire Bennet prägte sie vier Staffeln lang die NBC-Serie Heroes, als Kirby Reed gehörte sie über drei Jahrzehnte zur Scream-Reihe. Die Todesursache steht weiterhin nicht fest.
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Hayden Panettiere ist tot. Die US-Schauspielerin, die einer ganzen Serien-Generation als unverwundbare Cheerleaderin Claire Bennet in „Heroes” im Gedächtnis blieb, starb im Alter von 36 Jahren. Ihre Agentur bestätigte den Tod gegenüber Deadline, unabhängig davon berichteten auch Variety und TheWrap.
Zur Todesursache gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Laut Deadline starb Panettiere in South Carolina, die Ermittlungen dauern an. In der Mitteilung ihrer Vertretung heißt es, man teile den Tod mit tiefer Trauer mit; sie sei ein unglaubliches Licht gewesen, das Millionen Zuschauern Freude gebracht habe.
Was die Behörden bislang sagen
Vier Tage nach ihrem Tod steht die Todesursache weiterhin nicht fest. Das Coroner-Büro von Greenville County, South Carolina, teilte mit, dass Ursache und Umstände des Todes noch geprüft werden und es keine offensichtlichen Verletzungsspuren gegeben habe. Die Polizei in Greenville hatte bereits am Montag erklärt, es gebe keine Anzeichen für Fremdeinwirkung oder verdächtige Umstände.
Am Mittwochabend berichteten mehrere US-Medien, die amerikanische Drogenbehörde DEA sei inzwischen an den Ermittlungen beteiligt – der Hollywood Reporter unter Berufung auf ABC News, Variety unter Berufung auf TMZ. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht; auf eine Anfrage des Hollywood Reporter äußerte sich die Behörde nicht. Bis ein Ergebnis der Untersuchung vorliegt, bleibt jede Aussage zur Todesursache Spekulation.
Wladimir Klitschko: „Sie hat diese Welt viel zu früh verlassen”
Als Erster aus ihrem engsten Umfeld äußerte sich Wladimir Klitschko. Der frühere Schwergewichtsweltmeister war von 2008 bis 2018 mit Panettiere liiert, 2013 verlobte sich das Paar, 2014 kam die gemeinsame Tochter Kaya zur Welt. „Haydens tragischer Tod macht mich zutiefst traurig”, schrieb Klitschko in der Nacht zum Dienstag in einem Beitrag auf X. „Sie hat diese Welt viel zu früh verlassen.”
Er nannte sie „einen wichtigen Teil meines Lebens und die Mutter unserer Tochter”, auch wenn sie längst nicht mehr seine Partnerin gewesen sei: Sie habe sich mit enormem Talent eine außergewöhnliche Karriere aufgebaut und dabei zugleich die dunkleren Seiten einer sehr fordernden Branche erlebt. An Kaya gerichtet schrieb er, er werde immer mit Respekt von ihrer Mutter sprechen und dafür sorgen, dass sie sich an den Menschen erinnere, der sie gewesen sei. Klitschko schloss mit den Worten: „Ruhe in Frieden, Hayden.”
Claire Bennet: die Rolle, die eine ganze Serie trug
2006 startete „Heroes” bei NBC – eine Serie über gewöhnliche Menschen, die plötzlich Superkräfte an sich entdecken, und das Jahre bevor Superhelden das Fernsehen dominierten. Panettiere spielte die Highschool-Cheerleaderin Claire Bennet, deren Körper sich von jeder Verletzung selbst heilt. Der Satz Save the cheerleader, save the world wurde zum Werbeversprechen der ersten Staffel und ist bis heute das, was vom Serienstart hängengeblieben ist.
Ursprünglich war „Heroes” als Anthologie geplant: jede Staffel neue Figuren, neue Geschichte. Dass es anders kam, lag maßgeblich an Panettiere und Milo Ventimiglia. Das Publikum hing so sehr an ihren Figuren, dass der Originalcast über alle vier Staffeln blieb – ein Kurswechsel, den NBC damals offen mit der Beliebtheit der beiden begründete. 2015 versuchte der Sender mit „Heroes Reborn” einen Neustart, der ohne Panettiere auskommen musste und nach einer Staffel wieder endete.
Kirby Reed und das Erbe im Horror
Ihre zweite Genre-Heimat war der Horror. In „Scream 4” spielte Panettiere 2011 die filmversessene Kirby Reed, beste Freundin von Jill Roberts und damit direkt im Zentrum der Ghostface-Mythologie rund um Sidney Prescott. Kirby überlebte den Film – ein Status als Final Girl, den die Fangemeinde jahrelang als Argument dafür führte, dass die Figur zurückkommen müsse.
Genau das geschah: In Scream (2022) hatte sie einen kurzen Auftritt, in Scream VI (2023) kehrte Kirby als FBI-Agentin und vollwertige Hauptfigur zurück. Damit gehört Panettiere zu den wenigen Darstellerinnen, die die Reihe über drei Jahrzehnte hinweg begleitet haben. Wo ihre Filme im Gesamtbild stehen, zeigt unsere Übersicht zur Scream-Reihenfolge.
Vom Kinderstar zur Hauptrolle
Panettiere stand praktisch ihr ganzes Leben vor der Kamera. Nach Werbespots und mehrjährigen Rollen in den US-Daily-Soaps One Life to Live und Guiding Light gab sie mit neun Jahren ihr Kinodebut als Sprecherin in „Das grosse Krabbeln”. Im Jahr 2000 folgte das Sportdrama Gegen jede Regel an der Seite von Denzel Washington, 2009 dann der Comic-Sci-Fi-Thriller „Push” mit Chris Evans und Dakota Fanning.
Ab 2012 spielte sie sechs Staffeln lang die Countrysängerin Juliette Barnes in der ABC-Serie Nashville – ihre größte Rolle außerhalb des Genres. Über ihre gesundheitlichen Krisen sprach Panettiere in späteren Jahren öffentlich, unter anderem über Depressionen und eine Suchterkrankung. Sie tat das zu einem Zeitpunkt, als solche Offenheit in Hollywood noch die Ausnahme war, und wurde dafür von vielen Kolleginnen und Kollegen ausdrücklich gelobt.
Wie Weggefährten Abschied nehmen
Am ausführlichsten meldete sich Jack Coleman zu Wort, der in „Heroes” ihren Vater Noah Bennet spielte. In einem langen Instagram-Beitrag beschrieb er, wie die damals 16-Jährige ihn am ersten Drehtag mit einem lauten „Daddy” begrüßt und ihn seither „daddio” genannt habe. Er nannte sie eine „außergewöhnliche junge Frau” und erinnerte sich an eine frühe Szene, in der ihr Take für Take an derselben Zeile eine Träne über die Wange lief. Auf sein Lob für die Technik habe sie geantwortet, das sei keine Technik: „Ich bin kein dressierter Seehund. Ich fühle es, und die Tränen kommen zufällig genau in diesem Moment.”
Coleman nutzte den Nachruf auch für eine deutliche Abrechnung mit dem Umgang der Branche mit ihr. Mit 17 sei sie die Nummer eins bei IMDb Pro gewesen und routinemäßig mit Fragen konfrontiert worden, die im Kern immer auf dasselbe hinausliefen: wann sie denn endlich entgleise. Heute erkenne man darin frauenfeindliche Provokationen. „Sie wurde gejagt”, schrieb er über die Fotografen mit ihren 300-Millimeter-Objektiven, die sich einmal in den Büschen hinter seinem Garten versteckt hätten. „Niemand, und schon gar kein Teenager, sollte so ins Visier genommen werden.” Er sei heute erfüllt von Trauer, Reue und Wut – Letzteres sei aber ein Thema für einen anderen Tag.
Serienschöpfer Tim Kring würdigte sie in einem Essay für Variety als „einzigartig talentiert” und als echte Teamspielerin, die für ein Ensemble dieser Größe unverzichtbar gewesen sei: besonnen weit über ihr Alter hinaus, mit einer fast schon savantartigen Begabung, in jeder Szene die Zwischentöne von Drama, Humor und Schmerz zu finden. Sein Kollege Sendhil Ramamurthy, in der Serie Mohinder Suresh, erinnerte daran, dass Panettiere sich am Set für schlecht behandelte Komparsen eingesetzt und die Namen aller Crewmitglieder gekannt habe.
Aus dem weiteren Umfeld meldeten sich unter anderem Viola Davis, die sie als „unfassbares Talent und weise Seele” beschrieb, ihre frühere Kollegin Bethany Joy Lenz und James Kyson, der ihr soziales Engagement hervorhob. Die einstige Disney-Darstellerin Christy Carlson Romano nahm den Tod in einem Essay für Elle zum Anlass, grundsätzlich über frühen Ruhm zu schreiben: Ehemalige Kinderstars existierten in einer Kategorie, mit der die Welt nicht umzugehen wisse – Kind, wenn das Publikum sie beschützen wolle, Profi, wenn die Branche an ihnen verdiene, und verzogener Promi, sobald sie Symptome von beidem zeigten.
Für ein Publikum, das mit „Heroes” groß geworden ist, verschwindet mit ihr ein Stück Fernsehgeschichte. Claire Bennet war die Figur, an der die Serie ihre Grundfrage aufhängte: was ein Mensch mit einer Gabe anfängt, die er sich nicht ausgesucht hat. Panettiere hat sie vier Staffeln lang getragen – und sie danach nie ganz losgelassen.
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Chefredakteur und Gründer von scifiscene.
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