House of the Dragon Staffel 4: Der Dreh beginnt im Frühjahr, vor 2028 wird das nichts
Olivia Cooke hat verraten, wann der Dreh zur letzten Staffel beginnt: im Frühjahr. Was das für den Starttermin heißt, welche Figurenfäden das Finale offen gelassen hat – und warum vor 2028 nichts zu sehen sein wird.
Der Tanz der Drachen hat seinen vorletzten Akt hinter sich: Mit Folge 8 endete Anfang August die dritte Staffel von „House of the Dragon” – und die vierte wird die letzte sein. Seither fehlte jede Angabe dazu, wann überhaupt gedreht wird. Jetzt hat Olivia Cooke, seit Staffel 1 als Alicent Hohenturm eine der beiden Hauptfiguren, die Lücke gefüllt.
Gedreht wird ab dem Frühjahr
Auf die Frage, ob sie sich innerlich schon auf den Abschied vorbereite, antwortete Cooke in einem Interview: „Habe ich nicht. Habe ich nicht. Wir fangen nächstes Frühjahr an zu drehen, aber ich weiß es nicht so genau.” Sie rechne damit, dass es sie erst mit Verzögerung treffen werde – „wahrscheinlich spüre ich die Trauer über das Ende der Serie erst ein Jahr später”.
Das bestätigt aus dem Ensemble heraus, was Showrunner Ryan Condal im Juni nur als Möglichkeit formuliert hatte: Die Kameras könnten „vielleicht im nächsten Frühjahr” laufen. Bemerkenswert ist dabei weniger das Frühjahr als der Zusatz. Eine Hauptdarstellerin, die vier Monate nach dem Staffelfinale sagt, sie wisse es nicht so genau, beschreibt keine fertige Planung, sondern eine Absicht.
Ein offizieller Drehbeginn ist damit weiterhin nicht gesetzt. HBO hat sich seit dem Finale zu keinem Termin geäußert – weder zum Dreh noch zur Ausstrahlung.
Was das für den Starttermin heißt
Rechnen lässt es sich trotzdem, und zwar mit Condals eigenen Angaben. Vorbereitung und Dreh zusammen dauern bei „House of the Dragon” nach seiner Aussage über ein Jahr; die Produktion hängt am englischen Sommer, weil in den Warner-Bros.-Studios in Leavesden und an Außenmotiven bei Licht gedreht werden muss. Beginnt der Dreh im Frühjahr 2027, ist er frühestens im Herbst desselben Jahres beendet – die Drachen und Schlachten der Serie brauchen danach noch Monate in der Nachbearbeitung.
Zum Vergleich der eigene Rhythmus der Serie: Staffel 3 war Mitte Oktober 2025 abgedreht und lief ab Juni 2026. Auf denselben Abstand gerechnet, wäre die vierte Staffel frühestens 2028 zu sehen. Das ist eine Ableitung und keine Ankündigung – bestätigt ist bislang nichts davon.
Die Wartezeit überbrückt HBO im selben Universum: „A Knight of the Seven Kingdoms” hat bereits eine zweite Staffel, die vor der finalen „House of the Dragon”-Runde erscheinen soll. Das Drehbuch zur ersten Folge von Staffel 4 liegt beim Sender nach Condals Angaben bereits vor.
Was das Finale hinterlässt
Die Schlacht von Tumbleton, auf die die Staffel acht Folgen lang zugelaufen ist, endet im Desaster für beide Seiten. Ormund Hohenturm hatte Kinder auf den Wehrgängen postiert, um Daemons Drachen aus dem Spiel zu nehmen; Daemon lässt Caraxes am Ende trotzdem das Tor aufbrennen. Entschieden wird die Schlacht aber von Ulf dem Weißen: Der Drachenreiter läuft mitten im Gefecht zu den Grünen über – und wendet sich dann gegen alle. Silverwing verbrennt erst Ormund und Roddy den Ruin auf der Mauer, danach die halbe Stadt.
Daemon, Corlys Velaryon und Hugh Hammer kommen davon, Gwayne Hohenturm steht schwer angeschlagen in den Trümmern, das Schicksal von Daeron und seiner Drachin Tessarion bleibt offen. Zuletzt jagen Daemon auf Caraxes und Hugh auf Vermithor den Verräter Ulf – eine Rechnung, die Staffel 4 offen übernimmt. Hugh hatte seinen Posten in Königsmund eigenmächtig verlassen, um seine Familie zu suchen; er findet sie nach der Schlacht tot in ihrem Haus.
Rhaenyra ruft sich selbst zur Erlöserin aus
Parallel dazu kippt in Königsmund die Herrschaft der Königin. Nachdem der Hohe Septon sich erneut weigert, sie zu salben – Aegons Rückkehr samt Sunfyre gilt den Gläubigen als Gottesbeweis –, lässt Rhaenyra ihn hinrichten. Danach tritt sie in Rüstung vor die Menge und legt offen, was ihr Vater Viserys ihr einst anvertraut hatte: Aegons des Eroberers Vision vom Lied von Eis und Feuer und von der Dunkelheit, die aus dem Norden kommen wird.
Dann geht sie einen Schritt weiter und erklärt sich selbst zum verheißenen Prinzen. In der Buchvorlage kommt diese Szene nicht vor, und Condal weiß das. „Es steht nicht im Buch und nicht in der Geschichtsschreibung”, sagte er, „aber es wird viel darüber geredet, wie Rhaenyra am Ende sehr despotisch wurde, zur Tyrannin, und beim Volk sehr unbeliebt war.” Gewollt habe man „eine echte Zäsur im Verhältnis zwischen Rhaenyra und ihrem Volk”. Mysaria, die sie kurz zuvor aus dem Roten Bergfried verbannt hatte, steht bei der Rede unerkannt in der Menge.
Helaenas letzte Botschaft
Der leisere, aber folgenreichere Schlag kommt aus dem Roten Bergfried selbst. Helaena, seit Beginn der Staffel Rhaenyras Gefangene und schwanger, hatte sich geweigert, das Kind loszuwerden, und wurde zuletzt zwangsernährt. „Du glaubst, dass Leben nicht Sterben ist”, sagt sie Rhaenyra im Finale ins Gesicht. Kurz darauf stürzt sie sich aus dem Fenster.
Was sie hinterlässt, ist ein Wandteppich, an dem sie die ganze Staffel über gestickt hat – und in den sie eine Reihe von Prophezeiungen eingearbeitet hat. Die zentrale: Rhaenyra ist dazu verdammt, im Feuer zu sterben. Dass Alicent Hohenturm, Helaenas Mutter und Rhaenyras einstige beste Freundin, vom Tod ihrer Tochter noch nichts weiß, ist der offenkundigste Zünder, den diese Staffel für ihre Nachfolgerin gelegt hat.
Genau dieser Faden hängt an Cooke. Alicent ist im Finale gar nicht in Königsmund – Rhaenyra hatte sie auf eine gefährliche Mission fortgeschickt, der sie zugestimmt hatte, um sich und Helaena die Freiheit zu sichern. Sie ist damit die einzige Hauptfigur, die in die letzte Staffel geht, ohne zu wissen, was sie verloren hat.
Was Condal über Staffel 4 verspricht
Condal macht keinen Hehl daraus, dass die letzte Staffel eine Nummer größer werden soll. „Wir haben eine unglaubliche Staffel vor uns”, sagte er nach dem Finale. „So verrückt und groß Staffel 3 war – ich glaube, Staffel 4 wird noch größer.” Konkret in Aussicht gestellt hat er neue Figuren, neue Drachen und neue Schauplätze.
Erzählerisch ist das Ende längst gesetzt. Condal und Co-Produzentin Sarah Hess haben die Grundstruktur der Staffeln 3 und 4 gemeinsam mit dem Autorenteam entworfen – man habe „im Grunde das Rückgrat der Staffeln 3 und 4 zusammen gebrochen, zumindest in der Superstruktur”. Deshalb rahmen zwei Großschlachten die dritte Staffel: die Schlacht am Schlund in Folge 1, Tumbleton in Folge 8. Beim Umfang bleibt es bei „ungefähr derselben Taktung” wie bisher – Staffel 2 und 3 hatten je acht Folgen.
Wie viele Zuschauer hatte Staffel 3?
Warner Bros. Discovery hat im August erstmals Zahlen zur dritten Staffel herausgegeben. Das Finale kam demnach in den ersten drei Tagen nach der US-Ausstrahlung auf 21 Millionen Zuschauer weltweit, davon mehr als 11 Millionen in den USA. Der Wert setzt sich aus der linearen Messung von Nielsen auf dem HBO-Kabelkanal und den hauseigenen Streaming-Zahlen von HBO Max zusammen. Gegenüber dem Staffelauftakt, der bei 21,5 Millionen lag, ist das ein Minus von zwei Prozent – wie Variety berichtet, also eine über acht Folgen hinweg bemerkenswert stabile Kurve.
Im Schnitt kommt Staffel 3 auf 34 Millionen Zuschauer pro Folge. Staffel 2 lag zum selben Zeitpunkt bei 35 Millionen – der Abstand ist damit kaum messbar. Laut HBO zählt die Staffel zu den drei meistgesehenen Fortsetzungsstaffeln, die der Sender im Streaming bislang hatte. Für die letzte Staffel ist das ein solides Fundament. Ein Reichweitenproblem hat „House of the Dragon” nicht – das Problem bleibt die Länge der Pause.
Worauf es hinausläuft
Rhaenyra steht am Ende von Staffel 3 allein da, und zwar in fast jeder Hinsicht. Daemon hat sie fortgeschickt, Mysaria verbannt, den Hohen Septon hinrichten lassen, ihre Hand sitzt in Gefangenschaft, einer ihrer Drachenreiter ist übergelaufen und ein zweiter hat gerade seine Familie verloren. Von den sechs Drachen, die Condal ihr zu Beginn der Schlacht noch zurechnet, ist die Machtbasis sichtbar angeschlagen – und der Wandteppich in Helaenas Zimmer sagt ihr, wie das endet.
Auf der Gegenseite sitzen erstmals seit Langem wieder zwei Brüder an einem Tisch: Aegon II. und Aemond haben sich in Harrenhal zusammengefunden, um die Rückeroberung des Eisernen Throns zu planen, und Aegon hat mit Sunfyre wieder einen Drachen. Condal beschreibt „House of the Dragon” im Unterschied zu „Game of Thrones” ausdrücklich nicht als Epos, sondern als Tragödie. Bis sich zeigt, wie diese Tragödie endet, vergehen nach heutigem Stand mindestens zwei weitere Jahre.
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